Frühe Kindheit

Kanton erarbeitet Konzept «Frühe Kindheit»

Die Departemente Gesundheit und Soziales sowie Bildung und Kultur erarbeiten zusammen mit  der Gemeindepräsidienkonferenz und weiteren Involvierten ein Konzept «Frühe Kindheit». Der Einbezug der Gemeindepräsidienkonferenz sowie von weiteren Akteurinnen und Akteuren in verschiedenen Phasen des Projektes ermöglicht ein koordiniertes und effizientes Vorgehen und stellt eine breite Abstützung sicher.

Die laufende erste Phase umfasst die Bestandesaufnahme sowie die Festlegung von Handlungsfeldern und strategischen Zielen. In der zweiten Phase werden konkrete Massnahmen in einem Aktionsplan festgehalten. Damit in der ersten Phase der Einbezug von Vertreterinnen und Vertretern aus der Praxis gewährleistet ist, wird am Freitagnachmittag, 16. November 2018, eine halbtägige Fachtagung organisiert, bei der die Situationsanalyse im Fokus steht.

Zur Medienmitteilung (28. Juni 2018)

Projektverantwortliche: Carina Zehnder

Tagung vom 16. November 2018

Zum Flyer mit allen Informationen (PDF)

Die Anmeldefrist ist abgelaufen. Bei Fragen zur Tagung nehmen Sie bitte per Mail mit uns Kontakt auf.

 

Inhalt

Die Tagung bildet den Auftakt zur Diskussion über die frühe Kindheit in Appenzell Ausserrhoden. Das Thema wird durch eine Podiumsdiskussion mit Teilnehmenden aus den Bereichen Bildung, Soziales und Gesundheit eingeführt. Danach bringen Sie in Arbeitsgruppen Ihre Erfahrungen und Ihr Wissen über die Situation im Kanton ein. Eine bereits erstellte Bestandesaufnahme bildet dabei die Grundlage der Diskussion. Die Erkenntnisse aus den Gruppenarbeiten werden zum Abschluss im Plenum zusammengetragen und besprochen.

 

Ziele

Sie:

  • erhalten Informationen rund um das Projekt Frühe Kindheit
  • ergänzen und korrigieren die Bestandesaufnahme der Angebote
  • werden über den Entwurf der Situationsanalyse informiert
  • teilen Ihre Einschätzung des Handlungsbedarfs mit
  • benennen die bestehende Zusammenarbeit und erkennen allfällige neue Schnittstellen

Die Ausgangslage ist erkannt, IST und SOLL sind benannt.

 

Zielgruppen

Eine gesunde Entwicklung von Kleinkindern betrifft das Bildungs-, das Gesundheits-, das Sozial- und auch das Gemeinwesen.

Das Bildungswesen profitiert von idealen Bedingungen für Kinder im Vorschulalter, denn Vorläuferfertigkeiten bestimmen den späteren Schulerfolg. Die Entwicklungsunterschiede beim Kindergarteneintritt können verringert und die Bildungschancen erhöht werden.

Gesundheitsförderung und Prävention in der frühen Kindheit stellen entscheidende Weichen für gesundheitliches Verhalten und Resilienz im weiteren Lebensverlauf. Fachpersonen aus dem Gesundheitsbereich sind wichtige Akteure der frühen Förderung: Sie nehmen nicht nur Einfluss auf die Gesundheit eines Kleinkindes, sondern auch auf dessen soziales Umfeld.

Sozialbereich: Massnahmen in der Frühen Kindheit leisten zudem einen erheblichen Beitrag zur Verringerung sozialer Risiken (z.B. Armut) bei. Sie unterstützen Eltern und Erziehende darin, ein Umfeld zu schaffen, das die motorischen, sprachlichen, emotionalen, sozialen und kognitiven Fähigkeiten des Kleinkindes fördert. Dadurch wird die Basis für lebenslanges Lernen sowie für den Erwerb von wichtigen Lebenskompetenzen gelegt.

Gemeinwesen: Der Wohnort, die unmittelbare Umgebung von Familien mit kleinen Kindern sowie die bestehenden Angebote sind von grosser Bedeutung für einen guten Start ins Leben. Dabei ist die Phase der frühen Kindheit für die soziale und kognitive Entwicklung entscheidend. Qualitativ hochstehende Angebote machen Gemeinden attraktiver und lohnen sich auch finanziell. Denn sie verbessern nicht nur den sozialen Zusammenhalt, sondern helfen auch, spätere Ausgaben im Sozial-, Gesundheits- und Bildungswesen einzusparen.

 

Konzept Frühe Kindheit

Eine kommunale, regionale und kantonale Politik der frühen Kindheit hat zum Ziel, jedem Kind gerechte Chancen zu eröffnen und alle Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern, zu beteiligen und zu schützen. Sie ist eine gemeinsame Aufgabe des Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesens. Dabei stehen quantitativ ausreichende, bedarfsgerechte Strukturen und Angebote innerhalb und ausserhalb der Familie im Fokus.

Das angestrebte «Konzept Frühe Kindheit Appenzell Ausserrhoden» soll den Handlungsrahmen für das Engagement des Kantons und der Gemeinden in der Phase der frühen Kindheit abstecken und konkrete Massnahmen festlegen. Als erstes soll gemeinsam mit der Praxis eine Situationsanalyse erarbeitet werden. Dazu wird eine Tagung am 16. November 2018 geplant. Die Situationsanalyse dient dazu, die Ausgangslage im Bereich der frühen Kindheit sowie den möglichen Handlungsbedarf wie auch die Stärken des bestehenden Angebots aufzuzeigen.

Über den Stand des Projektes wird regelmässig anhand von Kommunikationsblätter berichtet. Hier finden Sie das erste Kommunikationsblatt.

Frühe Förderung

Wir verstehen frühe Förderung im Sinne von präventiven Angeboten und Rahmenbedingungen für Eltern mit Babys und Kindern im Vorschulalter. Ziel der frühen Förderung ist es, den Kindern eine ihren Fähigkeiten angemessene Entwicklung zu ermöglichen und damit zur Chancengleichheit beizutragen. So werden ungünstige Startbedingungen zumindest teilweise aufgewogen, die Integration wird erleichtert und die Chancengerechtigkeit hinsichtlich der Bildungschancen wird erhöht. Die Frühförderung unterstützt die Eltern und erziehungsberechtigten Personen dabei, den Kindern ein Umfeld zu schaffen, das einer gesunden Entwicklung förderlich ist.

Im Zentrum früher Förderung steht somit ein guter Start ins Leben mit Massnahmen, welche die Kinder und ihre Familien stärken. Kinder aus sozial benachteiligten oder fremdsprachigen Familien haben zum Teil schon am Start ihres Bildungswegs hohe Hürden zu überwinden. Frühe Förderung verbessert die Startbedingungen und wirkt präventiv gegen die Gefahr, dass diese Kinder als Jugendliche den Anschluss an die Berufsbildung verpassen und später ihre Existenz nicht selber sichern können. Armut in der Schweiz hängt massgeblich mit dem Bildungsniveau zusammen: Je besser ausgebildet eine Person ist, desto geringer ist ihr Risiko, in die Armut abzurutschen.

Übersicht der Angebote in Appenzell Ausserrhoden

2017 wurde eine Bestandesaufnahme der Angebote im Kanton Appenzell Ausserrhoden durchgeführt. Die gesammelten Informationen wurden in einer Übersicht, aufgeteilt nach Regionen, festgehalten. Die Übersicht finden Sie hier.

Bereiche und Anlaufstellen in der frühen Kindheit

Es bestehen diverse Angebote, die Vorschulkinder früh fördern und ihre Familien unterstützen: Mütter- und Väterberatung, Erziehungsberatung, Elternbildung und familienergänzende Betreuungsangebote sowie Spielgruppen und weitere. Frühe Förderung ist besonders wirksam, wenn alle Angebote und Hilfesysteme qualifiziert, gut vernetzt und koordiniert zusammenarbeiten.

Unterschieden werden soll zwischen allgemeiner und besonderer Förderung:

  • Die allgemeine frühe Förderung soll allen Kindern (und deren Familien) offenstehen, z.B. in der Mütter- und Väterberatung, in der familienergänzenden Kinderbetreuung in Kindertagesstätten.
  • Die besondere frühe Förderung soll sich an Familien mit Kindern richten, die zur Stärkung ihrer Ressourcen eine spezifische Unterstützung benötigen, z.B. Deutschkurse für fremdsprachige Kinder, heilpädagogische Früherziehung, sonderpädagogische Massnahmen.

Anlaufstellen im Frühbereich


Angebote für Kinder im Frühbereich


Schnittstelle zum Frühbereich

Abteilung Chancengleichheit

  • Amt für Soziales
    Kasernenstrasse 17
  • 9102 Herisau
  • T: +41 71 353 64 26