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Wärmeschutz

Wärmeschutz

Bauten, welche heute erstellt oder erneuert werden, müssen nicht nur den herkömmlichen Ansprüchen wie Funktionalität, Qualität, Wirtschaftlichkeit, architektonischer Gestaltung und städtebaulicher Integration genügen, sondern auch die energetischen und ökologischen Aspekte berücksichtigen.

Auf der Suche nach einer hohen Bauqualität müssen diese Forderungen und Ansprüche auch bezüglich der Gebäudehülle angemessen berücksichtigt werden.

Grundsatz (Art. 9 kEnG)

Bauten, Anlagen oder Teile davon sowie damit zusammenhängende Ausstattungen und Ausrüstungen (Haustechnik) sind derart zu erstellen, zu betreiben und zu unterhalten, dass eine sparsame und rationelle Energieverwendung gewährleistet ist. Der Regierungsrat regelt die Anforderungen und deren Nachweis. Er kann insbesondere Energiekennzahlen vorschreiben sowie Normen verbindlich erklären.

Anwendungsbereich der Anforderungen (Art. 2a kEnV)

Alle Bauten, die neu erstellt, umgebaut oder umgenutzt werden (Neubauten und Umbauten und Umnutzungen), müssen den Anforderungen entsprechen, wenn sie beheizt, gekühlt, belüftet oder befeuchtet werden. Dies gilt ebenso für Neuinstallationen, Erneuerungen, Umbauten und Änderungen haustechnischer Anlagen zur Aufbereitung und Verteilung von Wärme, Kälte, Warmwasser und Raumluft.

Wärme- und Kälteschutz von Bauten (Art. 10 kEnV)

Deren Anforderungen werden in Art. 10 kEnV ausgeführt, wonach die Norm SIA 380/1, Thermische Energie im Hochbau, Ausgabe 2009 als verbindlich erklärt wird, soweit die Energieverordnung nicht besondere Vorschriften enthält. Für die Berechnungen sind die Grenzwerte massgebend. Die Anforderugnen an Kühlräume, Gewächshäuser und Traglufthallen sind in Art. 12 und Art. 13 der kEnV definiert.

Seit dem Jahr 2012 ist nebst dem winterlichen auch dem sommerlichen Wärmeschutz Beachtung zu schenken. Einzelheiten zum Vollzug finden sich in einem separaten Kapitel und in der Vollzugshilfe EN-2, Wärmeschutz von Gebäuden, der Konferenz kantonaler Energiefachstellen.

Klimadaten für die Berechnung des Heizwärmebedarfs (Art. 10b kEnV)

Für die Berechnung des Heizwärmebedarfs gelten im ganzen Kanton Appenzell Ausserrhoden die Klimadaten der Station St.Gallen nach dem Merkblatt SIA 2028, Klimadaten für Bauphysik, Energie- und Gebäudetechnik, Ausgabe 2008. Auf die Anwendung unterschiedlicher Klimastationen und gleichzeitiger Höhenlagekorrektur wurde verzichtet, was zu einer wesentlichen Vereinfachung des Vollzugs führt. Eine Korrektur für die Höhenlage oder das Lokalklima ist nicht zulässig.

Klimadaten der Station St.Gallen

Höhe ü. Meer: 779m,  Lage: NW,  Klimaregion: 3,  Jahresminimum-Temp.: -10°C

Wärmebrücken

Wärmebrücken sind Schwachstellen der Gebäudehülle, die einen höheren Wärmedurchgangskoeffizienten aufweisen als die benachbarten Bauteile. Folgen von Wärmebrücken sind einerseits ernstzunehmende Schadenrisiken (Oberflächenkondensat, Pilzbefall) und andererseits erhöhte Wärmeverluste. Wärmebrücken werden häufig verursacht durch Materialwechsel oder Durchdringung und Schnittstellen an Bauteilen der Gebäudehülle wie z.B. auskragende Vordächer oder Balkonplatten, die Dämmschicht durchstossende Träger, Fensterstürze usw. Für lineare und punktuelle Wärmebrücken gelten die Grenzwerte der Norm SIA 380/1, Thermische Energie im Hochbau, Ausgabe 2009.

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