Sammlungen
1. Familienarchiv Zellweger, 2. Sammlung Carl Meyer, 3. Description de l'Égypte, 4. Schauwerk, 5. Bilddatenbank, 6. Privatarchiv Stefan Signer
1. Familienarchiv Zellweger
Im Abschnitt «Historisches» ist von den schweizweit und international bedeutenden Nachlassteilen der Mitglieder der Textilhandelsfamilie Zellweger die Rede. Eine kurze Zusammenfassung zur Situierung dieser Familie ist dem entsprechenden Artikel im Historischen Lexikon der Schweiz zu entnehmen (Entwurf, PDF, 76 kb).Download und öffnen von zellweger_fam_eHLS.pdf Das Projekt «Erschliessung, Erforschung und Vermittlung des Nachlasses der Familie Zellweger» ist 2008 lanciert worden und erlebt mit dem 3. Trogener Bibliotheksgespräch vom 10. bis 13. Juni 2009 seinen Kick Off an der Öffentlichkeit.
Die Zellwegerschen Nachlassteile sind in Appenzell Ausserrhoden auf folgende Bestände aufgeteilt:
- Firmenarchiv mit Akten (Verträge, Abrechnungen etc.) und Geschäftsbüchern (Hauptbücher, Journale, Kassabücher, Kapitalbücher, Kaufprotokolle, Briefkopierbücher, Speditionsbücher etc.). Aufbewahrung: Staatsarchiv Appenzell Ausserrhoden, Herisau, Signatur: Pa.21, Verzeichnis -> Kommerzialarchive Zellweger & Co, Trogen (1716-1904)
- Familienarchiv mit Chroniken, Werkmanuskripten, den erhaltenen Korrespondenzen aller Familienmitglieder, Lebensdokumenten/Sachakten, Sondermaterialien (Fotos, Porträts, Stammbäume, Objekte), Bauakten (Pläne der Zellwegerbauten, Abrechnungen Bauten). Aufbewahrung: Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden, Trogen, Signatur: Fa Zellweger, KatalogÖffnet Link in neuem Fenster → Stichwortsuche: Fa Zellweger
2. Sammlung Carl Meyer
Der Herisauer Jurist und Politiker Carl Meyer (1873-1947), Initiant der Säntis-Schwebebahn und Obergerichtspräsident des Kantons Appenzell Ausserrhoden, sammelte seit den 1920er-Jahren bibliophile Werke. Sein Ziel war es, die Entwicklungsgeschichte des Buches und der Buchillustration von der mittelalterlichen Handschrift bis zum anspruchvollen Druckwerk des 20. Jahrhunderts umfassend zu dokumentieren. Bei seinem Tod umfasste die Sammlung rund 800 Werke. Rund 700 Werke befinden sich heute in der Kantonsbibliothek Trogen. Sie sind unter der Signatur CM im Online-Katalog verzeichnet.
Der gedruckte Katalog verzeichnet die älteren Werke der Sammlung: 27 Handschriften, die Hälfte aus der Zeit vor der Reformation (nicht im Online-Katalog), 82 Wiegendrucke des 15. Jahrhunderts und 106 Drucke, vorwiegend Holzschnittbücher, aus dem 16. Jahrhundert.
Die reich illustrierte Einleitung enthält eine Biographie Carl Meyers; beschrieben werden die Entstehung der Büchersammlung und ihre Zusammensetzung sowie die bedeutendsten Sammlerstücke: ein Psalmenkommentar Cassiodors aus dem 12. Jahrhundert, eine Pariser Bibel des 13. Jahrhunderts, Stundenbücher des 15. und 16. Jahrhunderts, darunter das Stundenbuch der Anna von Kleve sowie zwei Bände mit Predigten Georg Tudels von Giengen aus den Jahren 1459/60, aber auch das Memorial der Tugend von Johann von Schwarzenberg in einer um 1535 entstandenen Handschrift und in einem gleichzeitigen Druck.
Die handschriftliche Version des Memorials der Tugend (CM Ms. 13) wurde am 26. April 2007 als erster Codex der Reihe Codices Electronici Appenzellenses (CEA)Öffnet Link in neuem Fenster im Internet-Portal e-codices.ch aufgeschaltet. Ende Juli folgte mit CM Ms. 9 (Gebetbuch der Anna von Kleve) eine zweite Handschrift der Sammlung. Das Projekt e-codies ist von der Schweizerischen Akademie der Geisteswissenschaften initiiert worden. Unter dem Namen Codices Electronici Confoederationis Helveticae (CECH)Öffnet Link in neuem Fenster fördert die Akademie die Digitalisierung mittelalterlicher Handschriften der Schweiz. Im Sinne des freien Zugangs zum gemeinsamen Kulturgut ermöglicht das Projekt ein kostenloses Blättern in den digitalisierten Handschriften und für Wissenschaftler ein ortsunabhängiges Arbeiten.
Literatur: Sammlung Carl Meyer in der Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden in Trogen. Katalog der Handschriften und der Drucke bis 1600, hrsg. von Rudolf Gamper und Matthias Weishaupt, Dietikon/Zürich 2005. 2005. (PDF-Ausgabe des gedruckten Katalogs).Öffnet Link in neuem Fenster
3. Description de l'Égypte
Die «Description de l'Égypte» Öffnet Link in neuem Fenster(1809-1828) ist das Ergebnis einer herausragenden Zusammenarbeit von 167 Mitgliedern der «Commission des Art et des Sciences», Wissenschaftlern und Künstlern, die während Napoleons Ägyptenfeldzug 1798-1801 in Ägypten gezeichnet, vermessen, gesammelt, systematisiert, katalogisiert und Berichte verfasst haben. Johann Conrad Honnerlag (1777-1838) hat 1834 dieses Werk in zweiter Auflage gekauft und der Bibliothek der appenzellisch-vaterländischen Gesellschaft in Trogen als «Cheval de bataille für allfällige Besuche in der Bibliothek» (in: App. Monatsblatt (1838), S. 123) geschenkt. Das Werk umfasst 25 Bände in Oktav und 900 grossformatige Bildtafeln.
Literatur: Appenzellische Jahrbücher 2002, 130. Heft, hg. von der Appenzellischen Gemeinnützigen Gesellschaft. – Zum Einstieg: Weishaupt, Matthias: Die «Description de l'Égypte» in der Bibliothek von Trogen, S. 14–27.

Ausschnitt aus einer kolorierten Druckgrafik von C. L. F. Panckoucke, éditeur de la Description de l'Égypte, 2e éd., Paris 1825
4. Schauwerk
Das Schauwerk ist ein interdisziplinäres Sammlungsprojekt, das zeitgenössische Kunst aus aller Welt in die Räume der Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden in Trogen bringt. Es präsentiert sich auf einer eigenen Website www.schauwerk-blackbox.chÖffnet Link in neuem Fenster.
5. Bilddatenbank
Mit der Bilddatenbank betreibt die Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden ein effizientes Rechercheinstrument, das der stetig steigenden Nachfrage nach Bildern Rechnung trägt. Kernbestände der Bilddatenbank bilden ausserrhodische Druckgraphiken, Plakate und Ansichtskarten. Die mögliche Verwendung der digitalisierten Bilder ist vielseitig und umfasst im Wesentlichen Publikationen in Medien, die Nutzung durch Behörden und Vereine und deren Einsatz als Quellen für wissenschaftliche Arbeiten. Auch von Privatpersonen wird die Bilddatenbank erfreulicherweise im Sinne eines "service public" rege genutzt.
Die originalen digitalen Daten werden in hoher Auflösung als TIFF-Dateien in der Bibliothek archiviert; online angezeigt werden für den Bildschirm optimierte JPG-Dateien. Die vielfältige Nutzbarkeit der Datenbank ist durch die Implementierung der Bilddaten in den Online-Katalog der Kantonsbibliothek seit dem 4. Dezember 2007 von jedem Internetzugang aus möglich:
Online-KatalogÖffnet Link in neuem Fenster
Seit Ende 2009 ist die kantonale Kunstsammlung in die Bilddatenbank integriert. Sie umfasst über 900 Bilder, die von Mitarbeitenden der kantonalen Verwaltung wie Bücher ausgeliehen und in den Büros aufgehängt werden können.

Beispiel aus der Kunstsammlung: H.R. Fricker, 4 Emailplättchen auf Plexiglas, 2004
6. Privatarchiv Stefan Signer
Die Kantonsbibliothek bewahrt verschiedene Privatarchive, darunter die Privatarchive von Peter Morger, Otto Schmid und Victor Tobler oder das Werkarchiv von Ruedi Peter, auf.
Das Privatarchiv von Stefan/Infrasteff Signer (geb. 1951) umfasst in der ungeordneten Form 25 Bananenkisten Schuhe, Kleidungsstücke, Fotos, Plakate, Xerox-Kopien, Partituren, Musikkassetten, Tagebücher, Agenden, Manuskripte, Korrespondenzen, Zeitungsartikel, Fichen-Auszüge etc. - Als Zeitzeugnis dokumentieren die vielfältigen Materialien einen Zeitabschnitt appenzellischer Geschichte, der bisher in Museen, Archiven oder Bibliotheken nicht zugänglich war. Die Geschichtsschreibung ist noch nicht seit allzu langer Zeit auch an Inhalten interessiert, die jenseits des Mainstreams liegen: Das Privatarchiv Stefan Signer ist ein Zeugnis einer Subkultur im Heimischen; von 1968 und Frank Zappa geprägt, "alternativ", "freakig", anders als Gewohntes und doch in seinen Referenzpunkten zutiefst mit Appenzellischem verbunden.
Der Bestand ist 2010 erschlossen worden. 2011 wurde Signer 60: zwei Veranstaltungen mit Veröffentlichung von www.steffsigner.comÖffnet Link in neuem Fenster boten Einblick in sein Werk, seine Welt und seinen Weg hin und zurück.
Die sammelnde Bibliothek
VERNISSAGE
31. März 2011
Heidi Eisenhut und Stefan Signer sprachen über das Sammeln und Aufbewahren, das historisch Wertvolle und den Prozess der Geschichtswerdung.
Leitung: Hanspeter Spörri
Höhepunkt: Veröffentlichung von www.steffsigner.comÖffnet Link in neuem Fenster
18.30 Uhr, Landsgemeindeplatz 1, 3. OG, 9043 Trogen
Henderländische Societät
BADINAGE
29. September 2011
Geschichten zu ausgewählten Archivmaterialien. Mit Heidi Eisenhut, Stefan Signer, Hanspeter Spörri und etwas zwischen die Zähne.
18.30 Uhr, Restaurant Alpenrose, Buchberg, 9064 Hundwil
Unterstützt von:
Kulturförderung Appenzell Ausserrhoden, Ernst Göhner Stiftung
Medien:
art-tv-BeitragÖffnet Link in neuem Fenster zum Vorlass von Stefan Signer, PodcastÖffnet Link in neuem Fenster der Sendung DRS2aktuell, Samstag, 17. September 2011 (letzte acht Minuten zu Signer) und Sendung Spasspartout,Öffnet Link in neuem Fenster DRS1, Mittwoch, 12. Oktober 2011
Weitere veröffentlichte Informationen zum Privatarchiv Stefan Signer: Obacht Kultur Nr. 6 (2010/1)Öffnet Link in neuem Fenster
Hörproben aus dem Audioarchiv finden Sie hier.
7. Privatarchiv Herbert Hoffmann
Herbert Hoffmann (30. Dezember 1919 – 30. Juni 2010) hat seinen künstlerischen Nachlass der Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden vermacht. Ein Teil davon wurde vom 21. Mai bis zum 13. Juni 2011 in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Heiden und kuratiert von Michaela Stuhlmann und René Schmalz im Kursaal Heiden in einer Ausstellung gezeigt.
Hoffmann verbrachte die letzten 30 Jahre seines Lebens in Heiden. Sein künstlerischer Nachlass ist kulturgeschichtlich bedeutsam durch Fotoaufnahmen von tätowierten Menschen aller sozialen Schichten.
Öffnungszeiten: Mo–Fr, 17 bis 19 Uhr, Sa/So 14 bis 17 Uhr.
Eröffnung: Sa, 21. Mai 2011, 19.00 Uhr, Kursaal Heiden, Lesesaal
Gespräch mit Bruno Schneiter: Sa, 11. Juni 2011, 19.00 Uhr, Kursaal Heiden, Tanzsaal
Kuratoren: Michaela Stuhlmann und René Schmalz, Müllheim
Appenzeller Zeitung, SR DRS Regional,Öffnet Link in neuem Fenster SR DRS SwisstippÖffnet Link in neuem Fenster, art-tv.chÖffnet Link in neuem Fenster
Für die Spezialsammlungen 1 bis 5 ist der Online-Katalog das wichtigste Findmittel. Zur Spezialsammlung 6 und den dort genannten weiteren Sammlungen sind Erschliessungspläne in Diskussion. Letzteres gilt auch für Kleinst-Appenzellensia (Programme, Prospekte, Flugblätter etc.), Tonträger wie Schallplatten, Online-Dokumente sowie Radio- und Fernsehprogramme.




