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Coronavirus: Informationen für die Ausserrhoder Wirtschaft

HOTLINE Kurzarbeit

Telefon +41 71 353 63 56

Öffnungszeiten: Montag - Freitag, 08.00 - 11.30 und 13.30 - 17.00 Uhr

Kurzarbeit

In Anbetracht der schwierigen Situation hat der Bundesrat die Bedingungen für die Beantragung von Kurzarbeitsentschädigung gelockert und vereifacht. Für das Beantragen von Kurzarbeit verweisen wir auf die Seite der Arbeitslosenversicherung (ALV).

Schutzkonzepte

Die Pflicht, ein Schutzkonzept erarbeiten zu müssen, richtet sich auch an diejenigen Betriebe, welche ihre Aktivitäten nicht unterbrechen mussten. Falls sie bereits über ein Schutzkonzept verfügen, müssen sie überprüfen, ob dieses den Vorgaben des Muster-Schutzkonzepts des Bundes entspricht und gegebenenfalls die nötigen Anpassungen vornehmen.

Bitte wenden Sie sich an Ihren Branchenverband oder an einen Fachspezialisten, wenn Sie Hilfe für die Umsetzung benötigen oder Fragen haben. Die Umsetzung der Schutzkonzepte liegt in der Verantwortung jeder einzelnen Unternehmung (Art. 6 ArG). Es erfolgt keine Validierung der einzelnen Schutzkonzepte, weder durch den Bund noch durch die Kantone.

Jeder Betrieb muss sein Schutzkonzept bei Betriebsaufnahme vorliegen haben!

Schutzkonzepte Bund "Back to Work"

Schutzkonzept "Veranstaltungen"

Merkblatt Masken - Schutz und Anwendung

 

Zuständige Person im Kanton Appenzell Ausserrhoden:

Iris Heim, Arbeitsinspektorat AR, Tel. +41 71 353 64 71

Öffnungszeiten:

Montag - Freitag, 08:00 - 11:30 und 13:30 - 17:00 Uhr

Erwerbsausfälle von Selbständigen

Selbständig Erwerbende und Einzelunternehmer/innen, die wegen verordneten Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus Erwerbsausfälle erleiden, werden über die Erwerbsersatzordnung entschädigt, sofern keine anderweitigen Entschädigungen oder Versicherungsleistungen bestehen.

Eine Entschädigung erhalten seit dem 16. April 2020 auch die Selbständigerwerbenden, die nur indirekt von den behördlichen Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie betroffen sind, weil sie zwar weiterarbeiten dürfen, aber wegen den Massnahmen sich mit massiven Erwerbseinbussen konfrontiert sehen, wie beispielsweise Taxifahrer.

Entschädigungen erfolgen in folgenden Fällen:

  • Schliessung eines selbstständig geführten öffentlich zugänglichen Betriebes (z.B. Detailhandel oder Gastrobetriebe).
  • Betriebe, die zwar nicht direkt von Betriebsschliessungen oder vom Veranstaltungsverbot betroffen sind, aber durch die Massnahmen mit massiven Erwerbseinbussen konfrontiert (Härtefälle).
  • Schulschliessungen.
  • Ärztlich verordnete Quarantäne.

Die Regelung gilt auch für freischaffende Künstlerinnen und Künstler, die einen Erwerbsunterbruch erleiden, weil ihre Engagements wegen der Massnahmen gegen das Coronavirus annulliert werden oder weil sie einen eigenen Anlass absagen müssen.

Anspruchsberechtigt sind auch Eltern mit Kindern bis zum vollendeten 12. Altersjahr, Eltern, die ihre Kinder mit Beeinträchtigungen zu Hause betreuen müssen (bis zum 20. Altersjahr der Kinder) und weitere Personen, die die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

a. Sie müssen aufgrund von behördlichen Massnahmen gemäss den Artikeln 35 und 40 des Epidemiengesetzes vom 28. September 2012 im Zusammenhang mit der Coronaepidemie (COVID-19) die Erwerbstätigkeit infolge Ausfalls der Fremdbetreuung ihrer Kinder oder infolge Quarantäne unterbrechen.

b. Im Zeitpunkt der Unterbrechung der Erwerbstätigkeit:
1. sind sie Arbeitnehmende im Sinne von Artikel 10 ATSG4,
2. sind sie Selbstständigerwerbende im Sinne von Artikel 12 ATSG.

c. Sie sind obligatorisch im Sinne des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die Alters- und Hinterlassenenversicherung AHVG versichert.

Für Eltern, die ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen müssen, um sich um ihr Kind zu kümmern, besteht während den Schulferien kein Anspruch.

Die Entschädigungen werden in Anlehnung an die Erwerbsersatzordnung geregelt und als Taggeld ausgerichtet. Dieses entspricht 80 Prozent des Einkommens und beträgt höchstens 196 Franken pro Tag, also 5‘880 Franken pro Monat. Bei Selbständigen, die nur indirekt von den Massnahmen betroffen sind, wird vorausgesetzt, dass ihr AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen höher ist als 10'000 Franken, aber 90'000 Franken nicht übersteigt. Die Anzahl Taggelder für Selbstständige in Quarantäne oder mit Betreuungsaufgaben ist auf 10, respektive 30 befristet. Die Prüfung des Anspruches und die Auszahlung der Leistung werden von den AHV-Ausgleichskassen vorgenommen.

Sozialversicherungen Appenzell Ausserrhoden

Das ausgefüllte Antragsformular ist analog dem Vorgehen bei den Sozialversicherungen Appenzell Ausserrhoden mit den erforderlichen Dokumenten elektronisch oder per Post bei der eigenen Sozialversicherung einzureichen.

Gewährung von Krediten

Der Bundesrat hat am 20. März 2020 ein umfassendes Massnahmenpaket zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie vorgestellt. Mit Hilfe von Überbrückungskrediten soll Unternehmen ausreichen Liquidität zur Verfügung gestellt werden, damit sie trotz Corona-bedingten Umsatzeinbussen ihre laufenden Fixkosten decken können.

Unternehmen können Überbrückungskredite (Solidarbürgschaft) im Umfang von höchstens 10% ihres Jahresumsatzes von ihrer jeweiligen Hausbank oder Postfinance AG beantragen. Bis 500‘000 Franken werden die Kredite unbürokratisch und innert kurzer Frist ausbezahlt. Der Zinssatz ist auf 0% festgelegt. Kreditanträge über 500‘000 Franken (bis max. 20 Mio. Franken) werden nach den branchenüblichen Kriterien geprüft. Der Zinssatz für Kredite über 500‘000 Franken beläuft sich 0.5%. Unternehmen mit einem Umsatzerlös grösser als 500 Mio. Franken sind ausgenommen von dieser Notverordnung. Der Kredit ist innert fünf Jahren zu amortisieren. Zudem darf der Kredit nicht für neue Investitionen ins Anlagevermögen, die nicht Ersatzinvestitionen sind, genutzt werden. Verbürgte Kredite werden bis zum 31. März 2022 nicht als Fremdkapital berücksichtigt.

Folgende Kriterien haben die Unternehmen für einen Kreditantrag zu erfüllen:
a) Unternehmen muss vor dem 1. März 2020 gegründet worden sein
b) Unternehmen darf sich zum Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs nicht in einem Konkurs- oder Nachlassverfahren oder in Liquidation befinden
c) Unternehmen muss aufgrund der COVID-19-Pandemie namentlich hinsichtlich ihres Umsatzes wirtschaftlich erheblich beeinträchtigt sein
d) Unternehmen darf zum Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs nicht bereits Liquiditätssicherungen in den Bereichen Sport oder Kultur erhalten haben

Während der Dauer der Kreditgewährung (Solidarbürgschaft) sind ausgeschlossen:
a) Ausschüttung von Dividenden und Tantiemen sowie das Zurückerstatten von Kapitalanlagen
b) Gewährung von Aktivdarlehen (z.B. Privat- oder Aktionärsdarlehen)
c) Zurückführen von Gruppendarlehen
d) Übertragung von mittels einer Solidarbürgschaft besicherter Kreditmittel an eine direkt oder indirekt verbundene Gruppengesellschaft, die ihren Sitz nicht in der Schweiz hat.

Der Kreditantrag für ihre Hausbank oder Postfinance AG steht zur Verfügung https://covid19.easygov.swiss/.

Corona-Nothilfefonds Appenzell Ausserrhoden

Der "Corona-Nothilfefonds Appenzell Ausserrhoden" (CNHF) leistet Hilfe mit Bürgschaften für Bankkredite oder mit Beiträgen an Härtefälle. Derzeit stehen dem CNHF insgesamt 1,75 Millionen Franken, für Bürgschaften (1 Mio.) und Beiträge an Härtefälle (750'000) zur Verfügung. Der Bereich der Bürgschaften wird vom Kanton und der Metrohm Stiftung zu gleichen Teilen bestritten (je 500'000. Franken). Der Bereich der Härtefall-Beiträge wird von der Steinegg Stiftung und der Johannes Waldburger Stiftung und nach Bedarf von weiteren Stiftungen geäufnet.
Innerhalb des Bürgschaftsprogramms gibt es zwei verschiedene Arten von Bürgschaften:

  1. Zum einen deckt der Bund mit seinem Bürgschaftsprogramm Bankkredite für Firmen bis 5 Mio. Franken Umsatz (Art. 3 der COVID-19-Solidarbürgschaftsverordnung). Der Bund schätzt, dass diese Kredite über  90 % der von der Wirtschaftskrise betroffenen Unternehmen erreichen. Dies betrifft insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (1-20 Mitarbeitende), die in Appenzell Ausserrhoden einen grossen Teil der Firmen ausmachen. Der Bund erteilt Kredite bis zu 10 % des Vorjahresumsatzes (max. 500'000 Franken). Der Ausserrhoder Corona-Nothilfefonds bürgt über das Programm des Bundes hinaus für zusätzliche Überbrückungskredite in Höhe von weiteren 5 % des Jahresumsatzes eines Unternehmens.
  2. Zum anderen können mit dem Bürgschaftsprogramm von Kanton und Metrohm Stiftung auch einzelne mittelgrosse Unternehmen (20- 50 Mitarbeitende, Umsatz 5-20 Mio. Franken) unterstützt werden. Benötigt ein mittelgrosses Unternehmen neben dem vom Bund garantierten Kredit eine weitere finanzielle Unterstützung, kann der Ausserrhoder Corona-Nothilfefonds für 30 % dieses Zusatzkredits bürgen.

Der CNHF ist ein Spezialfonds, der bei der Stiftung Wirtschaftsförderung AR angelegt und durch diese Organisation bewirtschaftet wird. Personell und administrativ wird die Stiftung Wirtschaftsförderung AR durch das Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Appenzell Ausserrhoden unterstützt.

Anforderungen an die Gesuchsteller

  • Ursache primär aufgrund der Pandemie
  • Bedarf im Sinne eines Härtefalls offensichtlich
  • COVID-19-Kredite des Bundes ausgeschöpft
  • Unterstützung durch zusätzliche Bankkredite nicht möglich
  • Kein Strukturerhalt

CNHF-Kreditantrag für Kleinunternehmen
CNHF-Kreditantrag für mittlere Unternehmen

Neben dem Bürgschaftsprogramm sieht der "Corona-Nothilfefonds Appenzell Ausserrhoden" auch Beiträge für Härtefälle vor. Dabei werden Hilfen von maximal 10'000 Franken an Einzel- und Kleinstunternehmen geleistet, deren Jahresumsatz 500'000 Franken nicht übersteigt und die keinen Zugang zum Hilfsprogramm des Bundes haben. Diese Gelder müssen nicht zurückbezahlt werden. Der Teil des Corona-Nothilfefonds, der für Härtefälle bereit steht, wird durch die Steinegg Stiftung und die Johannes Waldburger Stiftung jeweils mit einem grösseren sechsstelligen Betrag geäufnet.

CNHF-Antrag Härtefall-Beitrag für Kleinstunternehmen und Einzelpersonen

 

Kredite für Startups

Der Regierungsrat hat am 12. Mai 2020 entschieden, am Bürgschaftsprogramm des Bundes für Startup-Unternehmen teilzunehmen. Zusammen mit dem Bund bürgt der Kanton Appenzell Ausserrhoden und die Metrohm-Stiftung für Liquiditätshilfen zugunsten von Startups im Umfang von bis zu 280'000.- CHF pro Unternehmen.

Voraussetzung ist, dass das Unternehmen als Startup nach dem 1. Januar 2016 gegründet wurde, den Sitz im Kanton Appenzell Ausserrhoden hat und wirtschaftlich stabil ist,aufgrund der COVID-19-Pandemie aber erhebliche Einbussen verzeichnet. Anders als beim normalen Verfahren für KMU-Bürgschaften können die Startup-Unternehmen bis spätestens 31. August 2020 online einen Bürgschaftsantrag stellen. 

Der Bürgschaftsantrag wird mit allen Unterlagen von EasyGov dem Amt für Wirtschaft und Arbeit Appenzell Ausserrhoden elektronisch übermittelt und dort unter Einbezug von externen Experten evaluiert und beurteilt. Abschliessend entscheidet die vom Bund beauftragte Bürgschaftsgenossenschaft Ost-Süd. Ein positiver Entscheid dient als Grundlage für das Startup-Unternehmen, um bei einer Geschäftsbank einen verbürgten Kredit zu beantragen.

Aufgrund der spezifischen Geschäftsmodelle konnten Startups bisher nur sehr eingeschränkt auf die Covid-19-Notmassnahmen des Bundes zurückgreifen. Startups weisen oft noch keinen oder nur sehr geringen Umsatz auf und können in vielen Fällen nicht Kurzarbeit nutzen. Bei diesen Unternehmen geht es darum, die Folgen von verzögerten Finanzierungsrunden oder des Rückzugs von Investoren abzufedern.

Kultur - Unterstützungsmassnahmen