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Minergie

Die Qualitätsmarke MINERGIE bezeichnet und qualifiziert Güter und Dienstleistungen, die den rationellen Energieeinsatz und die breite Nutzung erneuerbarer Energien bei gleichzeitiger Verbesserung der Lebensqualität, Sicherung der Konkurrenzfähigkeit und Senkung der Umweltbelastung ermöglichen. Vorrangiges Ziel der Marke ist es, das Vertrauen der Öffentlichkeit in diese Güter und Dienstleistungen zu stärken.

Die geschützte Marke wird von Bund, Kantonen und Wirtschaft gemeinsam getragen. Im Zentrum steht der reduzierte Energieverbrauch bei gleichzeitig erhöhtem Wohn- und Arbeitskomfort. Ermöglicht wird dies durch eine hochwertige Bauhülle und eine systematische Lufterneuerung.

Der spezifische Energieverbrauch gilt als Leitgrösse, um die geforderte Bauqualität zu quantifizieren. Dadurch ist eine zuverlässige Bewertung gegeben. Relevant ist nur die zugeführte Endenergie.Der Baustandard MINERGIE geniesst eine breite Akzeptanz. In der Baubranche hat sich mittlerweile ein vielfältiges Angebot an Dienstleistungen und Produkten für MINERGIE - Bauten entwickelt. Zu den Anbietern zählen Architekten und Ingenieure, Hersteller von Materialien, Komponenten und Systemen. Die Breite dieses Marktes fördert die Qualität.

Zertifizierung

Es bestehen für alle Gebäudekategorien Standards, welche als einzuhaltende Anforderungen durch den Verein MINERGIE definiert wurden. Dabei stützt sich die Einteilung der verschiedenen Gebäude auf die Gebäudekategorieneinteilung gemäss SIA 380/1 (Ausgabe 2001). Es sind sowohl für Neubauten wie auch Sanierungen Anforderungen definiert. Die Einhaltung der Anforderungen muss über den MINERGIE-Nachweis respektive den Labelantrag geführt werden.

Alternativ zum vorgängig beschriebenen Ablauf, kann für die Kategorie II EFH der Nachweis über den vereinfachten Weg - Standardlösungen geführt werden.

Für weitere Informationen zum Thema Zertifizierung und für den Download der notwendigen Unterlagen verweisen wir sie auf die Homepage des Vereins MINERGIE.

Förderung

Aufgrund der genannten Anpassungen wurde das Förderprogramm um die neuen Gebäudekategorien ergänzt, so dass nun alle zertifizierten Gebäude in den Genuss eines Förderbetrages gelangen können. Die bisher gültigen Beitragsbedingungen müssen auch weiterhin erfüllt sein. Weitere Informationen zu den Förderbeiträgen und Bedingungen erhalten sie im Kapitel Förderung. Hier kann ebenfalls das angepasste Formular "Fördergesuch für Gebäude nach MINERGIE Standard" heruntergeladen werden.

Standardlösungen nach MINERGIE

Seit dem 1. Juli 2003, können für Gebäude der Kategorie II Wohnen EFH Standardlösungen nach Minergie gewählt werden.

Ziel:

Um den Minergienachweis für ein EFH zu erbringen, kann zwischen insgesamt 4 Standardlösungen gewählt werden. Der Nachweis mittels dieser Standardlösungen entbindet, bei Einhaltung sämtlicher Vorgaben, vom Systemnachweis und ist somit ein äusserst vereinfachter Weg zur Erreichung eines Minergie-Zertifikates.

Anforderungen an die Gebäudehülle:

Die gestellten Anforderungen an die Gebäudehülle sind bei allen 4 Standardlösungen zwingend einzuhalten. So werden unabhängig von der gewählten Variante maximale Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte) sowie der maximale Fensterflächenanteil vorgegeben:

Wärmedurchgang (U-Werte)

Bei allen vier Standardlösungen dürfen die Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte in W/m2K) der untenstehenden Tabelle nicht überschritten werden.

Fensterflächenanteil

Das Verhältnis Fensterfläche Aw zu Energiebezugsfläche EBF (Aw/EBF) darf 0,3 (30%) nicht übersteigen.

Wärmebrücken

Für die Wärmebrücken wird die Einhaltung des in der SIA-Norm 380/1 definierten Grenzwertes für Einzelanforderungen verlangt.

Lösungsmöglichkeiten für die Haustechnik

Hier werden die eigentlichen Standardlösungen vorgestellt:

Systeme der Wärmeerzeugung bei den Standardlösungen nach MINERGIE®

Standardlösung
Nr.


1


2


3


4

Wärmeerzeungs-
system (1)

Wäremepumpe mit Erdsonde

Holzfeuerung + Sonnen-kollektoren mind. 2% der EBF

automatische Holzfeuerung

Wärmepumpe mit Aussenluft

Wärmeabgabe Vorlauftemperatur

höchstens 35°C

höchstens 50°C

höchstens 50°C

höchstens 35°C

 Standardlösung 1

  • Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdwärmesonde als Wärmequelle, für Heizung und Wasserwärmung ganzjährig

Standardlösung 2

  • Holzfeuerung für Heizung und Wasserwärmung während der Heizperiode

  • Sonnenkollektoren für Wassererwärmung ausserhalb der Heizperiode

  • Als Mass der Sonnenkollektorfläche gilt die Fläche von verglasten, selektiv beschichteten Absorbern.

Standardlösung 3

  • Automatische Holzfeuerung für Heizung und Wassererwärmung ganzjährig (z.B. Pelletheizung)

Standardlösung 4

  •  Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Aussenluft als Wärmequelle, für Heizung und Wasserwärmung ganzjährig.
  • Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist so auszulegen, dass der Wärmeleistungsbedarf für das ganze Gebäude und für die Wassererwärmung ohne zusätzliche elektrische Nachwärmung erbracht werden kann.

  • An Gebäudestandorten über 1000 m über Meer ist die Standardlösung 4 nach MINERGIE® nicht anwendbar.

Vorgaben an die Lüftung:

Für das Lüftungssystem werden 2 Bedingungen genannt:

  1. Wärmetauscher mit WRG Grad von mindestens 80%
  2. Gleichstrom- oder EC-Motoren für Ventilatorenbetrieb

Vorgaben für die Kosten:

Die Mehrkosten zur Erfüllung der Standardlösungen dürfen, im Vergleich zu konventionellern Objetkten, 10% nicht übersteigen.

Unterlagen und weitere Informationen:

Im Internet unter : www.minergie.ch sind genauere Angaben zu den Minergie-Standardlösungen für EFH einsehbar. Es ist dort auch das Reglement sowie ein Nachweistool (Excel) für diese Standardlösungen downloadbar.

Amt für Umwelt

  • Kasernenstrasse 17A
  • 9102 Herisau
  • T: +41 71 353 65 35
  • F: +41 71 353 65 36

Neutrale Energieberatung

Tel. 071 353 09 49 – Mailanfrage