"Buch und Literatur Ost+" geht in zweite Runde

Die Ostschweizer Kantone und das Fürstentum Liechtenstein schreiben eine neue Projektförderung aus. Mit dem Pilotprogramm "Buch und Literatur Ost+" wollen sie das Buchwesen und die literarischen Netzwerke durch disziplinübergreifende künstlerische Zusammenarbeit rund um das Buch fördern.

Ergänzend zu den bestehenden Förderinstrumenten der einzelnen Kantone will das neue Förderprogramm die Zusammenarbeit über die Sparten sowie die konstruktive Auseinandersetzung zwischen Literaturschaffenden, Übersetzenden, Verlagen, Bibliotheken aber auch Literaturhäusern und -veranstaltenden, Vermittelnden und dem Publikum stärken. Ausgangs- und Angelpunkt der Projekte soll ein bestehender Text sein.

Gelungener Start

Im Jahr 2017 startete die Kulturbeauftragten-Konferenz der Ostschweizer Kantone und des Fürstentums Liechtensteins (KBK Ost) das auf vier Jahre angelegte Förderprogramm "Buch und Literatur Ost+" nach einem Konzept von Dorothee Elmiger, Schriftstellerin, und Johannes Stieger, Kulturvermittler. In einer ersten Förderrunde berief die Projektsteuerung drei Geförderte: Die Projekte von Annette Hug, Schriftstellerin aus Zürich, Anna Hilti, Kunstschaffende aus Liechtenstein und Zürich sowie des Künstlers und Verlegers Josef Felix Müller aus St.Gallen vermochten die Jury zu begeistern. Sie sind ebenso beispielhaft wie inspirierend für den Fördergedanken von "Buch und Literatur Ost+". Rund um die Kulturschaffenden und das ausgewählte Buch sind weit verzweigte Netzwerke am Entstehen, die unerwartete Bezüge ans Licht befördern und neue Gebiete erschliessen. Davon zeugt eine erste, eben erschienene Publikation von Annette Hug. In "trobadora.montage" sind die Texte von sechs Autorinnen, Journalistinnen und politisch engagierten Literaturfachfrauen gesammelt, die auf der Grundlage des im Jahr 1974 erschienenen Romans von Irmtraud Morgner "Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura" und vor dem Hintergrund der aktuellen feministischen Bewegung entstanden sind. Die Buchvernissage findet am 12. April 2019 in der photobastei in Zürich statt.

Für die Projektsteuerung setzte die KBK Ost ein interkantonales Gremium ein, das sich aus Ostschweizer Fachleuten aus dem Literatur- und Buchwesen zusammensetzt. Es sind dies Dorothee Elmiger und Johannes Stieger sowie Corina Freudiger, Leiterin Kaufleuten Kultur in Zürich, Jens Lampater, Leiter des Stadttheaters Schaffhausen sowie der Autor und Kabarettist Mathias Ospelt aus dem Fürstentum Liechtenstein. Margrit Bürer, Leiterin Amt für Kultur Kanton Appenzell Ausserrhoden und Fritz Rigendinger, Leiter Kultur Kanton Glarus, vertreten die Kulturämter der beteiligten Kantone im Gremium.

Zweite Runde als Ausschreibung

Ausgehend von den Erfahrungen der ersten Förderrunde sind nun interessierte Kulturschaffende insbesondere aus der Literatur und dem Verlagswesen eingeladen, ihre Projektideen einzugeben. Gefragt ist zum einen die Arbeit im Verbund, als Gruppe oder loses Netzwerk, zum anderen besteht die Vorgabe, einen bereits publizierten Text als Ausgangspunkt des Projekts zu nehmen und diesen zu überdenken, (neu) zu übersetzen, fortzuschreiben und zu diskutieren. Voraussetzung für eine Teilnahme ist ein persönlicher, inhaltlicher oder künstlerischer Bezug zur Ostschweiz oder zum Fürstentum Liechtenstein. Das Pilot-Förderprogramm für die Literatur und das Buch ist als offener Prozess angelegt. Die Frist läuft bis 31. Mai 2019.

Mitglieder der KBK Ost sind die Kantone Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Glarus, Graubünden, Schaffhausen, St.Gallen, Thurgau und Zürich sowie das Fürstentum Liechtenstein. Details zur Ausschreibung sowie weitere Informationen zu den Projekten von Annette Hug, Anna Hilti und Josef Felix Müller sind auf der Website www.buchundliteraturostplus.ch zu finden.

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