Appenzell Ausserrhoden

Familienleitbild

Familienleitbild

Illustration mit Menschen in unterschiedlichem Alter, Männer, Frauen, Mädchen, Knaben

Familien spielen in unserer Gesellschaft eine zentrale Rolle. Sie geben Kindern und Jugendlichen ein materielles und emotionales zu Hause, vermitteln Werte und Alltagswissen, pflegen und versorgen Angehörige und stellen ihre Arbeitskraft der Wirtschaft zur Verfügung.  

Wie das Familienleitbild entstanden ist

Im vergangenen Regierungsprogramm 2007-2011 wurde das Familienleitbild entwickelt. Es bildet das Fundament einer koordinierten Familienpolitik im Kanton und legt die Ausrichtung und die Schwerpunkte der kantonalen Familienpolitik fest.

 

Das Familienleitbild wurde in einem partizipativen Prozess entwickelt. Das bedeutet, dass Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik, den Gemeinden, dem Gesundheitswesen, der Bildung, der Wirtschaft sowie aus Kinder-, Jugend- und Familienorganisationen an der Entstehung des Familienleitbildes mitgewirkt haben.

 

 

Kernelemente des Familienleitbildes sind folgende 7 Leitsätze

 

Grundsätze der Familienpolitik

Der Kanton anerkennt den Wert und die Leistungen der Familien zu Gunsten der Gesellschaft. Er sorgt durch geeignete Rahmenbedingungen für Chancengerechtigkeit für Familien. Dabei respektiert und nutzt er die Vielfalt der Familienformen.

 

Familien- und Erwerbsarbeit

Der Kanton misst der Arbeit in der Familie den gleichen Wert zu wie der Erwerbsarbeit. Er fördert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen und Männer und unterstützt Familienarbeitende im Hinblick auf den Wiedereinstieg in die Erwerbsarbeit.

 

Erziehung, Betreuung und Bildung

Der Kanton schafft die Voraussetzungen, dass Familien und Bildungsstätten ihren Erziehungs-, Betreuungs- und Bildungsauftrag gemeinsam wahrnehmen können. Er trifft Massnahmen zur Stärkung der Kompetenzen der Erziehenden.

 

Gesundheit

Der Kanton fördert präventive Massnahmen und Beratungsangebote, damit Familien ihrer Verantwortung in der Gesundheitsvorsorge gerecht werden können.

 

Wohn- und Lebensraum

Der Kanton fördert die familiengerechte Gestaltung von Wohn- und Lebensräumen.

 

Finanzen

Der Kanton honoriert die Leistungen der Familien zu Gunsten der Gesellschaft durch finanzielle Beiträge und Entlastungen. Kinder sind ein gesellschaftlicher Gewinn und dürfen kein Armutsrisiko sein.

 

Information, Vernetzung und Koordination

Der Kanton koordiniert und vernetzt das Angebot für Familien und macht es bekannt.

 

Umsetzung Familienleitbild

Das Familienleitbild ist verbunden mit sechs konkreten Umsetzungsmassnahmen. Diese stehen unter dem Vorbehalt der Genehmigung des Budgets durch die zuständigen Instanzen. Ein Teil der Massnahmen ist bereits umgesetzt, andere noch in der Umsetzungsphase.

 

  • Dorfhaus: 
    Wir haben den Auftrag, ein Rahmenkonzept für Dorfhäuser zu entwickeln, das Ziele und mögliche Inhalte von „Dorfhäusern“ beschreibt und ein mögliches Vorgehen beim Aufbau solcher Häuser in den Gemeinden aufzeigt. Ziel von Dorfhäusern ist es, einen lebendigen Ort der Begegnung im Dorf zu schaffen, der wiederum selbstorganisierte weitere Projekte/Entwicklungen hervorbringen kann, Menschen aller Generationen den Zugang zu bestehenden Dienstleistungen zu erleichtern, die bestehenden Angebote besser miteinander zu vernetzen und aufeinander abzustimmen und so Synergien zu nutzen sowie  die Freiwilligenarbeit zu stärken.
  • www.familien.ar.ch 
    Am 10. März 2011 haben wir die Familien-Informationsplattform aufgeschaltet. Familien in verschiedenen Lebensphasen können sich zu unterschiedlichen Themen informieren. Insbesondere ist ersichtlich, welche Angebote bereits bestehen.
  • Finanzielle Situation von Familien:
    Eine Studie der Fachhochschule St.Gallen zeigt auf, wie sich bestehende finanzielle Leistungen zu Gunsten von Familien (Steuerliche Begünstigungen, Familienzulagen, Prämienverbilligungen, Stipendien, Alimentenbevorschussung, Sozialhilfe) auf deren Einkommen auswirken und ob Handlungsbedarf besteht.
    Die Studie liegt inzwischen vor. Deren Resultate werden derzeit evaluiert.
  • Netzwerk Elternbildung:
    Das Netzwerk Elternbildung soll das bestehende Elternbildungsangebot im Kanton - während einer Pilotphase von drei Jahren - besser bekannt machen und koordinieren. Darüber hinaus soll es die Qualitätssicherung in der Elternbildung gewährleisten und gezielt mit den Schulen zusammen arbeiten. 
    Der Regierungsrat hat im Mai 2011 einer dreijährigen Pilotphase zugestimmt. Seit dem 1. Januar 2012 ist das Netzwerk Elternbildung aktiv. Es wird von Barbara Frischknecht und Claudia Bischofberger geführt.
  • Familienergänzende Kinderbetreuung:
    Das bestehende Angebot soll besser koordiniert und vernetzt sowie mit weiteren Angeboten ergänzt werden. Dazu soll eng mit den bisherigen Anbietenden zusammen gearbeitet werden.
    Derzeit ist eine Arbeitsgruppe dabei, ein Konzept für Qualität, Quantität und Finanzierung der familienergänzenden Kinderbetreuung zu entwerfen und dem Departementsvorsteher vorzulegen. Erste Resultate sind im zweiten Halbjahr 2012 zu erwarten.
  • Familienfreundliche Arbeitsbedingungen:
    Das Programm PlusPlusAR läuft bereits. Es bietet Unternehmen einen finanziellen Anreiz, bezüglich familienfreundlicher Arbeitsbedingungen eine Standortbestimmung zu machen und Verbesserungspotential zu erkennen. Zudem wurde im Frühjahr 2011 ein Wettbewerb für familienfreundliche Massnahmen ausgeschrieben, um für die Thematik zu sensibilisieren. Erfreulicherweise haben 12 Unternehmungen am Wettbewerb teilgenommen. Die Auszeichnung erfolgte am 1. Juli 2011 und ging an die Clavis IT in Herisau.

Amt für Gesellschaft, Fachstelle Familien und Gleichstellung
Obstmarkt 1
9102 Herisau

Tel.: 071 353 64 47
Fax: 071 353 64 59

Weitere Informationen zum Thema Familien:

Link zu www.familien.ar.ch

www.jugendundgewalt.ch
An der ersten Nationalen Konferenz vom 9. März 2012 in Bern wurden der aktuelle Stand der Gewaltprävention in der Schweiz sowie damit verbundene Herausforderungen beleuchtet. Gleichzeitig wurde dieses Informationsportal sowie ein nationales Beratungsangebot zur Gewaltprävention lanciert. Das Programm will in den nächsten fünf Jahren die Grundlage für eine wirksame Gewaltprävention in der Schweiz schaffen.

PlusPlusAR

Das Plus für ausserrhodische Familien und Unternehmen.

Titelbild des Flyers und Link zur Seite PlusPlusAR