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HPV-Impfprogramm

In der Schweiz ist Gebärmutterhalskrebs bei Frauen unter 50 Jahren die vierthäufigste Krebsart. Es bestehen rund 100 Typen von Papillomaviren, und 70 bis 80% der sexuell aktiven Personen sind damit infiziert. Meist verläuft die Infektion mit dem Virus unbemerkt und hat keine Folgen. Länger bestehende Infektionen mit einem Hochrisiko-Typ des Virus sind jedoch für Krebsvorstufen verantwortlich, die zu Gebärmutterhalskrebs führen können. Dies gilt insbesondere für jene Virustypen, vor denen der in der Schweiz verfügbare Impfstoff schützt. Bei jeder fünften Frau, die mit Hochrisiko-Typen infiziert ist, entwickelt sich eine Krebsvorstufe oder Krebs. In den letzten Jahren wurden jährlich 250 neue Krebsfälle und 5000 Krebsvorstufen diagnostiziert sowie 90 Todesfälle verzeichnet.

Gemäss den Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) und der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF) richtet sich die Grundimpfung an alle Mädchen im Alter von 11 bis 14 Jahren. Während einer Übergangsfrist wird zudem eine Nachhol­impfung der 15- bis 26-jährigen Mädchen und Frauen empfohlen. Für einen dauerhaften Schutz gegen Gebärmutterhalskrebs sind drei Injektionen innerhalb von sechs Monaten notwendig. Für Mädchen zwischen 11 und 14 Jahren genügen nach neuesten Erkenntnissen zwei Injektionen. Damit die Impfung von der obligatorischen Kranken­versicherung übernommen wird, muss sie im Rahmen eines kantonalen Impfprogramms erfolgen.

Im April 2008 hat die GDK (Gesundheitsdirektoren-Konferenz) mit der santésuisse einen Tarifvertrag bezüglich der Impfung gegen Humane Papillomavien (HPV) abgeschlossen. Nach der Genehmigung des Tarifvertrags am 18. Juni 2008 durch den Bundesrat, ist der Kanton Appenzell Ausserrhoden dem Vertrag beigetreten. Diese Verträge wurden nach Vertragsablauf erneuert. 

Neu können sich ab 1. Juli 2016 auch Knaben und junge Männer im Alter von 11 bis  26 Jahren kostenlos im Rahmen des kantonalen HPV-Impfprogramms impfen lassen.

 

Wo kann man sich impfen lassen?
Grundsätzlich können alle Ärztinnen und Ärzte mit einer Praxisbewilligung im Kanton Appenzell Ausserrhoden sowie alle im schulärztlichen Dienst tätigen Ärzte am HPV-Impfprogramm teilnehmen. Die Teilnahme als Impfarzt/Impfärztin muss vorgängig dem kantonsärztlichen Dienst gemeldet werden. Die Abrechnung der Impfung erfolgt über den Kanton z.Hd. der Krankenversicherer.


Information bezüglich Impfprogramm
Der Kantonsarzt informiert zusammen mit der Ärzteschaft über die HPV-Impfung. Für schulpflichtige 11- bis 19-Jährige kann die Information zusätzlich auch über das Schularztsystem erfolgen. Minderjährige benötigen für die Impfung eine schriftliche Einwilligung der Eltern.

Bei weiteren Fragen oder Unklarheiten wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt/Hausärztin oder Ihren Gynäkologen/Gynäkologin.

Kantonsärztlicher Dienst

  • Amt für Gesundheit
    Kasernenstrasse 17
  • 9102 Herisau
  • T: +41 71 353 65 90
  • F: +41 71 353 68 54