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Sonderausgabe zum 20-jährigen Jubiläum des Gleichstellungsgesetzes

 

 

Im Fokus

20 Jahre Gleichstellungsgesetz

 

 

Amt für Soziales
Abteilung Chancengleichheit

Juli 2016

Willkommen zur Sonderausgabe unseres Newsletters anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Gleichstellungsgesetzes. Wir werfen einen Blick in die politische Landschaft unseres Kantons und stellen die heutige Situation der politischen Partizipation von Frauen dar.

Drei ausgewählte Politikerinnen aus je einer politischen Ebene stehen uns dazu Red und Antwort.

 

Wie es zum Gleichstellungsgesetz (GlG) von 1996 kam

Ein Gesetz zur Durchsetzung der bestehenden verfassungsrechtlichen Ansprüche

Die Bundesverfassung garantiert die Gleichstellung von Frau und Mann und den Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit seit 1981. Auf der Basis des Verfassungsartikels wurden einige Gesetze angepasst, so zum Beispiel das neue Eherecht, das 1985 eingeführt wurde, die gleichberechtigte Partnerschaft, sowie die gemeinsame Verantwortung von Frau und Mann für die Pflege und Erziehung der Kinder sowie den Familienunterhalt.

In Sachen Lohngleichheit bewegte sich in dieser Zeit nicht viel. Zwischen 1981 und 1990 hat sich die Schere zwischen Frauen- und Männerlöhnen gerade mal um rund 1 % verringert. Dies wollten die Initiantinnen des landesweiten Frauenstreiks «Wenn Frau will, steht alles still» vom 14. Juni 1991 nicht länger hinnehmen und mobilisierten am 10. Jahrestag des Verfassungsartikels eine halbe Million Frauen und Männer. Die hier entstandene Bewegung, die auch internationale Beachtung fand,  führte dazu, dass das Gleichstellungsgesetz angegangen wurde und 1996 in Kraft trat.

Frauen in der Ausserrhoder Politik

Frauenrepräsentation auf kantonaler und kommunaler Ebene

Mit der Einführung des Frauenstimmrechts 1989 auf kantonaler Ebene beginnt 1990 die Statistik, welche die Repräsentation der Frauen auf dem politischen Parkett zeigt. Was meinen drei bekannte Ausserrhoderinnen dazu?

  Grafik Frauenanteil in den Räten

Übersicht über den Frauenanteil in folgenden Räten

  • Nationalrat
  • Kantonsrat
  • Regierungsrat
  • Gemeinderäte

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  Übersicht Frauenanteil Gemeinderäte AR

Übersicht über den Frauenanteil in den Gemeinderäten

  • Alle 20 Gemeinden im Kanton Appenzell Ausserrhoden

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Was für eine Bilanz kann gezogen werden bezüglich der Entwicklung der Frauenvertretungen in der Ausserrhoder Politik?

 

Leider fällt die Bilanz nicht positiv aus. Wir müssen ernüchtert feststellen, dass die Frauenvertretungen auf einem tiefen aber relativ stabilen Frauenanteil stagniert. Gründe dafür liegen unter anderem im gesellschaftlichen Wandel, den steigenden  Anforderungen in Familie und Beruf und der Personifizierung in den Medien. Ich zähle weiterhin auf mutige und engagierte Politikerinnen die andere zum Mitmachen anspornen.   

Marianne Koller, Regierungsrätin, FDP.Die Liberalen 

Über alle politischen Ebenen hinweg, lässt sich ein leichter Aufwärtstrend feststellen: Was wäre eine wünschbare Zusammensetzung für die nächsten ein, zwei Legislaturperioden und weshalb?

 

Wünschenswert ist meiner Meinung nach ein Anteil von mindestens 40 Prozent Kantonsrätinnen aus verschiedenen Altersgruppen und Lebensbereichen. Nur so können die politischen Interessen und Erfahrungen von Frauen in die Gesetzgebung und Finanzverteilung einfliessen. Untersuchungen im Nationalrat zeigen, dass sich Frauen unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit stärker für Bildung und soziale Anliegen im Parlament einsetzen. Eine ausgeglichene Vertretung von Männern und Frauen fördert damit unsere Lebensqualität.

Annegret Wigger, Kantonsrätin Heiden, SP

Mit durchschnittlich 35% Frauenvertretungen in den Gemeinderäten liegen diese klar an der Spitze: Was machen die Gemeinden anders?

 

Dafür gibt es verschiedene Gründe:

  • Viele Frauen konnten Erfahrungen sammeln mit Kommissionsarbeit auf kommunaler Ebene, somit ist der Schritt in eine Behörde nicht allzu gross.
  • Als Gemeinderätin arbeitet man in einer Umgebung die man kennt und man wird von vertrauten Leuten unterstützt.
  • Auf kommunaler Ebene kennt man sich gegenseitig gut, das heisst Anfragen aus politischen Parteien werden gezielt an Frauen gestellt, die sich eine Nebenbeschäftigung vorstellen können. Der zeitliche Aufwand ist gut abschätzbar und daher lassen sich viele Frauen überzeugen, für ein kommunales Amt zu kandidieren.  Zudem können Fähigkeiten aus erlernten Berufen und Lebenserfahrungen direkt in das politische Amt einfliessen. 
  • Generell ist ein Gemeinderatsmandat nicht so begehrt wie Mandate im Kantonsrat oder Regierungsrat. Somit müssen Frauen für den Einzug in den Gemeinderat kaum Wahlkampf betreiben und schon gar nicht über die eigene Gemeindegrenze hinaus.

Inge Schmid, Gemeindepräsidentin Bühler, SVP

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Onlinedatenbank neu gestaltet
informativ, aktuell und umfassend

Frauen und Männer, die sich im Arbeitsverhältnis aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert fühlen, z.B. bezüglich Lohn, Anstellung oder Kündigung, können ein Schlichtungsverfahren anstreben. Zum 20-Jahr-Jubiläum des Gleichstellungsgesetzes wurde die Online-Datenbank mit Entscheiden nach Gleichstellungsgesetz und dem Verfassungsgrundsatz der Lohngleichheit überarbeitet. Die Datenbank enthält nützlichen Infos und über 700 Fälle der Schlichtungsstellen und Gerichte der deutschsprachigen Schweiz, darunter zwei aus dem Kanton Appenzell Ausserrhoden.

 

Femmes Tische in Appenzell Ausserrhoden

Soziale Netzwerke in Albanisch, Portugiesisch oder Türkisch

Sich in einer fremden Kultur mit einer fremden Sprache zurechtzufinden, ist eine echte Herausforderung. Frauen haben situations- und kulturbedingt oft einen besonderen Informationsbedarf. Femmes-Tische spricht Migrantinnen an, die auf anderen Kanälen nur schwer oder gar nicht erreicht werden.

> Link

 

Neue Studie «Teilzeitarbeit und Altersvorsorge»

Die Altersvorsorge hat ein gutes Gedächtnis

Zurzeit gehen 60 Prozent der erwerbstätigen Frauen und 16 Prozent der erwerbstätigen Männer einer Teilzeitarbeit nach. Das Altersvorsorgesystem der Schweiz ist komplex und hat ein gutes Gedächtnis: niedrige Teilzeitpensen über längere Zeit hinweg bewirken eine ungenügende Absicherung im Alter. Durch eine Scheidung oder ungünstige Bedingungen der Pensionskasse wird diese noch verschärft. Das zeigt eine Studie im Auftrag der Schweizerischen Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten (SKG).

> Medienmitteilung 
> Zusammenfassung und Empfehlungen SKG

Impressum und Kontakt

Amt für Soziales
Abteilung Chancengleichheit

Kasernenstrasse 4
9100 Herisau

Tel: 071/353 64 26

chancengleichheit@ar.ch
www.ar.ch/chancengleichheit

 

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