Netzwerk gegen Zwangsheirat

Grafik mit einem Herz und dem Schriftzug: Ich entscheide.

Ich habe das Recht zu entscheiden - Verlobung, Heirat, Scheidung

Vermuten oder wissen Sie, dass jemand in Ihrem Umfeld unter Druck steht, eine Person zu heiraten, die sie oder er nicht heiraten möchte? Fragen Sie sich wie Sie vorgehen können, wenn Ihnen jemand erzählt, dass die Ehe konflikthaft oder gar gewaltätig ist, und sich diese Person nicht trennen darf? Oder stehen Sie selbst unter Druck?

  • Informationsbroschüre für Erwachsene zu den wichtigsten Anlauf- und Beratungsstellen sowie Tipps für die Unterstützung von Betroffenen
  • Pocketflyer mit Tipps und Hilfsangeboten für Jugendliche
  • Übersicht über die massgeblichen Gesetzesartikel

Projektleiterin: Isabelle Dubois

Informationsbroschüren in 8 Sprachen

Weitere wertvolle Informationen für Betroffene

Stadt Bern: Mit einer eidesstattlichen Erklärung können Frauen deklarieren, dass sie nicht heiraten wollen, wenn sie in ihre frühere Heimat reisen, beziehungsweise dass sie die Schweiz nicht oder nicht in Gesellschaft gewisser Personen zu verlassen beabsichtigen.

Beratung für Betroffene und Fachpersonen: Opferhilfe AR

Plattform gegen Zwangsheiraten - Infos für Betroffene, Fachpersonen und Projekte
(Viele Informationen sind in verschiedenen Sprachen zu finden)
http://www.gegen-zwangsheirat.ch/de/

Infos und Beratung für Betroffene
http://www.zwangsheirat.ch/

Informationen für Fachpersonen und NetzwerkpartnerInnen

Anu Sivaganesan von der Fachstelle Zwangsheirat im Tagblatt (PDF, 08.2018)

Appenzell Ausserrhoden: Liste mit den NetzwerkpartnerInnen «Netzwerk gegen Zwangsheiraten Appenzell Ausserrhoden» ZARtwerk (PDF, 03.2018)

Der Bund unterstützt ein Kompetenzzentrum: Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 25. Oktober 2017 vom Ergebnisbericht des Bundesprogramms gegen Zwangsheiraten (2013 – 2017) Kenntnis genommen. Das Programm hat gemäss externer Evaluation in vielen Regionen der Schweiz endscheidend dazu beigetragen, Betroffenen zu helfen. Der Bundesrat will daher weiterhin die Betreuung von betroffenen Personen sicherstellen, die Prävention verstärken und die Ausbildung von Fachpersonen fördern. Aus diesem Grund unterstützt der Bund die Fachstelle Zwangsheirat in den nächsten vier Jahren mit insgesamt 800 000 Franken.

Weiterbildung mit Hintergrundinformationen «Zwangsheiraten» durch Sandra Fausch, Bildungsstelle Häusliche Gewalt Luzern, Referat PDF

Weiterbildung zur Beratung und Begleitung Betroffener von Svenja Witzig, Ethnologin und Soziologin im TikK Zürich, Referat PDF . Dazu gibt es eine kleine Wegleitung für Berater/innen. Diese zeigt typische Muster von Ausweichstrategien und Haltungen bei Beratungen im interkulturellen Kontext auf. Das TikK steht Fachpersonen für eine kostenlose Kurzinfo zur Verfügung. Mehr unter www.tikk.ch. Beratungen oder Coachings sind kostenpflichtig.

Film-TIPP: «Nicht verliebt und trotzdem verheiratet?»
Dokumentarfilm (DVD), der die Komplexität wie auch die Vielschichtigkeit des Phänomens Zwangsheirat verdeutlicht. Anhand von verschiedenen Beispielen werden unterschiedliche Vorstellungen zu den Themen Liebe, Partnerschaft und Ehe gezeigt. Den Trailer zum Film gibt es hier (6:52'). Von: GGG Ausländerberatung Basel und zwangsheirat.ch (2010). Dauer: ca. 20'. Bestellung

Informationen zum Bundesprogramm zur Bekämpfung der Zwangsheiraten

Studie «Zwangsheiraten» in der Schweiz: Ursachen, Formen, Ausmass, BFM 2012
Bestellung oder Download

Broschüre: «Zwangsheirat in Zürich: Hintergründe, Beispiele, Folgerungen», 2010
Bestellung der Broschüre
Download als pdf

Schulungsunterlagen «Liebe, Ehe, Partnerschaft»:
Themen wie persönliche und gesetzliche Grenzen, unterschiedliche Wünsche und Traditionen, sexuelle Orientierung, Alter und Behinderung stehen im Zentrum dieser Diskussionsmappe.

Hintergrundinformationen

 

Teilnahme des Kantons Appenzell Ausserrhoden am Bundesprogramm 2013 - 2017
Die Leitung des Programms obliegt dem Staatssekretariat für Migration (SEM) in Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG). Appenzell Ausserrhoden beteiligt sich mit dem Netzwerk gegen Zwangsheirat ZARtwerk in der Phase I (2013-2014) und Phase II (2015-2017) am Bundesprogramm, das aufgrund des neuen gesetzlichen Rahmens ins Leben gerufen wurde. Die Problematik der Zwangssituationen für Frauen und Männer im Zusammenhang mit Partnerschaft, Heirat oder Scheidung ist kein Massenphänomen, aber es sind auch keine Einzelfälle, wie die Erfahrungen im Kanton zeigen. Mit Hilfe des ausserrhodischen Netzwerks mit rund 15 Fachpersonen, können Betroffene wie auch Kontaktpersonen (Lehrkräfte, Freunde etc.) zielgerichtet zugewiesen oder beraten werden.

In der Schweiz sind in den Jahren 2012 und 2013 schätzungsweise 1400 Personen unter Zwang oder Gewalt seitens ihrer Angehörigen zur Heirat, zur Beendigung einer Liebesbeziehung oder zum Verzicht auf eine Scheidung gedrängt worden, wie eine aktuelle Studie der Universität Neuenburg aufzeigt. Die Untersuchungen machen deutlich, dass Zwang insbesondere in zwei unterschiedlichen Situationen einer Beziehung auftauchen kann: Im Vorfeld der Verheiratung oder innerhalb einer Ehe. Im ersten Fall stehen junge Menschen unter Druck, eine Ehe zu schliessen, die sie nicht möchten, oder auf einen Partner zu verzichten, den sie eigentlich lieben. Zum zweiten Fall zählen all jene Ehesituationen, in denen Frauen und Männer in konflikthaften oder gewalttätigen Beziehungen ausharren, die sie – gezwungen durch die Familienehre oder durch einschränkende Aufenthaltsbewilligungen – nicht ohne weiteres verlassen können.

Abteilung Chancengleichheit

  • Amt für Soziales
    Kasernenstrasse 17
  • 9102 Herisau
  • T: +41 71 353 64 26