Umweltgerechtes Düngen

Gedüngte Wiese

Dünger sind Stoffe, die der Pflanzenernährung dienen und entsprechend zum richtigen Zeitpunkt ausgebracht werden sollen, d.h. dann, wenn die Pflanzen die Nährstoffe aufnehmen können.

Auf Landwirtschaftsbetrieben mit Tierhaltung fällt laufend Gülle und Mist an. Diese Hofdünger zum richtigen Zeitpunkt auszubringen heisst:

  • Berücksichtigen des Nährstoffbedarfs der Kulturen
  • Berücksichtigen der im Boden vorhandenen Nährstoffe
  • Berücksichtigen der Standortbedingungen (Bodenbefahrbarkeit)
  • Berücksichtigen der Witterungsbedingungen

Weitere Informationen

Als Grundsatz gilt: Flüssige Dünger dürfen nur ausgebracht werden, wenn der Boden saug- und aufnahmefähig ist. Sie dürfen keinesfalls ausgebracht werden, wenn der Boden wassergesättigt, gefroren, schneebedeckt oder ausgetrocknet ist. Ebensowenig darf Gülle bei hohen Temperaturen und bei starkem Wind ausgetragen werden.

Der richtige Ausbringzeitpunkt ist entscheidend für den betriebswirtschaftlichen Erfolg und schonender für Umwelt und Gewässer.

Düngen im Winter?

Stickstoffhaltige Dünger dürfen nur zu Zeiten ausgebracht werden, in denen die Pflanzen den Stickstoff aufnehmen können. Diese sogenannte Vegetationsperiode dauert in Appenzell Ausserrhoden von ca. Mitte Februar bis Mitte November. In dieser Zeit können bei günstigen Bedingungen und unter Berücksichtigung des Nährstoffbedarfs des Bodens Hof- und Recyclingdünger ausgebracht werden.

In der Zeit der Vegetationsruhe, d.h. im Abschnitt des Jahres in dem die Pflanzen nicht wachsen und kaum Nährstoffe aufnehmen, ist der Jaucheaustrag im Kanton nicht zulässig. Ein Jaucheaustrag während dieser Zeit führt zu einem hohen Düngerverlust durch Auswaschung und Abschwemmung und einer erheblichen Gewässerbelastung.

Der Einfachheit halber wurde in Appenzell Ausserrhoden in Zusammenarbeit mit dem Amt für Landwirtschaft und dem Ausserrhoder Bauernverband die Vegetationsruhe von Mitte November bis Mitte Februar definiert. Während dieser Zeit gilt ein striktes Gülleverbot, welches nur in Ausnahmesituationen resp. durch längere Wärmeperioden unterbrochen wird. Ein sogenanntes Düngefenster bedarf der Bewilligung des Amtes für Umwelt. Vor und nach der Vegetationsruhe ist der Düngeraustrag unter Einhaltung der gesetzlichen Bedingungen und nach guter landwirtschaftlicher Praxis möglich.

Mist und andere Festdünger dürfen während der Vegetationsruhe ausgebracht werden, wenn der Boden schneefrei, offen oder nur oberflächlich gefroren und nicht wassergesättigt ist.

Pufferstreifen

Pufferstreifen an einem Gewässer

Beim Austragen von Dünger und Pflanzenschutzmittel muss ein Mindestabstand zu Gewässern, Ufer- und Feldgehölzen, Wälder und Hecken eingehalten werden, um Pflanzen, Tieren, Kleinstlebewesen und deren Lebensräume mit ihren wertvollen Ökosystemdienstleistungen zu schützen. Entlang von Hecken, Feld- und Ufergehölzen sowie Waldrändern ist ein Dünge-Pufferstreifen von mindestens 3 m erforderlich. Entlang von Oberflächengewässern beträgt der Mindestabstand für Dünger mindestens 3 m, für Pflanzenschutzmittel mindestens 6 m.  Gemessen wird immer horizontal, d.h. grundsätzlich beginnend ab Böschungsoberkante bei Oberflächengewässer und im Falle von Waldrändern ab sichtbarem Krautbewuchs.

»» Link zum agridea Merkblatt Pufferstreifen - richtig messen und bewirtschaften

Amt für Umwelt

  • Kasernenstrasse 17A
  • 9102 Herisau
  • T: +41 71 353 65 35