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Wärmepumpen

Erdwärmenutzung / Erdwärmesonden

Bohrplatz für Erdsonden

Die Wärmegewinnung mittels Erdwärmesonden erfreut sich auch im Kanton Appenzell Ausserrhoden weiterhin grosser Beliebtheit, da es sich um eine einheimische, erneuerbare Energiequelle handelt. Bereits etwa 10 m unter der Oberfläche weist das Erdreich eine annähernd konstante Temperatur auf, welche mit zunehmender Tiefe um rund 3°C pro 100 m zunimmt. Mit einem Erdsonden-Wärmepumpen-system kann in neuen Anlagen bereits ca. 3/4 der Heizenergie aus dem Erdreich gewonnen werden. Es ist sinnvoll, diese Energiequelle zu nutzen, wo immer der Grundwasserschutz dies zulässt. Die Bewilligungspflicht stellt sicher, dass öffentliche Interessen, insbesondere der Schutz des Grundwassers, gewahrt bleiben. Alternative Spezialformen der Erdwärmenutzung sind die Verwendung von Energiepfählen, Energiekörbe oder Erdkollektoren.

Vorgehen bei Interesse für Erdwärmesonden

  1. Selbständige Prüfung der Möglichkeit / Zulässigkeit von Erdwärmesonden im Geoportal (Karte Erdwärmesonden) gemäss den Erläuterungen
    und / oder
    kostenlose schriftliche Anfrage beim Amt für Umwelt mit dem Formular „Gesuch zur Vorabklärung der Wärmenutzung“ per E-Mail oder  Fax (+41 71 353 65 36) .

  2. Einreichung des Anlagegesuches (Hauptformular B1+ Zusatzformular B60) über die Gemeinde

  3. Nach Abschluss der Bohrung senden des Bohrrapportes (Bohrmeister/Bohrfirma) und der geologischen Aufnahme der Bohrung (Geologe) als Bericht an das Amt für Umwelt.

Vorabklärungen

 

a) Mittels Erdwärmesondenkarte

Die Erdwärmesondenkarte ist die massgebende Planungsgrundlage für Erdwärmesonden im Kanton Appenzell Ausserrhoden. Sie stützt sich auf die Gewässerschutzkarte sowie die Grundwasserkarte und berücksichtigt bekannte geologische Strukturen wie z.B. Karstgebiete, stark geklüftete Gesteinsformationen, Rutsch- und Bergsturzgebiete oder tektonische Störungszonen. Erdwärmesonden sind überall dort möglich, wo es die lokalen hydrogeologischen Verhältnisse erlauben.

Im Geoportal  ist stets der aktuelle Stand Erdwärmesondenkarte über den Direktlink oder durch die Kartenauswahl "Natur+Umwelt"  — "Erdwärmesondenkarte"  einsehbar.

Zulässigkeitsgebiete:

Unter Berücksichtigung der Wegleitung Grundwasserschutz (BUWAL, 2004) und der Vollzugshilfe Wärmenutzung aus Boden und Untergrund (BAFU, 2009) werden folgende drei Gebiete unterschieden:

  • Gelber Bereich = EWS grundsätzlich möglich =>  bewilligungspflichtig => Baugesuch direkt über die Standortgemeinde des Bauvorhabens einreichen
  •  Brauner Bereich = EWS fallweise, ev. mit Einschränkungen, möglich => Vorabklärung (evtl. hydrogeolog. Gutachten) notwendig  => Gesuch zur Vorabklärung der Wäremnutzung direkt ans AfU
  • Roter Bereich = EWS grundsätzlich nicht möglich
 b) schriftliche Anfrage beim Amt für Umwelt

Diese kostenlose Dienstleistung soll in einer frühen Planungsphase die grundsätzliche Möglichkeit einer Erdsondenbohrung oder eines Erdsondenfeldes beantworten. Diese Information kann - ohne die genauen Bedarfsdaten des Gebäudes (Sondenanzahl, Sondenlänge) zu kennen - ermittelt werden. Eine durchgeführte Vorabklärung ersetzt in keinem Fall das normale Anlagegesuch. Das entsprechende Anfrageformular steht zum Download bereit.

Anlagegesuch bei Gemeinde einreichen

Bohrungen jeglicher Art, insbesondere das Abteufen von Erdwärmesonden bedürfen einer Bewilligung der kantonalen Behörde. Die vollständig ausgefüllten Formulare (Hauptformular B1 + Zusatzformular B60) sind der Standortgemeinde zusammen mit notwendigen Beilagen vollständig einzureichen. Die entsprechenden Gesuchsformulare stehen zum Download bereit.

Diesem Gesuch ist ein Situationsplan (1:500 oder 1:1'000) sowie ein Grundbuch- oder Katasterplanausschnitt (1:5'000 oder 1:10'000) beizulegen. Die Pläne können im Internet unter der Adresse www.geoportal.ch selber erstellt respektive ausgedruckt werden.

Berichterstattung / Dokumentation Profilaufnahme

Der Kanton Appenzell Ausserrhoden verzichtet in seiner Bewilligungspraxis in den meisten Fällen auf ein vorgängig zu erstellendes hydrogeologisches Gutachten, verlangt aber die Dokumentation der Bohrung: Bohrprotokoll, geologische Profilaufnahme, Bericht über sämtliche hydro-geologischen und geologischen Ereignisse und Feststellungen, getroffene Massnahmen. 

Amt für Umwelt

  • Kasernenstrasse 17A
  • 9102 Herisau
  • T: +41 71 353 65 35
  • F: +41 71 353 65 36

Neutrale Energieberatung

Tel. 071 353 09 49 – Mailanfrage