Umfahrung Herisau
Längerer Nieschbergtunnel für Sicherheit
Der Bund plant, den Zubringer Appenzellerland ins Nationalstrassennetz (Nationalstrasse A 25) aufzunehmen. Weil er ihn dann in Eigenregie ausbauen wird, hat er das Projekt Umfahrung Herisau nach den Kriterien von Via sicura* durchleuchtet. Die Fachleute kamen dabei zum Schluss, dass der Nieschbergtunnel mit der Galerie Güetli den neuen sicherheitstechnischen Anforderungen nicht genügt. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) kam zum Schluss, dass der Tunnel umprojektiert werden soll.
• Die Fluchtröhre soll nicht mehr als separater Stollen, sondern unter der Fahrbahn geführt werden.
• Die Tunnellüftung und die Elektromechanik haben höheren Anforderungen zu genügen.
• Die Galerie Güetli mit dem seitlichen Licht-, Regen- und Schneeeinfall soll eliminiert werden.
• Keine Querneigungswechsel im Tunnel.
• Keine Temporeduktion im Tunnel.
• Gestreckte Linienführung.
• Verlängerung des Tunnels (400 Meter).
Diese Änderungen bedingen, dass der Nieschbergtunnel neu direkt hinter der Firma Hänseler AG als bergmännischer Tunnel im Nieschberg "verschwindet". Rund 800 Meter Linienführung müssen angepasst werden. Zusätzlich sind Korrekturen beim Knoten Schwänli und beim Anschluss Mooshalde gewünscht worden.
Einerseits haben diese Projektänderungen erhebliche Kostenfolgen; andererseits entfallen aber auch viele Probleme im Gebiet Güetli: Der Bau des Tagbautunnels mit der Galerie hätte eine mehrjährige Belastung des Quartiers mit sich gezogen.
Im Herbst 2009 wurde den Standortgemeinden Herisau und Waldstatt das Bau-/Auflageprojekt für den Abschnitt Schwänli - Mooshalde mit dem Nieschbergtunnel zur Vernehmlassung zugestellt. Grund war die Absicht, eine in sich selber geschlossene und verkehrlich zweckmässige Etappe auflagereif zu machen.
Beiden Gemeinden war das Projekt bekannt. In den Details kamen indes beide zum Schluss, dass weitere Verbesserungen angestrebt werden sollen. Das betrifft den Langsamverkehr, die Entwässerung, den Lärmschutz und das Ortsbild. Das Projekt wurde nochmals kritisch überprüft.
Neu soll eine separate, elegante Brücke im Schwänli den Fussgängerverkehr sicher über die Umfahrungsstrasse bringen. Bei einem der kombinierten Treppe/Lift-Aufstiege ist eine bauliche Verknüpfung mit einem Neubau Kiosk/Imbiss denkbar. Der heutige Kiosk beim Schwänli muss der Umfahrung weichen.
Wie weiter?
Wer trägt die Kostenfolge der Umprojektierung? Sobald aus Bern konkrete Informationen zum Netzbeschluss, zu dessen Finanzierung und zum Terminplan vorliegen, will die Ausserrhoder Regierung entscheiden, wie es mit dem Projekt der Umfahrung Herisau weiter geht.
Übersichtsplan BaulinienDownload und öffnen von Übersicht_Baulinien.pdf
* Der Bundesrat will die Anzahl der im Strassenverkehr getöteten und verletzten Personen senken. Das zuständige Departement UVEK hat dafür - unter dem Titel "Via sicura" - eine breite Palette von Handlungen und Massnahmen erarbeitet. "Via sicura" umfasst auch Anforderungen an Infrastrukturbauten.




