Spezielle Bauten und Anlagen

Blockheizkraftwerk

Kühlräume, Gewächshäuser und Traglufthallen müssen die Anforderungen an den Höchstanteil nicht erneuerbarer Energien nicht erfüllen. Für diese Bauten gelten deshalb die Sonderbestimmungen gemäss Art. 12 und Art. 13 der kEnV.

Beheizte Freiluftbäder, Heizungen im Freien sowie mit Brennstoff betriebene Elektrizitätserzeugungsanlagen sind bewilligungspflichtig. Die Anforderungen sind in den einzelnen Kapiteln detailliert beschrieben.

Kühlräume und Gewächshäuser

Anforderungen an Kühlräume (Art. 12 kEnV)

Wird ein Raum auf unter 8°C gekühlt, dürfen die umschliessenden Bauteile wie Wände, Decken, Boden einen mittleren Wärmezufluss pro Temperaturzone von höchstens 5 W/m2 aufweisen. Dieser hängt von der Umgebungstemperatur ab. Als solche gilt gegen beheizte Räume die Auslegungstemperatur für die Beheizung, gegen Aussenklima 20°C und gegen Erdreich oder unbeheizte Räume 10°C. Bei gekühlten Räumen mit weniger als 30 m3 Nutzvolumen und einem mittleren Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) von höchstens 0,15 W/m2K wird diese Bestimmung nicht angewendet.

Anforderungen an Gewächshäuser (Art. 13 kEnV)

Gewächshäuser haben anstelle der üblichen Anforderungen an Bauten die Anforderungen der EnDK-Empfehlung EN-7 "Beheizte Gewächshäuser"zu erfüllen. Die Empfehlung wurde in Zusammenarbeit mit dem Verband Schweizerischer Gärtnermeister nach der Durchführung verschiedener Studien über die pflanzenphysiologischen und wirtschaftlichen Grenzen von unterschiedlichen Wärmeschutzanforderungen herausgegeben. Sie gilt nur für beheizte Gewächshäuser und unterscheidet zwischen Warmhäusern, welche während der Wintermonate (1. Oktober bis 31. März) auf mindestens 10°C aufgeheizt werden, und Kalthäusern, die weniger stark beheizt werden. Die Gebäudehülle von Warmhäusern muss dem Stand der Technik entsprechend gestaltet sein und darf den mittleren U-Wert von 2,4 W/m2K nicht überschreiten. In Kalthäusern ist der Thermostat auf weniger als 10°C dauerhaft zu plombieren und der Heizenergieverbrauch zu messen.

Traglufthallen

Anforderungen

Mit mobilen, teilweise temporär aufgestellten Traglufthallen können Sport- und Freizeitanlagen wie Schwimmbäder oder Tennisplätze ganzjährig genutzt werden. Solche mit Membran-Dächern gedeckte Bauten weisen einen hohen Energieverbrauch auf. Deshalb hat die Konferenz kantonaler Energiefachstellen dafür die Empfehlung EN-8, Beheizte Traglufthallen erarbeitet. Diese Empfehlung gilt anstelle der üblichen Anforderungen an Bauten. Sie enthält Vorgaben über Wärmedämmung, Lüftung, Heizung und Beleuchtung sowie Betrieb.

beheizte Freiluftbäder

Beheizte Freiluftbäder mit mindestens 8 m3 Inhalt sind bewilligungspflichtig (Art. 12e kEnG). Die energierechtliche Bewilligung wird von der Gemeinde erteilt.


Voraussetzungen für die Bewilligungserteilung bei Nutzung erneuerbarer Energien oder nicht anders nutzbarer Abwärme

Heizungen im Freien werden ohne Weiteres bewilligt, wenn sie ausschliesslich mit erneuerbarer Energie oder nicht anders nutzbarer Abwärme betrieben werden. Als erneuerbare Energien gelten Holz und Sonne. Abwärme darf genutzt werden, wenn sie nicht für andere Zwecke wie z.B. Raumheizung oder Brauchwassererwärmung einsetzbar ist.

Voraussetzungen für die Bewilligungserteilung beim Einsatz einer Wärmepumpe

Ein mittels elektrischer Wärmepumpe beheiztes Freiluftbad wird bewilligt, wenn eine Abdeckung der Wasserfläche gegen Wärmeverluste vorhanden ist.

Heizungen im Freien

Als Heizungen im Freien gelten Wärmeabgabesysteme, die Wärme ausserhalb geschlossener Räume abgeben wie z.B. Vorplatzheizungen, Rampenheizungen, Terrassenheizungen und Dachrinnenheizungen. Diese auch als Aussenheizungen bezeichneten Wärmeabgabesysteme sind bewilligungspflichtig. Die energierechtliche Bewilligungspflicht betrifft ausschliesslich im Freien eingesetzte ortsfeste Heizungen. Heizungen, die für eine Veranstaltung von kurzer Dauer (z.B. einige Tage im Jahr) aufgestellt werden sowie mobile Heizstrahler fallen nicht darunter. Zuständig für die Bewilligungserteilung ist die Gemeinde.

Voraussetzungen für die Bewilligungserteilung bei Nutzung erneuerbarer Energien oder nicht anders nutzbarer Abwärme

Heizungen im Freien werden bewilligt, wenn sie ausschliesslich mit erneuerbarer Energie oder nicht anders nutzbarer Abwärme betrieben werden. Als erneuerbare Energien gelten Holz und Sonne sowie Geothermie, sofern diese ohne Einsatz einer Wärmepumpe erfolgt. Abwärme darf genutzt werden, wenn sie nicht für andere Zwecke wie z.B. Raumheizung oder Brauchwassererwärmung einsetzbar ist.

Voraussetzungen für die Bewilligungserteilung bei Nutzung nicht erneuerbarer Energien

Mit nicht erneuerbarer Energie betriebene Heizungen im Freien werden bewilligt, wenn die folgenden drei Voraussetzungen gegeben sind:

  • die Sicherheit von Personen und Sachen (auch Tieren) oder der Schutz technischer Einrichtungen eine Aussenheizung erforderlich machen
  • bauliche und betriebliche Massnahmen dürfen zu deren Schutz nicht ausführbar oder deren Realisierung müsste unverhältnismässig sein
  • die mit nicht erneuerbaren Energien betriebene Aussenheizung muss mit einer temperatur- und feuchteabhängigen Regelung ausgerüstet sein

mit Brennstoff betriebene Elektrizitätserzeugungsanlagen

Elektrizitätserzeugungsanlagen, die mit fossilen Brennstoffen wie Erdöl, Erdgas oder Kohle betrieben werden, bedürfen gemäss dem eidg. Energiegesetz einer Bewilligung. Neu gelten auch Effizienzanforderungen an Elektrizitätserzeugungsanlagen, welche mit erneuerbaren Brennstoffen (z.B. Biogas, Holz) betrieben werden.

Zuständig für die Bewilligungserteilung ist das Amt für Umwelt (Art. 12a kEnG). Die Bewilligungspflicht entfällt für Anlagen, die zur Notstromerzeugung, einschliesslich Probeläufe, während höchstens 50 Stunden jährlich betrieben werden. Dasselbe gilt, wenn keine Verbindung zum Elektrizitätsnetz besteht und die Erstellung einer solchen nicht zumutbar ist.


Voraussetzung für die Bewilligungserteilung (Art. 12b kEnG)

Mit fossilen Brennstoffen wie z.B. Dieselöl oder Erdgas betriebene Elektrizitätserzeugungsanlagen werden bewilligt, wenn der Energiebedarf nicht mittels erneuerbarer Energien sinnvoll gedeckt werden kann und die Wärme fachgerecht und vollständig genutzt wird. Für mit erneuerbaren Brennstoffen wie z.B. Holz oder Biogas betriebene Elektrizitätserzeugungsanlagen wird für die Erteilung einer energierechtlichen Bewilligung nur vorausgesetzt, dass die Wärme fachgerecht und weitgehend genutzt wird. Damit soll eine bessere energetische Ausnutzung der erneuerbaren Energien erreicht werden, zumal das Bundesrecht eine Abnahmepflicht der aus erneuerbaren Energien erzeugten Elektrizität vorsieht.


Ausnahmen von der Wärmenutzung (Art. 24b kEnV)

Von den Anforderungen der Wärmenutzung befreit sind:

  • Elektrizitätserzeugungsanlagen, wenn sie zur Notstromerzeugung einschliesslich Probeläufe von geringer Dauer betrieben werden
  • mit fossilen Brennstoffen betriebene Elektrizitätserzeugungsanlagen, wenn eine Verbindung zum öffentlichen Elektrizitätsverteilnetz weder besteht noch mit verhältnismässigem Aufwand hergestellt werden kann
  • mit erneuerbaren gasförmigen Brennstoffen betriebene Elektrizitätserzeugungsanlagen, wenn nur ein beschränkter Anteil nichtlandwirtschaftliches Grüngut verwertet wird und eine Verbindung zum öffentlichen Gasverteilnetz weder besteht noch mit verhältnismässigem Aufwand hergestellt werden kann

Technische Formulare und zugehörige Vollzugshilfen

Nachweis-    
formular
Vollzugs-
hilfe
KühlräumeEN-6EN-6
GewächshäuserEN-7EN-7
Traglufthallen

 

EN-8

EN-8

ElektizitätserzeugungsanlagenEN-9EN-9
Heizen im FreienEN-10EN-10
FreiluftbadEN-11EN-11

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