Inhalt

Kein Platz für Sexismus

Mein Körper. Mein Raum. Mein Recht.

Im Juli 2021 hat die Abteilung Chancengleichheit eine Umfrage zu sexueller und sexistischer Belästigung lanciert. Bereits mehr als 80 Personen haben den Fragebogen ausgefüllt und mit ihren Berichten einen Einblick in den alltäglichen Sexismus gegeben. In diesen Berichten werden körperliche Annäherungen, sexuell motivierte Kommentare und Witze, Anstarren, wiederholte Avancen und aufdringliche Sprüche beschrieben.

Belästigungen sichtbar machen

Die Kampagne «Kein Platz für Sexismus» setzt genau hier an. Mit unterschiedlichen, sich ergänzenden Massnahmen soll ein Zeichen gegen sexuelle Belästigung gesetzt werden. Sexistische Verhaltensweisen werden nicht selten als «harmlos» oder «tolerierbar» eingestuft. Indem sie öffentlich gemacht werden, wird das Bewusstsein gefördert, wie verletzend dieses Verhalten sein kann.

Gemeinsame Haltung und Empowerment
Nebst Sichtbarmachung, Sensibilisierung und Reflektion stehen auch die Stärkung einer gemeinsamen Haltung in der Gesellschaft sowie das Empowerment betroffener Personen im Fokus. Gemeinsam soll ein Beitrag geleistet werden, dass sich alle Menschen sicher und frei bewegen können – ohne Angst, belästigt zu werden. 


Livestream Digital-Talk zu «Street Harassment»


Donnerstag, 12. Mai, 18 Uhr


Mit Isabelle Dubois, Gleichstellungsbeauftragte, Kanton Appenzell-Ausserrhoden, Rahel Fenini, Gleichstellungsbeauftragte, Kanton St.Gallen und Manuela Hofer, Politikwissenschaftlerin und Sozialarbeiterin, FH Campus Wien

Plakatkampagne

Herzstück der Kampagne sind die Plakate mit Sprüchen aus der Umfrage in der Bevölkerung vom Sommer 2021. Vom 25. April bis 8. Mai sensibilisieren sie in der Öffentlichkeit für das Thema und zeigen auf, dass «harmlos» oder «tolerierbar» eben nicht für alles gilt. Mit der Plakat-Aktion wird die Bevölkerung aufgefordert, diese Verhaltensweisen zu reflektieren, hinzuschauen und sich dem Ausmass an sexueller Belästigung bewusst zuwerden. Ebenso soll die Aktion dazu anregen, sich über gängige Geschlechterrollen und -hierarchien zu unterhalten und diese gemeinsam zu hinterfragen. Sind solche Äusserungen wirklich «normal»? Welche Rollenvorstellungen begünstigen ein solches Verhalten? Und was können wir als Individuen aber auch als Gesellschaft dagegen tun?

Die Plakate können über chancengleichheit@ar.ch in den Formaten A4 und A3 bestellt werden. Bitte geben Sie an, welche(s) Plakat(e) Sie gerne aushängen möchten. (Durch anklicken öffnet sich das pdf in A4.)

 
 

Hände weg - Zivilcourage bei sexueller Belästigung

Wann: 12. September 2022, 18 - 22 Uhr

Wo: Kleintheater, Altstätten SG

Wer: offen für alle. Teilnehmerzahl beschränkt (20 Personen)

Anzügliche Bemerkungen, Pfiffe, Handgreiflichkeiten: Wir alle kennen sexuelle Belästigung im öffentlichen Raum. Doch was können wir in solchen Situationen tun? Im Kurs üben wir gemeinsam mit Schauspieler*innen, wie wir in heiklen Situationen reagieren können.

In Zusammenarbeit mit Amnesty International organisieren wir Workshops zu Zivilcourage. Möchten Sie in Ihrem Umfeld (Gemeinde, Verein, Jugendeinrichtung, Schule) einen Workshop veranstalten? Wir vermitteln die Kontakte und helfen gerne bei der Organisation. Melden Sie sich mit Ihren Angaben an chancengleichheit@ar.ch oder per Telefon an 071 353 64 26. Weitere Informationen zum Kurs und zu Amnesty International finden Sie auf deren Website.

Ausschreibung und Anmeldung

12. Mai 2022; Digital-Talk zu «Street Harassment - Sexismus im öffentlichen Raum»

Wann: Donnerstag, 12. Mai 2022, 18.00 bis 19.30 Uhr

Wo: Online, die angemeldeten Personen erhalten im Vorfeld einen YouTube-Link für die Teilnahme

Wer: die Teilnahme ist offen für alle Interessierten, die Veranstaltung findet über YouTube statt und kann somit anonym besucht werden

Sexuelle Belästigung im öffentlichen Raum ist für viele Menschen – vorwiegend Frauen – Realität. Anzügliche Bemerkungen, Pfiffe und Handgreiflichkeiten gehören beinahe zum Alltag. Das zeigt auch eine aktuelle Umfrage aus der Ostschweiz. Der Ort des Geschehens? In den meisten Fällen die Strasse, der öffentliche Verkehr, Bars und Clubs.

Mit dem Begriff Street Harassment wird dieses respektlose und bedrohliche Verhalten im öffentlichen Raum benannt. Eine fachliche Auseinandersetzung zum Ausmass, der Alltäglichkeit und der Vielfalt der Erfahrungen von Frauen und queeren Menschen findet jedoch kaum statt. Diesem Umstand möchte der Digital-Talk vom 12. Mai 2022 im Rahmen der Kampagne «Kein Platz für Sexismus» entgegenwirken.

  • Was ist Street Harassment und welche Forschung gibt es dazu?
  • Warum ist es für Betroffene so schwierig, sich zu wehren?
  • Welche Lösungsansätze braucht es, um gegen Street Harassment vorzugehen?
  • Welche Akteur*innen sind gefragt?

Antworten zu diesen Fragen gibt Manuela Hofer, Politikwissenschaftlerin und Sozialarbeiterin, die an der FH Campus Wien lehrt und forscht.

Flyer

Anmeldung

Artikel, Studien und Hintergründe

Wahrnehmung sexuelle Beziehungen und Gewalt - Eine Studie im Auftrag von Amnesty International Schweiz
An der Medienkonferenz von Amnesty Schweiz zur Veröffentlichung der Studie am 12.4. sagte Markus Theunert von männer.ch: «Lange wurde gesellschaftlich toleriert, dass sich Männer sexuell holen, was sie wollen. Das wirkt bis heute nach. Die Resultate weisen aber auf einen ermutigenden Wertewandel hin. Dass auch in sexuellen Beziehungen kontinuierlich darauf geachtet werden muss, ob allen Beteiligten wohl ist, wird für immer mehr Männer immer mehr zur Selbstverständlichkeit. Leider ist die Botschaft noch nicht bei allen angekommen.»

Sexuelle Gewalt an Frauen - Eine Befragung im Auftrag von Amnesty International Schweiz

Frauen im öffentlichen Raum - Eine Kurzstudie des Schweizerischen Kompetenzzentrums für Menschenrechte

Das Spiel heisst «Mach ihr Angst» - Artikel von Nadine A. Brügger

Die Stadtbibliothek Rapperswil-Jona, die sich ebenfalls an der Kampagne beteiligt, sensibilisiert vom 25. April bis 8. Mai mit einer Medienausstellung. Die dazugehörigen Medien finden Sie auf dieser Liste

Resultate Umfrage sexuelle und sexistische Belästigung in der Ostschweiz

Fast 900 Personen haben im Kanton St.Gallen zwischen Oktober 2021 und Februar 2022 an der Umfrage teilgenommen und ihre persönlichen Erfahrungen mit sexueller Belästigung im öffentlichen Raum geteilt. In Appenzell Ausserrhoden waren es rund 80 Personen - dies entspricht nahezu dem Verhältnis der Einwohnerzahlen beider Kantone - die Aufteilung in den Ergebnissen verhalten sich ähnlich. Die Resultate machen deutlich, wie alltäglich sexuelle Belästigung im Kanton St.Gallen ist. 84 % der teilnehmenden Frauen und 17 % der teilnehmenden Männer wurden schon ein Mal oder mehrmals sexuell belästigt. Die Umfrageergebnisse zeigen auch auf, wo und in welchen Formen Belästigung vorkommt. So berichten die teilnehmenden Personen vor allem von sexistischen Bemerkungen und blöden Sprüchen gefolgt von unangenehmer Nähe, unangemessenem Anstarren sowie ungewollten Umarmungen und Küssen. Unwohl fühlen sich die betroffenen Personen überwiegend im Ausgang, im öffentlichen Verkehr, am Bahnhof oder an Haltestellen.

Beratungsstellen

Sie sind von sexueller Belästigung betroffen und möchten Unterstützung? Zögern Sie nicht, sich an eine Beratungsstelle zu wenden. Die Mitarbeitenden sind darauf spezialisiert Sie in dieser Situation zu beraten, zu begleiten oder einfach nur zuzuhören.

 

Opferhilfe (ohsg.ch), 071 227 11 00

Polizei AR (www.ar.ch/...), 117

Belästigt.ch (belaestigt.ch)

147.ch (147.ch), 147

feel-ok.ch (feel-ok.ch)

KMUkonkret+ - Angebot zur Prävention von sexistischer und sexueller Belästigung am Arbeitsplatz 

 

Weitere Angebote

OTHERSIDE - LGBTQ* (@otherside.lgbtq) - Raum um sich kennen zu lernen auszutauschen und sich selbst zu sein

Sexualpädagogik (www.faplasg.ch) - Projekte für Schulklassen, Elternbildung, Lehrpersonen

Selbstverteidigung

Um Selbstbewusstsein zu lernen und sich im Notfall körperlich zur Wehr setzen zu können ist es für viele Menschen hilfreich einen entsprechenden Kurs zu besuchen. Wir haben einige Anbieter aus der Region zusammengestellt.

https://asiasport.ch/

https://wingchun-ostschweiz.ch/

https://shiftyourself.ch/pfs-herisau.shtml

https://karateherisau.ch/karate-informationen/

 

Schule

Für den Unterricht von 12-18 jährigen hat die Stadt Zürich gemeinsam mit Reaktor das Lehrmittel be yourself entwickelt. Weitere Informationen zu Inhalt und Bestellung finden Sie direkt bei der Stadt Zürich

Herzsprung ist ein Präventionsprogramm für Freundschaft, Liebe, Sexualität ohne Gewalt. 

Der Zivilcourage Workshop von Amnesty International kann auch für Schulklassen gebucht werden. Kontaktieren Sie uns oder direkt Amnesty International.

 

Projektgruppe

Dieses Projekt entstand in einer überregionalen Zusammenarbeit mit St. Gallen und dem Fürstentum Liechtenstein. Weitere Informationen zu den einzelnen Projekten und Veranstaltungen sind jeweils auf den Webseiten der zuständigen Kantone/Länder zu finden.

Kanton St.Gallen, Kompetenzzentrum Integration und Gleichstellung, https://www.sg.ch/gesundheit-soziales/soziales/gleichstellung.html

infra, Informations- und Beratungsstelle für Frauen, Fürstentum Liechtenstein, https://www.infra.li/

Zusätzliche Informationen

Abteilung Chancengleichheit

Amt für Soziales
Kasernenstrasse 17
9102 Herisau
T: +41 71 353 64 26