Störfall / Trinkwasserversorgung in Notlagen

Wassertropfen

Trinkwasserversorgungen sind existenzielle Infrastruktureinrichtungen, deren Beeinträchtigung beträchtliche Auswirkungen auf Einzelkunden (Bezüger) und hohen wirtschaftlichen Schaden bei betroffenen Gewerbe- und Industriebetrieben zur Folge haben kann. Gesundheit und ökonomische Wertschöpfung hängen massgeblich von einer zuverlässigen und sicheren Versorgung mit einwandfreiem Trinkwasser ab.

Weitere Informationen

Der Versorgung müssen zu diesem Zweck die erforderlichen technischen, personellen und finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. Aufbau und Organisation der Wasserversorgung ist in Reglementen und Pflichtenheften definiert.

Das Auftreten besonderer Ereignisse kann aber eine Versorgung so stark beeinträchtigen, dass der Versorgungsauftrag nicht mehr erfüllt werden kann. Wie eine Wasserversorgung im Vorfeld und beim Eintritt eines Störfalles reagieren kann, zeigt das erarbeitete Störfall-Handbuch auf.

Ein Störfall liegt dann vor, wenn der Normalbetrieb nicht mehr aufrechterhalten werden kann. Es drohen Hygieneprobleme, eingeschränkte Versorgung oder gar totaler Versorgungsausfall.

Das Handbuch behandelt die folgenden Szenarien:

  • Trinkwasserverschmutzung
  • Ausfall der Energielieferung
  • Ausfall wichtiger Rohrnetzteile oder Anlagen

Das Störfall-Handbuch ist auf die Rahmenbedingungen der eigenen Wasserversorgung anzupassen.

Trinkwasserversorgung in Notlagen

Naturereignisse, zivilisationsbedingte Katastrophen wie z.B. Sabotage und Epidemien können auch bei uns zu einer Notlage führen. Erdbeben oder lange Stromausfälle können zu Engpässen oder gar zu einem Ausfall der Wasserversorgung führen.

Seit 1. Januar 1991 ist die Verordnung des Bundes über die Sicherstellung von Trinkwasser in Notlagen (VTN) in Kraft. Gemäss VTN sind für die ersten drei Tage nach Eintritt einer Notlage die Einwohner selbstständig für genügend Trinkwasser zuständig (mind. 9 Liter / Person). Nach dem vierten Tag ist die zuständige Gemeinde für die Bereitstellung einer Mindestmenge verantwortlich.

Unter Federführung der Assekuranz Appenzell Ausserrhoden wurden 2008 die Unterlagen zur Trinkwasserversorgung in Notlagen (TWN) in allen 20 Ausserrhoder Gemeinden erarbeitet. Die entsprechenden Handlungsanweisungen sind zwischenzeitlich jedoch teilweise überholt worden durch die veränderten Bedrohungsszenarien, aber auch durch technische Aspekte (z.B. Verbünde/Zusammenschlüsse; Ringversorgung Elektrizität; TW-Aufbereitungsmöglichkeiten). Seitens des Bundes ist daher geplant, die VTN grundlegend zu überarbeiten.

Die Verantwortlichen des Kantons haben daher beschlossen, mit einer Überarbeitung der TWN-Unterlagen von 2008 zuzuwarten bis zum Vorliegen der revidierten VTN. Stattdessen wurde ein praxisnahes Muster-Störfall-Handbuch für Wasserversorger erarbeitet.

»» Link zum Störfall-Handbuch

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