Archivstruktur
Altes Archiv (1597-1798)
Dieser Hauptfonds umfasst das Schriftgut von der Landesteilung (1597) bis zur helvetischen Revolution (1798). Er vereinigt die älteren Teile des ehemaligen Kantonsarchivs in Herisau und des früheren Landesarchivs in Trogen
Helvetisches Archiv (1798-1803)
Im helvetischen Einheitsstaat gehörte Ausserrhoden zum als Canton Säntis bezeichneten Verwaltungsgebiet. Im Staatsarchiv werden die auf Districtsebene entstandenen Unterlagen aufbewahrt. Das auf cantonaler bzw. nationaler Ebene produzierte Schriftgut findet sich im St. Gallischen StaatsarchivÖffnet Link in neuem Fenster bzw. im Schweizerischen BundesarchivÖffnet Link in neuem Fenster.
Neues Archiv (ab 1803)
Dieser in 17 Abteilungen gegliederte Fonds enthält das grundlegende staatliche Archivmaterial von der Mediationszeit (1803) bis zur Gegenwart. Nach Gattung des Schriftgutes sind die Unterlagen aufgeteilt in Akten (Ca.) und Amtsbücher (Cb.) und in Überformate (Cc.)
Verwaltungsarchiv (ab 1821)
Nach Provenienzen erfasste Archivbestände kantonaler Amtsstellen. Einzelne Verwaltungsabteilungen mit Unterlagen, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen.
Gerichtsarchiv (ab 1597)
Dieser Hauptfonds umfasst das Schriftgut der kantonalen Gerichtsbehörden mit Sitz im alten Hauptort Trogen. Bis 1858 fällte der Grosse Rat als oberste Landesbehörde letztinstanzlich die Urteile in Kriminalfällen und Zivilprozessen. Vorinstanz für Bussen- und Streitsachen waren die bis 1877 bestehenden kleinen Räte vor und hinter der Sitter. Oberste Instanz in Eheangelegenheiten war das bis 1877 bestehende Ehegericht. Die Entscheidungsprotokolle aller Instanzen sind lückenlos vorhanden; die Aktenüberlieferung beschränkt sich auf gewisse Zeitspannen bzw. spezielle Serien.
Bauarchiv (ab 1803)
Dieser Hauptfonds umfasst die Unterlagen folgender Amtsstellen:
- Tiefbauamt
- Vermessungsamt
- Hochbauamt
- Wasserbau
- Raumplanungsamt
Der Grossteil der Amtsakten befindet sich noch bei den Verwaltungsstellen
Privatarchive
Das Staatsarchiv verwahrt neben staatlichen Unterlagen geschichtlich wertvolles Schriftgut von Vereinen, Firmen und Privatpersonen, die das amtliche Aktengut um wesentliche Facetten ergänzen.
Deposita
Diese Abteilung umfasst im Staatsarchiv deponierte Archive nichtstaatlicher Organisationen. Die Benutzung der Bestände unterliegt teilweise besonderen Auflagen.
Gemeinden
Das Staatsarchiv unterstützt die Gemeinden bei der Betreuung ihrer historischen Archivbestände. Die Inventare der Gemeinde- und Kirchgemeindearchive liegen im Staatsarchiv zur Einsicht auf. Aufgrund der traditionell autonomen Stellung der Ausserrhoder Gemeinden im Staatsverband sind die Bestände der Gemeindearchive für die Geschichtsforschung von grosser Bedeutung.
Manuskripte
Die vorwiegend chronikalisches Material umfassende Manuskript-Sammlung ergänzt die im Rahmen der Regierungstätigkeit und Staatsverwaltung entstandenen Unterlagen. Von Bedeutung für die Landesgeschichte sind insbesondere:
Amtsdruckschriften
Das Staatsarchiv verwahrt die amtlichen Druckschriften des Kantons Appenzell A.Rh. Bedeutende Geschichtsquellen sind das seit 1834 herausgegeben Amtsblatt sowie die seit 1859 vorliegenden Rechenschaftsberichte des Regierungsrates und der Justizbehörden.
Karten und Pläne
Die Sammlung umfasst historische Kantonskarten, kommunale Übersichtswerke, Grundbuchpläne sowie Konstruktionspläne von Bauten und Anlagen.
Bildarchiv
Verteilt auf mehrere Bestände verwahrt das Staatsarchiv eine vielfältige Sammlung von fotografischen und druckgrafischen Bildquellen zur Landeskunde und Kantonsgeschichte. Ein digitales Bildarchiv ist im Aufbau.
Baudokumentation
Zum Ausserrhodischen Baubestand besteht eine umfangreiche Dokumentation. Quellenauszüge, Presseausschnitte und Bildvorlagen geben Auskunft über die Entwicklung von Dörfern, Einzelbauten und Verkehrsanlagen.
Personen
Für personen- oder familiengeschichtliche Nachforschungen stehen im Staatsarchiv vielerlei demografische Quellen zur Verfügung. Für genealogische Forschungen von zentraler Bedeutung sind die als Mikrofilme einsehbaren evangelischen Kirchenbücher sowie die kommunalen Hausbesuchungsrödel. Zudem liegen für das 18. und 19. Jahrhundert eine Reihe älterer Bürgerrödel bzw. Familienregister vor. Spezielle Dokumentationen zu Persönlichkeiten und Auswanderern ergänzen die primären Quellenbestände.

