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Newsletter Veterinäramt 1/2020

Newsletter 1/2020

Sehr geehrte Damen und Herren

In unserem Newsletter möchten wir Sie über Aktualitäten und Neuigkeiten rund um das Veterinäramt und dessen Tätigkeitsbereiche informieren.

Reisen mit Haustieren

Sommerzeit – Ferienzeit. Sind Sie schon voller Vorfreude dabei, Ihren nächsten Urlaub zu planen? Vergessen Sie dabei Ihr Haustier nicht! Falls Ihr Vierbeiner Sie nicht in den Urlaub begleiten kann, organisieren Sie frühzeitig eine geeignete Betreuung; gut geführte Tierpensionen sind schnell ausgebucht.

Falls Sie mit Ihrem Tier ins Ausland reisen, informieren Sie sich bei den zuständigen Behörden im Ferienland über die Einreisebestimmungen und klären Sie ab, welche Dokumente benötigt werden, damit Ihr Tier auch wieder mit Ihnen in die Schweiz einreisen darf. Besonders bei Reisen in Tollwutrisikoländer ist grösste Vorsicht geboten. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt über nötige Krankheitsprophylaxen für Ihr Tier: ein Befall mit Herzwürmern oder Leishmaniose stellen ein grosses Gesundheitsrisiko dar und treten in Mittelmeerländern häufig auf.

Die Anschaffung eines Tieres muss immer gut überlegt sein und darf kein Spontan-Kauf sein. Auch wenn Sie in den Ferien einem Tier begegnen, das Sie am liebsten mit nach Hause nehmen möchten: So einfach ist es nicht. Denken Sie daran, dass zuerst die Einfuhrbedingungen für die Schweiz abgeklärt werden müssen. Meist müssen diese Tiere vor der Einfuhr noch geimpft werden und es müssen nach der Impfung Wartefristen eingehalten werden, die oft länger sind als Ihr Urlaub.

Und denken Sie auf langen Autofahrten daran: auch Ihr Tier braucht regelmässig Wasser und Pausen um sich zu versäubern. Lassen Sie Ihren Vierbeiner nie unbeaufsichtigt im geschlossenen Auto bei warmen Temperaturen; das Auto wird schnell zur tödlichen Falle!

Hitzestress bei Heim- und Nutztieren

 

Der Hochsommer ist da, und mit ihm die ersten Hitzeperioden des Jahres. Während es die Menschen in die Badi oder an den See zieht, können unsere Heim- und Nutztiere ihren Aufenthaltsort nur bedingt selbst bestimmen. Temperaturen ab 25 °C und direkte Sonneneinstrahlung machen ihnen zu schaffen – insbesondere bei zusätzlich hoher Luftfeuchtigkeit.

Art. 6 der Tierschutzverordnung schreibt vor, dass die Tierhalterin oder der Tierhalter für den notwendigen Schutz der Tiere sorgen muss, die sich der Witterung nicht anpassen können. Dies gilt nicht nur für Jungtiere wie Kälber, die in Iglus schnell in Hitzestress geraten können oder Kaninchen, deren Stallungen in der prallen Sonne stehen. Auch hochleistende Milchkühe und Schafe im Freien brauchen einen ausreichend grossen Schattenplatz und ständigen Zugang zu Tränkwasser. Dort soll ein möglichst grosser Luftaustausch stattfinden, der den Tieren zudem hilft, sich vor Lästlingen (Fliegen, Mücken, Bremsen) zu schützen. Unterstände ohne Wände, Schattennetze oder ausreichend grosse Baumgruppen sind hier von Vorteil. Nur so können sich die Tiere ausreichend an die heissen Tage anpassen.

Tipps:

  • Bieten Sie stets Tränkwasser in guter Qualität an – Milchkühe z. B. saufen an heissen Tagen 120 Liter Wasser und mehr!
  • Stellen Sie ausreichend Schattenplätze für alle Tiere bereit bzw. achten Sie auf natürliche Vegetation auf der Weide. Beschatten Sie Kleintierstallungen und Kälberiglus.
  • Stellen Sie auf Nachtweide um oder weiden Sie Ihre Tiere in den Morgen- und Abendstunden.
  • Sorgen Sie für zusätzliche Luftbewegung, z. B. durch Gross-Ventilatoren. Zugluft sollte jedoch vermieden werden.
  • Öffnen Sie alle Fenster, Türen und Tore in den kühleren Stunden. Wenn nötig, verdunkeln Sie Fenster an besonders heissen Tagen.Vernebelungsanlagen oder Suhlen ermöglichen den Schweinen zusätzliche Abkühlung und schützen vor Lästlingen.
  • Wo immer möglich, lassen Sie Ihre Tiere ihren Aufenthaltsort selbst bestimmen.
  • Lassen Sie keine Hunde im Auto zurück, auch nicht nur für „ein paar Minuten“.

Einbau und Umbau von Kalkstrohmatratzen

Kalkstrohmatratzen können Tiergesundheit und Tierwohl in Rindviehställen erheblich verbessern und somit zu einer höheren Milchleistung beitragen. Kein Wunder, erfreuen sie sich daher immer grösserer Beliebtheit.

Der Einbau einer Kalkstrohmatratze in am 1. September 2008 bereits bestehenden Anbindeställen geht allerdings über den Ersatz einzelner Elemente der Stalleinrichtung hinaus. Daher muss vor dem Einbau der Kalkstrohmatratzen geprüft werden, ob die Standplätze so eingerichtet werden können, dass sie den Mindestanforderungen für neu eingerichtete Ställe entsprechen. Falls dies aufgrund der baulichen Gegebenheiten im vorhandenen Stall nicht mit verhältnismässigem Aufwand umzusetzen ist, kann das Veterinäramt im Einzelfall Abweichungen von den Mindestanforderungen bewilligen. Dazu ist beim Veterinäramt ein begründetes, nachvollziehbares Gesuch zu stellen. Es darf nicht automatisch mit einer Ausnahmebewilligung gerechnet werden. Wenn die Anpassungen an die „neuen“ Masse mit angemessenem Aufwand umsetzbar sind, so müssen sie auch vorgenommen werden.

Die Fachinformation „Einbau von Kalkstrohmatratzen in Anbindeställen“ finden Sie auf der Homepage des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV.

Fachgerechte Entsorgung von Arzneimitteln

Nicht mehr verkehrsfähige Tierarzneimittel oder leere Antibiotikafläschchen gelten als Sonderabfälle und müssen dementsprechend auf dem richtigen Weg entsorgt werden. Sie dürfen nicht zusammen mit dem Kehricht oder über die Kanalisation entsorgt werden. Sonderabfälle dürfen nur an bewilligte Entsorgungsbetriebe und mit Begleitschein oder Sammelbegleitschein abgegeben werden (bei gewerblichen Betrieben i.d.R. über Entsorgungsfirmen oder Lieferanten; andere Wege je nach Menge und Weg können toleriert werden, z.B. Ökohof, öffentliche Apotheke, ev. Tierärztin / Tierarzt).

Weitere nützliche Informationsquellen

 

Impressum

Veterinäramt beider Appenzell
Regierungsgebäude
9102 Herisau
Tel. +41 71 353 67 55
Veterinaeramt@ar.ch

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