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Ausstellung "Tu was du willst. Sinnsuche in Stein"

Bis zum 18. März 2018 im Appenzeller Volkskunde-Museum in Stein AR

Die Sonderausstellung „Tu was du willst. Sinnsuche in Stein“ gibt erstmals öffentlich Einblick in eine spezielle Sammlung, die seit einigen Jahren unter dem Titel „Collectio Magica et Occulta“ – kurz CMO – in der Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden in Trogen lagert. Die Ausstellung, zu der auch eine Publikation erschienen ist, dauert vom 24. November 2017 bis zum 18. März 2018 und bietet eine Reihe verschiedener Begleitveranstaltungen. 

8500 Bücher, 125 Laufmeter Archivmaterial und 500 Objekte umfasst die Sammlung. Sie ist ein Puzzleteil zur Dokumentation der kulturellen Eigenart und Vielfalt der Lebensformen und Schaffensweisen innerhalb des Kantons in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Es handelt sich dabei um den Nachlass einer Gemeinschaft, die während gut fünfzig Jahren in Stein AR lebte und wirkte. Die Kerngruppe rund um den Gründer Hermann Metzger betrieb eine Wetterstation und eine Druckerei, hielt Bienen, stellte Schwedenbitter her, nähte Kleider für den Gottesdienst, sammelte und bastelte Ritualgegenstände, schrieb Aufsätze zum Thema „Sinnsuche“ und erforschte unterschiedlichste Weisheitslehren.

Den Bewohnerinnen und Bewohnern von Stein blieb die Gemeinschaft ein Rätsel, sie kapselte sich von ihrer nächsten weltlichen Umgebung ab, unterhielt aber Beziehungen zu Gleichgesinnten weit über die Landesgrenzen hinaus. Die teils als sonderbar und elitär wahrgenommene Geisteshaltung und die verschiedenen Tätigkeiten der Gruppe weckten verschiedenste Fantasien, beispielsweise von geheimen okkulten Messen. Die Projektionen erreichten einen Höhepunkt in einer Medienkampagne und endlosen juristischen Briefwechseln.

Zum ersten Mal ist nun mit der Ausstellung „Tu was du willst. Sinnsuche in Stein“ ein Teil der Sammlung öffentlich zu sehen – verbunden mit einer Art Rückführung an den Ort des Wirkens der Gemeinschaft. Gut 250 Objekte, Dokumente und Fotografien zeigen die Hingabe und Leidensfähigkeit sowie intellektuelle und soziale Bezugspunkte der Gemeinschaft. Mittels Audioaufzeichnungen und Videointerviews kommen ehemalige Mitglieder, Zugewandte und Aussenstehende zu Wort. Eine Begleitpublikation zeigt Hintergründe und den Kontext des Archivs und der Gemeinschaft auf, darüber hinaus haben sich Autorinnen und Autoren anhand  ausgewählter Objekte zu kurzen Texten inspirieren lassen. Ergänzt wird die Ausstellung mit einer Reihe von Führungen und Veranstaltungen, die einzelne mit dem Kollektiv verbundene Phänomene aus heutiger Sicht beleuchten.

Die von Ina Boesch kuratierte und von Johannes Stieger gestaltete Ausstellung ist vom 24. November 2017 abends (Vernissage) bis zum 18. März 2018 im Appenzeller Volkskunde-Museum Stein zu sehen. Die Öffnungszeiten und die Daten der Begleitveranstaltungen sind unter www.appenzeller-museum-stein.ch nachzulesen.

Kantonsbibliothek

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