Hauptinhalt

Lüftung und Klimatisiserung

(Art. 17 kEnV)

Begriff

Lüftungstechnische Anlagen werden für Räume mit erhöhten Komfortanforderungen oder starker Luftbelastung durch Gerüche, Feuchtigkeit, Gase, Dämpfe, hohe Temperaturen usw. eingesetzt. Darunter fallen sowohl gewöhnliche Wohnungslüftungen als auch Anlagen zur Kühlung oder Befeuchtung. Die Luftbehandlung kann je nach Technisierungsstufe die Funktionen Filtrieren, Heizen, Kühlen oder Befeuchten umfassen (vgl. Vollzugshilfsmittel EN-4, Lüftungstechnische Anlagen, der Konferenz kantonaler Energiefachstellen).

Lüftungsschema mit Abkürzungsdefinitionen
Lüftungsschema mit Abkürzungsdefinitionen

Lüftungstechnische Anlagen mit Aussenluft und Fortluft

Lüftungstechnische Anlagen mit Aussenluft und Fortluft sind mit einer Wärmerückgewinnung auszurüsten, die einen Temperaturänderungsgrad nach dem Stand der Technik aufweist.

Mechanische Abluftanlagen

Mechanische Abluftanlagen von beheizten Räumen müssen entweder mit einer kontrollierten Zuführung der Ersatzluft und einer Wärmerückgewinnung oder aber einer Nutzung der Abluftwärme ausgerüstet sein. Davon ausgenommen sind mechanische Abluftanlagen, deren Abluftvolumenstrom weniger als 1000 m3/h und deren Betriebsdauer weniger als 500 Stunden im Jahr beträgt. Der in der Küche eines Einfamilienhauses installierte Dampfabzug fällt im Gegensatz zum Dampfabzug einer grösseren Restaurantküche folglich unter die Ausnahmebestimmung.

Sind in einem Gebäude mehrere getrennte Anlagen in Betrieb, werden sie als eine Anlage beurteilt.

Luftgeschwindigkeiten

Die höchstens zugelassenen Luftgeschwindigkeiten betragen je nach Grösse des Volumenstroms zwischen 3 m/s und 7 m/s. Grössere Luftgeschwindigkeiten sind zulässig, wenn kein erhöhter Energieverbrauch auftritt, die Anlage weniger als 1'000 Stunden jährlich betrieben wird oder wenn sie wegen einzelner räumlicher Hindernisse nicht vermeidbar sind.

Dämmung

Die Anforderungen an Anlagen zur Lüftung und Klimatisierung entsprechen dem Stand der Technik. Luftkanäle, Rohre und Geräte von Lüftungs- und Klimaanlagen müssen abhängig von der Temperaturdifferenz und der Wärmeleitfähigkeit des Dämmmaterials gedämmt werden. Bei einer Temperaturdifferenz von weniger als 5 K kann auf eine Dämmung verzichtet werden. Temperaturdifferenz-Werte zwischen 5 und 15 K werden interpoliert. Die Dämmstärke kann in begründeten Fällen reduziert werden, z.B. bei Kreuzungen und dergleichen, bei wenig benutzten Leitungen mit Klappen im Bereich der thermischen Hülle sowie bei Platzproblemen im Rahmen von Ersatz und Erneuerung.

Anlagen zur Kühlung oder Befeuchtung

Anlagen zur Kühlung oder Befeuchtung wie z.B. Klima- und Kühlanlagen sind nicht mehr bewilligungspflichtig. Entsprechend entfällt auch der Bedarfsnachweis. Stattdessen gelten neue Vorschriften über die technischen Anforderungen solcher Anlagen sowie Vorschriften über den sommerlichen Wärmeschutz von Gebäuden.

Anlagen zur Kühlung, Befeuchtung oder Entfeuchtung müssen generell dem Stand der Technik entsprechen (vgl. Vollzugshilfsmittel EN-5, Kühlen, Be- und Entfeuchten, der Konferenz kantonaler Energiefachstellen). Heranzuziehen ist diesbezüglich die Norm SIA 382/1 "Lüftungs- und Klimaanlagen – Allgemeine Grundlagen und Anforderungen", Ausgabe 2007. Insbesondere darf der elektrische Leistungsbedarf von Lüftungs- und Klimaanlagen für Medienförderung und -aufbereitung einschliesslich Kühlung, Befeuchtung, Entfeuchtung und Wasseraufbereitung in Neubauten höchstens 7 W/m2 und in bestehenden Bauten höchstens 12 W/m2 betragen. Werden diese Werte nicht eingehalten, gilt hinsichtlich der Kaltwassertemperaturen und der Leistungszahlen der Kälteerzeuger der Stand der Technik.

Amt für Umwelt

  • Kasernenstrasse 17A
  • 9102 Herisau
  • T: +41 71 353 65 35
  • F: +41 71 353 65 36

Neutrale Energieberatung

Tel. 071 353 09 49 – Mailanfrage