Dibiost - 10 Jahre Onleihe in der Ostschweiz

Seit zehn Jahren können Benutzerinnen und Benutzer von Ostschweizer Bibliotheken über die Onleihe digitale Medien ausleihen. Aus dem 2008 lancierten Pionierverbund, der Digitalen Bibliothek St. Gallen, ging drei Jahre später aus einer geografischen Erweiterung die Digitale Bibliothek Ostschweiz hervor. Was als Pilotprojekt im kleinen Rahmen begann, ist heute umfangreich und nicht mehr wegzudenken.

Die Digitale Bibliothek Ostschweiz (Dibiost) ist ein Verbund von über 180 Bibliotheken aus den Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Glarus, Graubünden, Schaffhausen, St.Gallen, Thurgau und Zürich sowie aus dem Fürstentum Liechtenstein. Die Benutzerinnen und Benutzer der Verbundbibliotheken können über die Onlineplattform Onleihe des deutschen Anbieters divibib digitale Medien ausleihen. Neben Sachmedien ist der Anteil an Belletristik für Erwachsene gross. Auch für Jugendliche und Kinder gibt es ein attraktives Angebot. Der Schwerpunkt liegt bei Büchern in deutscher Sprache; aber auch Hörbücher, Zeitschriften, Zeitungen und Musik stehen zur Verfügung sowie in geringem Umfang Videos.

Vom Prinzip her entspricht die Onleihe der Ausleihe von herkömmlichen Medien in Bibliotheken. Im Unterschied dazu können die digitalen Medien der Onleihe orts- und zeitunabhängig genutzt werden. Dazu werden elektronische Geräte wie E-Book-Reader, Tablets, Smartphones oder Computer benötigt. Für den Vorgang der Ausleihe wird eine Internetverbindung benötigt, nicht aber für die Nutzung der Medien selbst.

Als 2008 die Digitale Bibliothek St.Gallen im Rahmen eines Pilotprojekts mit 12 Bibliotheken startete, umfasste der Bestand rund 1'000 Medien. Drei Jahre später entstand aus dem Pilotprojekt ein Gemeinschaftsprojekt von 14 Ostschweizer Bibliotheken und der Liechtensteinischen Landesbibliothek mit 12'000 Medien. 2013 wuchs der Verbund weiter und umfasste zu diesem Zeitpunkt 95 Bibliotheken, darunter 57 aus dem Kanton Zürich. Im Jahr 2017 tätigten 30'000 Benutzerinnen und Benutzer aus 180 Bibliotheken 870'000 Ausleihen. Der Bestand umfasst aktuell 130'000 Medien.

In den letzten zehn Jahren entwickelte sich mit der Digitalen Bibliothek Ostschweiz ein Angebot, das sich immer noch steigender Nachfrage erfreut. Es darf erwartet werden, dass die Anzahl der Ausleihen in diesem Jahr die Marke von einer Million erreicht. Damit etablierte sich dieses Angebot als eine attraktive, geschätzte Ergänzung des Angebotsportfolios der Verbundbibliotheken für ihre Benutzerinnen und Benutzer.

Ostschweizer Anteil bei Dibiost
Bei der Medienauswahl wird unter anderem darauf geachtet, dass auch Werke Schweizer Schriftstellerinnen und Schriftsteller sowie Titel von Schweizer Verlagen in den Bestand der Digitalen Bibliothek Ostschweiz aufgenommen werden. Die nachfolgende Liste zeigt exemplarisch einige Werke aus dem Einzugsgebiet von Dibiost:

  • Appenzell Ausserrhoden: Andreas Giger - Er schreibt Appenzeller Krimis
  • Appenzell Innerrhoden: Angelika Wessels - Ihr ‚Einsatz im Alpstein' erschien im Appenzeller Verlag
  • Glarus: Tim Krohn - Unter anderem sind seine Romane über das Glarnerland bekannt, wo er aufgewachsen ist
  • Graubünden: Romana Ganzoni - ‚Granada Grischun' ist das Erstlingswerk der Engadinerin. Auch Literatur in Romanisch aus der Chasa Editura Rumantscha gibt es bei Dibiost
  • Schaffhausen: Markus Werner - Bei Dibiost sind alle Romane des 2016 verstorbenen Schaffhausers verfügbar
  • St.Gallen: Anna Stern - Der Rorschacherin wurde kürzlich an den 42. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt der 3sat-Preis verliehen
  • Thurgau: Andrea Gerster - Die Thurgauerin wurde schon mehrfach ausgezeichnet
  • Zürich: Yusuf Yesilöz - Seine türkische Herkunft ist in den Werken des in Winterthur lebenden Schriftstellers durchgängig präsent. Sie erschienen im Limmat Verlag und im Rotpunktverlag
  • Fürstentum Liechtenstein: Armin Öhri - Er gilt momentan als auflagenstärkster Schriftsteller Liechtensteins

Erste Medien im Bestand
Sprachführer, Hörbücher, z. B. zu klassischen Werken, zeitgenössische Romane oder Gustav Schwabs ‚Sagen des klassischen Altertums' gehören seit 2008 zu den Dauerbrennern der Onleihe. Auch ein Bestand von gut 5'000 Tonträgern mit mehrheitlich klassischer Musik wird seit den Anfängen gern entliehen - genauso wie Hörspiele in Englisch. Bei der bereits früh verfügbaren und weiterhin beliebten Belletristik sei stellvertretend auf die Werke des israelischen Satirikers Ephraim Kishon hingewiesen, der einige Jahre seines Lebens in Meistersrüte/Appenzell verbrachte und 2005 dort verstarb.

Zukunft von Dibiost
Um die Bedürfnisse und Anforderungen der Benutzerinnen und Benutzer noch besser erfüllen zu können, entwickelt sich die Onleihe technisch laufend weiter. Die inhaltliche Stärke liegt bei ihrem Fokus auf Büchern, Hörbüchern, Zeitschriften und Zeitungen in deutscher Sprache. Ziel ist es, gefragte, empfohlene und nominierte oder ausgezeichnete Werke jeweils bald nach Erscheinungstermin im Bestand der Digitalen Bibliothek Ostschweiz zur Verfügung stellen zu können. Ein intensiver Austausch mit dem Dienstleister, der seinerseits die Vertragsverhandlungen mit den Verlagen führt, wird auch in Zukunft den Verein Dibiost fordern. Ein weiteres Vereinsziel besteht darin, das Angebot an Medien für Kinder und Jugendliche zu vergrössern.

Es gibt keine Anzeichen, dass die analogen Medien in Bibliotheken bald durch digitale verdrängt werden. Die Zahl der Benutzerinnen und Benutzer von Bibliotheken, die digitale Medien nutzen, wird aber weiterhin ansteigen. Der Verbund möchte geografisch nicht wachsen, er nimmt aber gerne weitere Bibliotheken innerhalb seines Einzugsgebiets auf. Unter dem Dach des Vereins unterstützt er die Bibliotheken in ihrem Bestreben, das Angebot elektronisch verfügbarer Bücher, Hörbücher, Zeitschriften und Zeitungen in der Bevölkerung noch besser bekannt zu machen.

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Dibiost (www.dibiost.ch) wird von 180 Bibliotheken der Kantone Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Glarus, Graubünden, Schaffhausen, St.Gallen, Thurgau und Zürich sowie dem Fürstentum Liechtenstein getragen. Die Kantonsbibliotheken finanzieren gemeinsam 23,7%, Mittelschulbibliotheken dieser Kantone 6,2% und Schul- und Gemeindebibliotheken 70,1% der Kosten von CHF 450‘225.00 (2018).

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