Frühe Kindheit

Kanton erarbeitet Konzept «Frühe Kindheit»

Die Departemente Gesundheit und Soziales sowie Bildung und Kultur erarbeiten zusammen mit  der Gemeindepräsidienkonferenz und weiteren Involvierten ein Konzept «Frühe Kindheit». Der Einbezug der Gemeindepräsidienkonferenz sowie von weiteren Akteurinnen und Akteuren in verschiedenen Phasen des Projektes ermöglicht ein koordiniertes und effizientes Vorgehen und stellt eine breite Abstützung sicher.

Die laufende erste Phase umfasst die Bestandesaufnahme sowie die Festlegung von Handlungsfeldern und strategischen Zielen. In der zweiten Phase werden konkrete Massnahmen in einem Aktionsplan festgehalten. Damit in der ersten Phase der Einbezug von Vertreterinnen und Vertretern aus der Praxis gewährleistet ist, wird am Freitagnachmittag, 16. November 2018, eine halbtägige Fachtagung organisiert, bei der die Situationsanalyse im Fokus steht.

Projektverantwortliche: Carina Zehnder

Erfolgreiche Tagung «Frühe Kindheit» in Appenzell Ausserrhoden
November 2018

Zum Flyer mit allen Informationen (PDF)

Zur Medienmitteilung vom 19. November 2018 (PDF)

Zum Bericht der Appenzeller Zeitung vom 24. November 2018 (PDF)

100 Personen aus dem Gesundheits-, Bildungs- und Gemeinwesen nahmen am Freitag, 16. November 2018, an der Tagung «Frühe Kindheit» teil, die von den Departementen Gesundheit und Soziales sowie Bildung und Kultur im Rahmen der Konzepterarbeitung «Frühe Kindheit» veranstaltet wurde. Die Beteiligten diskutierten im Plenum und in Gruppen über die Situation im Kanton, hoben Stärken hervor und zeigten Felder auf, in denen Handlungsbedarf besteht. Die Ergebnisse fliessen in den weiteren Prozess der Konzepterarbeitung ein.

Die zentrale Bedeutung der ersten Lebensjahre (0 – 4 Jahre) erhält in der Fachwelt und der Politik immer mehr Beachtung. Weil in der frühen Kindheit Weichen für das ganze Leben gestellt werden, sind Präventionsmassnahmen von Kanton, Gemeinden und privaten Institutionen wichtig. Die beiden Departemente Gesundheit und Soziales sowie Bildung und Kultur erarbeiten deshalb gemeinsam mit der Gemeindepräsidienkonferenz ein kantonales Konzept «Frühe Kindheit». Das Konzept soll den Handlungsrahmen für das Engagement des Kantons und der Gemeinden abstecken sowie Massnahmen festlegen. Zentral ist dabei der Einbezug von Akteurinnen und Akteuren aus der Praxis.

Letzten Freitag fand deshalb in Herisau eine Tagung statt, die von 100 Personen besucht wurde. Die Beteiligung der beiden Regierungsräte Matthias Weishaupt und Alfred Stricker unterstrich die Bedeutung des Themas für Appenzell Ausserrhoden.

Im ersten Teil der Tagung befassten sich die Teilnehmenden mit dem Begriff der Frühen Kindheit und der Wichtigkeit einer gesunden Entwicklung in den ersten Lebensjahren. Danach wurden die bestehenden Angebote im Kanton besprochen und Schnittstellen hervorgehoben. In den Diskussionen wurde deutlich, dass bereits viel Arbeit geleistet wird, jedoch in einigen Bereichen noch Handlungsbedarf besteht. Die Ergebnisse der Tagung werden in die Situationsanalyse einfliessen. In den kommenden Monaten werden Handlungsfelder analysiert und konkrete Massnahmen definiert. Im gesamten Prozess soll der Einbezug von Vertreterinnen und Vertretern aus der Praxis gewährleistet werden.

 

Konzept Frühe Kindheit

Eine kommunale, regionale und kantonale Politik der frühen Kindheit hat zum Ziel, jedem Kind gerechte Chancen zu eröffnen und alle Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern, zu beteiligen und zu schützen. Sie ist eine gemeinsame Aufgabe des Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesens. Dabei stehen quantitativ ausreichende, bedarfsgerechte Strukturen und Angebote innerhalb und ausserhalb der Familie im Fokus.

Das angestrebte «Konzept Frühe Kindheit Appenzell Ausserrhoden» soll den Handlungsrahmen für das Engagement des Kantons und der Gemeinden in der Phase der frühen Kindheit abstecken und konkrete Massnahmen festlegen. Als erstes soll gemeinsam mit der Praxis eine Situationsanalyse erarbeitet werden. Dazu wird eine Tagung am 16. November 2018 geplant. Die Situationsanalyse dient dazu, die Ausgangslage im Bereich der frühen Kindheit sowie den möglichen Handlungsbedarf wie auch die Stärken des bestehenden Angebots aufzuzeigen.

Über den Stand des Projektes wird regelmässig anhand von Kommunikationsblätter berichtet. Hier finden Sie das erste Kommunikationsblatt.

Frühe Förderung

Wir verstehen frühe Förderung im Sinne von präventiven Angeboten und Rahmenbedingungen für Eltern mit Babys und Kindern im Vorschulalter. Ziel der frühen Förderung ist es, den Kindern eine ihren Fähigkeiten angemessene Entwicklung zu ermöglichen und damit zur Chancengleichheit beizutragen. So werden ungünstige Startbedingungen zumindest teilweise aufgewogen, die Integration wird erleichtert und die Chancengerechtigkeit hinsichtlich der Bildungschancen wird erhöht. Die Frühförderung unterstützt die Eltern und erziehungsberechtigten Personen dabei, den Kindern ein Umfeld zu schaffen, das einer gesunden Entwicklung förderlich ist.

Im Zentrum früher Förderung steht somit ein guter Start ins Leben mit Massnahmen, welche die Kinder und ihre Familien stärken. Kinder aus sozial benachteiligten oder fremdsprachigen Familien haben zum Teil schon am Start ihres Bildungswegs hohe Hürden zu überwinden. Frühe Förderung verbessert die Startbedingungen und wirkt präventiv gegen die Gefahr, dass diese Kinder als Jugendliche den Anschluss an die Berufsbildung verpassen und später ihre Existenz nicht selber sichern können. Armut in der Schweiz hängt massgeblich mit dem Bildungsniveau zusammen: Je besser ausgebildet eine Person ist, desto geringer ist ihr Risiko, in die Armut abzurutschen.

Übersicht der Angebote in Appenzell Ausserrhoden

2017 wurde eine Bestandesaufnahme der Angebote im Kanton Appenzell Ausserrhoden durchgeführt und im Rahmen der Tagung vom November 2018 ergänzt. Die gesammelten Informationen wurden in einer Übersicht, aufgeteilt nach Regionen, festgehalten. Die Übersicht finden Sie hier. Bitte teilen Sie uns allfällige Veränderungen wie auch neue Angebote per Email mit.

Bereiche und Anlaufstellen in der frühen Kindheit

Es bestehen diverse Angebote, die Vorschulkinder früh fördern und ihre Familien unterstützen: Mütter- und Väterberatung, Erziehungsberatung, Elternbildung und familienergänzende Betreuungsangebote sowie Spielgruppen und weitere. Frühe Förderung ist besonders wirksam, wenn alle Angebote und Hilfesysteme qualifiziert, gut vernetzt und koordiniert zusammenarbeiten.

Unterschieden werden soll zwischen allgemeiner und besonderer Förderung:

  • Die allgemeine frühe Förderung soll allen Kindern (und deren Familien) offenstehen, z.B. in der Mütter- und Väterberatung, in der familienergänzenden Kinderbetreuung in Kindertagesstätten.
  • Die besondere frühe Förderung soll sich an Familien mit Kindern richten, die zur Stärkung ihrer Ressourcen eine spezifische Unterstützung benötigen, z.B. Deutschkurse für fremdsprachige Kinder, heilpädagogische Früherziehung, sonderpädagogische Massnahmen.

Anlaufstellen im Frühbereich


Angebote für Kinder im Frühbereich


Schnittstelle zum Frühbereich

Abteilung Chancengleichheit

  • Amt für Soziales
    Kasernenstrasse 17
  • 9102 Herisau
  • T: +41 71 353 64 26