Europäischer Tag des Denkmals: Einblick in die Fabrik am Rotbach

Ausschnitt Fabrik am Rotbach © Fabrik am Rotbach

Unter dem Motto "Farben-Couleurs-Colori-Colurs" stehen am kommenden Wochenende in der ganzen Schweiz die Türen zu Kulturerbestätten verschiedener Epochen offen. Aus Anlass der 26. Europäischen Tage des Denkmals erlaubt auch Appenzell Ausserrhoden mit Unterstützung der "Fabrik am Rotbach" interessante Einblicke: Am Samstag, 14. September, lädt sie zur ehemaligen "Bleicherei in der Au".

Fabrik am Rotbach

Die ehemalige Bleicherei am Rotbach bildet den Schauplatz für verschiedene Referate, Besichtigungen und Ausstellungen. Dank grossem, privatem Engagement konnte die Fabrikruine vor 30 Jahren einer neuen Nutzung zugeführt werden. Ziel des Projektes war es, möglichst viel der bestehenden Bausubstanz zu erhalten, unsachgemässe Eingriffe und Überflüssiges rückzubauen und gezielt Neues einzufügen. So erhielt die Fabrik mit Wohn-, Arbeits- und Gemeinschaftsräumen eine neue Bestimmung. Den über die Jahre veränderten Bedürfnissen galt und gilt es seither laufend Rechnung zu tragen. Die Fabrik am Rotbach versteht sich als kleines Dorf, welches sich achtsam um Infrastruktur, Mensch, Tier und Natur bemüht und immer noch viel bewegt. Am Samstag besteht die Möglichkeit, einzelne der Wohn- und Arbeitsräume zu besichtigen. Anhand vorhandener Dokumente kann sowohl der Geschichte der Renovation, als auch jener ehemaliger Kunstaktionen von Roman Signer in der Fabrik am Rotbach nachgespürt werden. Es erwartet den Besucher, die Besucherin integrierte Ausstellungen und eine Kunstinstallation sowie eine Vortragsreihe mit drei Referaten.

Erblast der Moderne - Spuren der Vergangenheit

Der bekannte Architekturkritiker Benedikt Loderer eröffnet kurz vor Mittag um 11.30 Uhr den Anlass. Seit Jahren kämpft er gegen den "Bau-Wahn" in der Schweiz und die Zersiedelung. In seinem Referat zur "Erblast der Moderne" nimmt er das Publikum mit auf eine Reise durch die Geschichte von "Babylon bis Berlin". Dass die Fabrik auch gesellschaftsgeschichtlich Interessantes birgt, weiss der Historiker Thomas Fuchs. Er erinnert an die Zeit gegen Ende des Zweiten Weltkrieges. Als sogenanntes Quarantänelager für militärisch Internierte und zivile Flüchtlinge wurde die leer stehende Fabrik am Rotbach bereits vor 75 Jahren ein erstes Mal für Wohnzwecke genutzt. Noch heute lässt sich an vorhandenen Wandmalereien ablesen, welche Räume welchen Zwecken gedient haben.

Die Denkmalpflege bekennt Farbe

Die Vortragsreihe wird Anfang Nachmittag Hans-Ruedi Beck von der Denkmalpflege abschliessen. Oft wird die Bedeutung von Farben im öffentlichen Raum vernachlässigt. Doch die farbliche Gestaltung ist ein wichtiger Aspekt. Anhand von Beispielen zeigt Hans-Ruedi Beck auf, welche Wirkung Farben als "Merkmal der Ordnung" haben. Farben werden in Appenzell Ausserrhoden, anders als im Nachbarkanton, meist in dezenten Tönen eingesetzt. Farbe ist keine Nebensache, sie gilt es, bewusst einzusetzen.

Während oder anschliessend an die Referate besteht im eigens dazu eingerichteten "Sprechzimmer" die Gelegenheit, zwischen 12:30 Uhr bis 14:30 Uhr mit der Leitung der Denkmalpflege Appenzell Ausserrhoden in Kontakt zu treten. Zögern Sie nicht, brennende Fragen zu stellen, die Denkmalpflege bekennt Farbe.

Detaillierte Informationen zum Programm sind auf der Website der Denkmalpflege abrufbar.

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