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Gebietsfremde Pflanzen (Neophyten)

Blumen (solidago canadensis)

Als Folge der Globalisierung und der massiven Zunahme des Waren- und Personenverkehrs, gelangen Pflanzen aus fernen Gebieten zu uns. Einige dieser gebietsfremden Pflanzen und Tiere verbreiten sich invasiv und verdrängen unsere einheimische Flora oder verursachen andere Probleme.

Weitere Informationen

In der Schweiz sind ca. 450 gebietsfremde Pflanzenarten ausgewildert und haben sich etabliert (Neophyten). Das heisst, sie vermehren sich in der freien Natur ohne das Zutun des Menschen. Die allermeisten dieser Pflanzen stellen kein Problem dar. Sie bereichern teilweise gar unsere Artenvielfalt. Ein paar wenige Arten sind in ihrer Überlebensstrategie jedoch den heimischen Pflanzen überlegen und verbreiten sich rasant (invasive Neophyten). Von anderen Arten weiss man aus dem nahen Ausland, dass sie sich invasiv ausbreiten können.

Der Bund hat daher in der Freisetzungsverordnung diejenigen Arten mit dem grössten Schadpotential verboten und die Kantone dazu verpflichtet, dafür zu sorgen, dass sie bekämpft werden.

Neu auftretende invasive gebietsfremde Pflanzen früh zu erkennen und rechtzeitig und koordiniert Massnahmen zu ergreifen (Früherkennung und Sofortmassnahmen) sind höchst effiziente Ansätze, um absehbare grössere Probleme abzuwenden. In der Schweizer Schwarzen Liste der invasiven gebietsfremden Pflanzen werden deshalb auch Arten berücksichtigt und eingestuft, die noch nicht in der Schweiz vorkommen. Diese Liste und die Watch-Liste enthalten Pflanzenarten, die überwacht und bei der Planung von Sofortmassnahmen berücksichtigt werden sollten.

Neophyten in Appenzell Ausserrhoden

Seit 2007 werden in Appenzell Ausserrhoden diejenigen Arten, welche sich in unserem Kanton ausgebreitet haben, bekämpft. In einer kantonalen Verordnung über den Umgang mit gebietsfremden Organismen (GOV), sind im Kanton die Zuständigkeiten geregelt. Die Zuständigkeit zur Bekämpfung invasiver Arten sind der Pflanzenschutzfachstelle des Landwirtschaftsamtes zugewiesen.

Neophyten werden im Kanton unterschieden in diejenigen Arten, welche bekämpft werden, in solche Arten, welche vorerst nur kartiert, aber noch nicht bekämpft werden sowie in weitere Neophyten, deren weitere Entwicklung beobachtet werden soll. Alle dem Kanton bekannten Bestände sind im Geoportal erfasst und für jedermann einsichtig. Wir danken für die Mitteilung von Standorten, welche uns bis anhin nicht bekannt sind.

zu bekämpfende Neophyten-Arten

verschiedene Pflanzen wie unten aufgelistet

Zurzeit werden in Appenzell Ausserrhoden sieben Arten invasiver Neophyten bekämpft. Im Jahr 2007 wurde mit der Bekämpfung des Japanischen Staudenknöterichs, des Drüsigen Springkrauts sowie der Ambrosia begonnen. Letztere gilt unterdessen als bekämpft. Es sind jedoch einige weitere problematische Arten dazugekommen.

Lateinischer NameDeutscher Name
 
Heracleum mantegazzianum     Riesenbärenklau
Impatiens glanduliferaDrüsiges Springkraut
Reynoutria japonicaJapanischer Staudenknöterich
Solidago gigantea, - canadensisAmerikanische Goldruten
Rhus typhinaEssigbaum
Senecio inaequidensSchmalblättriges Greiskraut
Erigeron annuusEinjähriges Berufkraut

Neophyten-Arten unter Beobachtung

verschiedene Pflanzen wie unten aufgelistet

Einige Arten, von denen bekannt ist, dass sie ein grosses Potential haben sich invasiv zu vermehren und von denen bereits diverse ausgewilderte Standorte bekannt sind, werden im Kanton Appenzell Ausserrhoden kartiert, um den Fortlauf einer allfälligen Invasion zu beobachten.

Lateinischer NameDeutscher Name
 
Ailanthus altissima     Götterbaum
Buddleja davidiiSommerflieder
Prunus laurocerasusKirschlorbeer
Cornus sericeaSeidiger Hornstrauch
Robinia pseudoacaciaRobinie
Lonicera henryiHenrys Geissblatt

Vorgehen bei Bauvorhaben

Gemäss Art. 15 Abs. 3 der Verordnung über den Umgang mit Organismen in der Umwelt (Freisetzungsverordnung, FrSV, SR 814.911) muss Aushub, der mit invasiven gebietsfremden Organismen nach Anhang 2 belastet ist, am Entnahmeort verwertet oder so entsorgt werden, dass eine Weiterverbreitung dieser Organismen ausgeschlossen ist.

Falls im Projektperimeter Neophyten festgestellt werden sollten, ist sicher zu stellen, dass keine Verschleppung von Pflanzenteilen/Samen mit entnommenem Erdmaterial erfolgt. Belastetes Material ist nach Möglichkeit wieder vor Ort zu verwenden, Maschinen und Werkzeuge sind sorgfältig von Erdresten und Pflanzenteilen zu reinigen (Ladeflächen, Mulden, Reifen, Baggerraupen, Baggerschaufeln, Mähmaschinen etc.). Bei grösseren Vorkommen resp. Entsorgungsaktionen wird empfohlen, das Amt für Umwelt (Herr René Glogger, Tel. +41 71 353 65 68) zwecks Beratung beizuziehen.

Aufgabenteilung Gemeinden - Kanton

Gemeindeaufgaben

  • Die Gemeinde als Eigentümerin von öffentlichen Anlagen und Strassen ist verpflichtet, die vom Kanton bezeichneten Arten zu bekämpfen.

Kantonsaufgaben

  • Der Kanton sorgt dafür, dass invasive Neophyten bekämpft werden. In besonders empfindlichen Gebieten (Naturschutzgebiete, an Gewässern, im Wald, in Landschaftsschutzzonen etc.) übernimmt der Kanton die Bekämpfung.

Amt für Umwelt

  • Kasernenstrasse 17A
  • 9102 Herisau
  • T: +41 71 353 65 35