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Emissionen aus der Landwirtschaft

Symbolbild Einsatz eines Schleppschlauchverteilers

Lufthygienisch relevant sind aus der Landwirtschaft die Emissionen von Ammoniak und Gerüche aus der Tierhaltung sowie die Russemissionen der Traktoren. Ammoniakemissionen entstehen im Stall, während der Hofdüngerlagerung sowie beim Ausbringen von Hofdünger.

Emissionsminderung beim Hofdüngeraustrag

Beim Gülleaustrag kann bei ungünstigen Verhältnissen der leicht pflanzenverfügbare Ammoniumanteil in die Luft entweichen. Die Verluste entstehen vor allem in den ersten Stunden nach dem Ausbringen. Je weniger Stickstoff verloren geht, desto mehr steht den Pflanzen zur Verfügung. Durch Berücksichtigung der Witterung, Verdünnen der Gülle und emissionsarmen Ausbringsystemen wie Schleppschlauch- und Schleppschuhverteilern wie auch mit Gülleinjektion und -drill kann der Ammoniakverlust stark vermindert werden.

Im Futterbau von Appenzell Ausserrhoden hat sich der Schleppschlauchverteiler bewährt. Der Schleppschlauchverteiler erhöht auch die Flexibilität für die Gülleausbringung und erleichtert präzise Düngegaben. Die Verwendung von Schleppschlauchverteilern wird finaziell unterstützt. (siehe unten)

Hilfreich ist auch die Gülleverdünnung (1:2 und mehr), insbesondere bei Verschlauchungssystemen.

Der Ausbringzeitpunkt ist zu planen und gezielt zu wählen. Der Gülleaustrag sollte während der Hauptwachstumsphase im Frühjahr erfolgen. In den heissen Sommermonaten sind nur kleine Gaben bei günstiger Witterung auszubringen. Für den emissionsarmen Gülle- und Mistaustrag sind allgemein feuchtes, kühles und windstilles Wetter günstig. Gülle am Abend ist betreffend Ammoniakverlusten meist besser als am Morgen oder während des Tages.

Bei hochsommerlichen Temperaturen ist das Gülleausbringen zu unterlassen.

»» Link zu agridea Merkblatt "Ammoniakverluste bei der Hofdünger-Ausbringung reduzieren"

Unterstützung Schleppschlauchverteiler

Ressourceneffizienzbeiträge des Bundes

Der Einsatz des Schleppschlauchverteilers wird durch den Bund mittels Ressourceneffizienzbeiträgen weiterhin gefördert.

»» Link zu agridea Merkblatt "Emissionsmindernde Ausbringverfahren - Direktzahlung: Ressourceneffizienzbeiträge REB Beitragsdauer, 2014 – 2019"


Ressourcenprojekt Ammoniak 2010 bis 2015

Von 2010 bis 2015 fördert Appenzell Ausserrhoden mit dem Ressourcenprojekt Ammoniak als wichtigste Massnahme den Einsatz der Schleppschlauchverteiler und sensibilisierte die Landwirte für das Problem der hohen Ammoniakverluste in die Luft. Mit dem Projekt konnte die Verbreitung und der Einsatz des emissionsarmen Ausbringsystems für die Gülle deutlich verbessert werden. Am Ende des sechsjährigen Ressourcenprojektes haben 190 Betriebe Schleppschlauchverteiler eingesetzt. Dabei wurden rund 30 % der im Kanton anfallenden Gülle emissionsarm ausgebracht. Neben den Ammoniakemissionen reduzieren sich mit dem Schleppschlauchverteiler auch die Geruchsbelastungen beim Gülleaustrag.

Emissionsminderung im Stall

Stall und Laufhof verursachen rund ein Drittel der Ammoniakverluste auf einem Rindviehbetrieb. Die wichtigsten Quellen sind die feuchten durch Kot und Harn verschmutzten Flächen. Durch die Umstellung von Anbindeställen zu Freilaufställen haben sich die verschmutzten Flächen massiv vergrössert. Die Emissionen lassen sich aber auch in tierfreundlichen Ställen minimieren. Die Reduktion der feuchten und verschmutzten Flächen verbessert auch die Klauengesundheit der Tiere. Dazu tragen die folgenden Massnahmen bei:

  • Böden mit Quergefälle und einer Abflussrinne
    → darauf fliesst der Harn rasch ab
  • Reinigung der verschmutzten Stallflächen mit Schieber oder Roboter mindestens alle zwei Stunden während der Hauptaktivitätszeit
    →  auf den gereinigten Flächen entweicht weniger Ammoniak aus dem Harn-Kot-Gemisch
  • erhöhte Fressstände mit Trennbügel
    → die Fressplätze bleiben sauber
    → die Tiere werden am Fressplatz nicht durch laufende Schieber gestört
  • nicht gebrauchte Flächen absperren
    → Verringerung der verschmutzten Flächen
  • Stalltemperaturen durch Dachisolation kühl halten
    → Verringerung Bildung auf den harnverschmutzten Flächen sowie der Verdampfung des Ammoniaks
  • Windschutz an den Laufhöfen
    → Verringerung der Verdampfung des Ammoniaks

»» Link zu der BAFU und BLW Vollzugshilfe "Umweltschutz in der Landwirtschaft"– Modul "Baulicher Umweltschutz in der Landwirtschaft"

»» Link zu agridea Merkblatt "Ammoniakverluste im Rindviehstall und Laufhof reduzieren"

Geruchsminderung - Mindestabstand von Tierhaltungsbetrieben zu bewohnten Zonen

Bei der Tierhaltung entstehen Gerüche, die in der Nachbarschaft zu übermässigen Belastungen führen können. Zum Schutz der Wohnbevölkerung in der Nachbarschaft von Tierhaltungsbetrieben ist in der Luftreinhalte-Verordnung definiert, dass bäuerliche Tierhaltungsbetriebe bei Neubauten und wesentliche Änderungen einen Mindestabstand gemäss der FAT Empfehlung 476 gegenüber bewohnten Zonen einhalten muss.

In Appenzell Ausserrhoden wenden wir den Revisionsentwurf zur FAT-Empfehlung 476 vom März 2005 an, da die Empfehlung von 1995 moderne Stallformen nicht oder falsch beschreibt.

Aufgabenteilung Gemeinden - Kanton

Gemeindeaufgaben

  • keine direkten Vollzugsaufgaben

Kantonsaufgaben

  • Lufthygienische Beurteilung und Bewilligung von Stallbauten
  • Berechnung der Mindestabstände von Stallbauten
  • Beratung und Information über Ammoniak-Emissionsminderungsmassnahmen und Mindestabstände von Stallbauten

Amt für Umwelt

  • Kasernenstrasse 17A
  • 9102 Herisau
  • T: +41 71 353 65 35
  • F: +41 71 353 65 36