Hauptinhalt

sommerlicher Wärmeschutz

Grundsatz (Art. 10a kEnV)

Der sommerliche Wärmeschutz wird in Anbetracht der gleichermassen steigenden Aussentemperaturen und Komfortbedürfnisse immer wichtiger. Deshalb sollen grundsätzlich alle Bauten über einen Sonnenschutz verfügen. Als Sonnenschutz zugelassen ist grundsätzlich jegliche Art der künstlichen Beschattung wie z.B. Rolläden, Lamellenstoren, Stoffmarkisen oder traditionelle Fensterläden. Im Fall einer Raumklimatisierung muss der Sonnenschutz zudem steuerbar und windfest sein.

Der Erlass einer Vorschrift über den sommerlichen Wärmeschutz wurde notwendig, weil seit einigen Jahren Neubauten vermehrt mit einer Kühlung versehen, aber auch in viele bestehende Bauten nachträglich Raumkühlungen eingebaut werden. Diese Art der Behaglichkeit bei hochsommerlichen Aussentemperaturen wird in zunehmenden Masse als selbstverständlich vorausgesetzt, ist aber ausgesprochen energieintensiv. Für den energieeffizienten Betrieb einer Klimaanlage ist deshalb eine automatische, von der Sonneneinstrahlung abhängige Steuerung des Sonnenschutzes unumgänglich.

Sommerlicher Wärmeschutz für Neubauten

Als Neubauten im Sinn von Art. 10a kEnV gelten alle Bauten, deren Baubewilligung ab 1. Januar 2012 oder später rechtskräftig wurde. Neubauten müssen stets über einen Sonnenschutz verfügen. In nicht klimatisierten neuen Wohnbauten genügt ein Sonnenschutz in Form üblicher handbetriebener Rolläden, Lamellenstoren, Stoffmarkisen oder traditioneller Fensterläden.

Weil der Gesamtenergiedurchlassgrad von Fenstern und die Ausgestaltung des Sonnenschutzes im Nachhinein kaum mehr mit verhältnismässigen Massnahmen verbessert werden kann, ist es bei neuen Dienstleistungsbauten äusserst wichtig, die Anforderungen auch dann einzuhalten, wenn im Zeitpunkt der Erstellung noch keine Klimatisierung geplant ist.

Sommerlicher Wärmeschutz für bestehende Bauten

Eine Nachrüstungs- bzw. Sanierungspflicht bestehender Bauten mit Sonnenstoren und dergleichen besteht nicht. Der Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes muss bei Umbauten somit nicht erbracht werden. Im Rahmen von Umbauten könnte allenfalls bei einer grundlegenden Fassadenrenovation eine nachträgliche Ausrüstung verlangt werden, sofern das Gebäude über grosse sonnenexponierte verglaste Flächen verfügt.

Wird eine bestehende Baute neu mit einer Klimaanlage ausgestattet, muss diese Baute nachträglich mit einem Sonnenschutz ausgestattet werden, dessen Steuerung und Windfestigkeit dem Stand der Technik entspricht. Der nachträgliche Einbau einer Klimaanlage setzt folglich voraus, dass der Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes erbracht wird.

Sommerlicher Wärmeschutz für gekühlte Bauten

Bei neuen Bauten muss stets geprüft werden, ob eine Raumkühlung notwendig oder erwünscht ist. Letzteres trifft beispielsweise regelmässig bei Dienstleistungsbauten zu, nicht hingegen bei Wohnbauten. Die Begriffe "notwendig" und "erwünscht" sind der Norm SIA 382/1, Ausgabe 2007, entnommen (vgl. Ziff. 8 der Vollzugshilfe EN-2, Wärmeschutz von Gebäuden, der Konferenz kantonaler Energiefachstellen). Danach werden für die Beurteilung, ob eine Kühlung notwendig ist, die internen Wärmequellen und die vorhandenen Möglichkeiten zur mechanischen Lüftung oder zur Fensterlüftung berücksichtigt. Für die Bestimmung der internen Wärmequellen ist die tatsächliche Wärmeabgabe von Personen, Geräten und Beleuchtung massgeblich.

Gilt eine Kühlung als notwendig oder erwünscht, muss der Sonnenschutz automatisch gesteuert und windfest sein. Es sind grundsätzlich alle elektronisch steuerbaren Sonnenschutzvorrichtungen zugelassen. Die automatische Steuerung erfolgt abhängig von den Bestrahlungsverhältnissen, zumindest aber fassadenweise. Individuelle Steuerungen der einzelnen Fenster durch die Raumnutzenden sind weiterhin möglich. Der Sonnenschutz ist frei wählbar, so dass auch bei aktiviertem Sonnenschutz bei Tageslicht gearbeitet werden kann; z.B. können Lamellenstoren so gewählt und gesteuert werden, dass sie ganz oder nur in einem Bereich horizontal gestellt werden können.

vom sommerlichen Wärmeschutz befreit (Art. 11 Abs. 3 kEnV)

Bei Bauten, die für die Dauer von höchstens drei Jahren bewilligt werden, und bei energetisch relevanten Umnutzungen, in deren Rahmen keine Räume geschaffen werden, deren Kühlung notwendig oder erwünscht ist, muss kein sommerlicher Wärmeschutz realisiert werden. Dasselbe gilt für Vorhaben, für die mit einem dem Stand der Technik entsprechenden Rechenverfahren nachgewiesen ist, dass kein erhöhter Energieverbrauch auftreten wird.

Amt für Umwelt

  • Kasernenstrasse 17A
  • 9102 Herisau
  • T: +41 71 353 65 35
  • F: +41 71 353 65 36

Neutrale Energieberatung

Tel. 071 353 09 49 – Mailanfrage