Bildungssystem in der Schweiz

Das Departement Bildung und Kultur leitet das Schul- und Bildungswesen und sorgt andererseits für eine vielfältiges kulturelles Leben im Kanton Appenzell Ausserrhoden.

Hier erhalten Sie alle notwendigen Informationen zum Bildungssystem in Appenzell Ausserrhoden.

Angebote für fremdsprachige Kinder

Für Kinder, die während der Schulzeit neu in die Schweiz einreisen, werden automatisch von den Schulen in ihrer Sprachförderung unterstützt. Ob durch Regelklassen mit Intensiv-Deutschkursen oder einer  Zuweisung in eine Deutschklasse. Die Kinder erhalten intensiven Deutschunterricht als Unterstützung für die schulische Integration. Der Unterricht in Deutsch als Zweitsprache (DaZ) ist ein ergänzendes Angebot zum Regelunterricht in der Volksschule Appenzell Ausserrhodens.

Kinder, die sich in ihrer Muttersprache gut ausdrücken können und viele Wörter kennen, lernen die deutsche Sprache leichter. Deshalb ist es wichtig, dass Sie mit den Kindern in Ihrer Muttersprache sprechen. Im Alltag gibt es dafür unzählige Möglichkeiten. Nehmen Sie sich so oft wie möglich Zeit, mit dem Sohn oder der Tochter zu sprechen und ihnen zuzuhören. Unterstützen können Sie Ihr Kind auch so: Freuen Sie sich darüber, wenn es im Kindergarten oder in der Schule neue deutsche Wörter gelernt hat. Für Kinder im Vorschulalter erhalten Sie wertvolle Informationen zum Thema Frühe Förderung.

Mütter und Väter können am Arbeitsplatz, im Gespräch mit den Nachbarinnen und Nachbarn oder in einem Kurs die deutsche Sprache lernen. Damit helfen Sie Ihrem Kind auf seinem Weg durch den Kindergarten und die Schule.

Sprachangebote für Jugendliche

Für Jugendliche bis zum 21. Lebensjahr bieter der Kanton Appenzell Ausserrhoden in Zusammenarbeit mit dem Verein Tipiti sogenannte Integrationsklassen an. Die Integrationsklasse ist ein Angebot mit sprachlichem Schwerpunkt.

Der Besuch des Unterrichts in heimatlicher Sprache und Kultur (HSK) ist freiwillig, wird aber empfohlen. Dort erweitern die Kinder ihre Kenntnisse der Sprache und Kultur des Herkunftslandes. Elternvereinigungen oder Botschaften organisieren diese Kurse. Die Noten, die das Kind in diesem Kurs erhält, können im Zeugnis eingetragen werden. Je besser ein Kind seine Muttersprache spricht, desto einfacher fällt ihm das Erlernen der deutschen Sprache. Das Konsulat Ihres Heimatlandes berät sie gerne diesbezüglich.

Falls es für Ihr Kind schwierig ist, nach der 9. Klasse eine Berufsausbildung zu finden oder sprachliche Barrieren bestehen, bietet der Kanton Appenzell Ausserrhoden Brückenangebote an. Informationen zu Deutschkursen für Erwachsene finden Sie hier.

Wenden Sie sich bei Fragen und Anliegen bitte an die INFI.

Noten

In den Schulen gibt es spätestens ab der 2. oder 3. Klasse der Primarschule zweimal im Jahr ein Zeugnis und einen Bericht über die schulischen Leistungen des Kindes (Lernbericht). In den ersten Jahren der Primarschule verfassen die Lehrpersonen in vielen Kantonen nur einen Lernbericht.

Die Zeugnisnoten gehen von 1 bis 6; diese bedeuten:

1 = sehr schwach
2 = schwach
3 = ungenügend
4 = genügend
5 = gut
6 = sehr gut

Im Zeugnis können auch halbe Noten stehen, zum Beispiel 4.5 oder 5.5.

Manchmal stehen im Zeugnis statt Noten auch Worte, zum Beispiel sehr gut, gut, genügend oder ungenügend. Die Eltern müssen das Zeugnis unterschreiben und das Kind muss es wieder in die Schule zurückbringen.

Feiertage, Klassenreisen, Ausfälle und Informationspflicht

Feiertage

In manchen Gemeinden werden die Kinder an wichtigen religiösen oder kulturellen Festtagen in ihrer Herkunftskultur vom Kindergartenbesuch oder Schulbesuch dispensiert. Das heisst, sie müssen an diesem Tag nicht in den Kindergarten oder zur Schule gehen. mit sogenannten Joker-Tagen können die Kinder an zwei gewählten Tagen im Jahr vom Schulbesuch berefreit werden. Dazu informieren die Eltern die Lehrer.

Informieren Sie sich, wie dies an der Schule Ihres Kindes organisiert ist. Informieren Sie sich in Kindergarten/Schule Ihrer Gemeinde über die Jokertage.

Klassenreisen

Die Teilnahme an Schulreisen und Ausflügen, Sporttagen, Skitagen, Klassenlagern, Projektwochen und Ähnlichem ist obligatorisch. Diese Aktivitäten gehören zum Schulunterricht und fördern das Lernen. Wenn Sie genauere Informationen wünschen, sprechen Sie mit der Lehrerin oder dem Lehrer.

Eltern und Schule

Die Lehrperson informiert die Eltern über die Leistungen und das Verhalten ihres Kindes in der Schule. Die Eltern dürfen Schulbesuche machen, melden sich jedoch vorgängig bei der Lehrperson an.

Die Eltern sind verpflichtet, dafür zu sorgen, dass ihre Kinder pünktlich zur Schule gehen und sie zu Hause einen ruhigen Platz für die Hausaufgaben haben. Sie müssen auch darauf achten, dass die Kinder genügend schlafen und am Morgen vor der Schule frühstücken. Wenn die Kinder krank sind, müssen die Eltern den Lehrer oder die Lehrerin sofort informieren.

In der Schweiz wird viel Wert auf die Kommunikation und die Zusammenarbeit zwischen Lehrpersonen und Eltern gelegt. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Kontakt zur Lehrerin oder zum Lehrer halten und an Elterngesprächen und Elternabenden teilnehmen.

Bei Fragen oder Problemen ist grundsätzlich der/die Kindergärtner/in oder die Lehrperson Ihre erste Ansprechperson. Falls Ihr Anliegen nicht mit diesen Personen geklärt werden kann, wird die Schulleitung beigezogen.

Krankheit und Ausfall

Wenn das Kind krank ist, müssen Sie den/die Kindergärtner/in oder die Lehrperson unbedingt darüber informieren. Rufen Sie deshalb vor Schulbeginn im Kindergarten oder in der Schule an. Manche Kindergärtner/innen oder Lehrerpersonen geben für den Notfall auch ihre Privatnummer an.

Wenn Ihr Kind krank ist, haben Sie das Recht, zu Hause zu bleiben und nicht zur Arbeit zu gehen. Informieren Sie sich bei Ihrem Arbeitgeber darüber, wie viele Tage Sie pro Jahr wegen Krankheit eines Kindes fehlen dürfen.

Unterstützung für die Kinder

Hausaufgabenhilfe

Die Lehrerin oder der Lehrer gibt den Schülerinnen und Schülern Hausaufgaben. Die Kinder sollen die Hausaufgaben zuhause selber lösen. Die Eltern können ihr Kind aber unterstützen.

Manche Gemeinden und Schulen bieten anschliessend an die Schulzeit eine betreute Aufgabenhilfe an. Dort kann das Kind die Aufgaben unter Aufsicht einer Betreuungsperson machen. Es gibt auch private Nachhilfeangebote oder online Kinder-Lerntipps. Informieren Sie sich in Ihrer Gemeinde darüber.

Unterstützung im Alltag

Das Wichtigste ist Ihr Interesse für die Schule und das, was Ihr Kind lernt. Fragen Sie Ihre Tochter oder Ihren Sohn deshalb so oft wie möglich: «Wie ist es heute im Kindergarten / in der Schule gegangen?» Oder: «Was habt ihr gemacht?» Nehmen Sie sich Zeit zum Zuhören. Freuen Sie sich mit dem Kind, wenn ihm etwas gut gelungen ist und machen Sie ihm Mut, wenn etwas noch schwierig ist.

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind nach der Schule regelmässig (am gleichen Ort und zur gleichen Zeit) und ungestört die Hausaufgaben macht (ohne Handy, Fernsehen oder Radio).

Es ist wichtig, dass Ihr Kind rechtzeitig zu Bett geht und am Morgen ausgeruht ist. Eine gesundes Frühstück und eine gesunde Zwischenmahlzeit in die Schule gibt Ihrem Kind Kraft. Kinder, die viel TV sehen oder Computerspiele machen, können Konzentrationsprobleme bekommen. Setzen Sie deshalb Grenzen, Ihrem Kind zuliebe.

Mein Kind fühlt sich nicht wohl – was tun?

Es ist wichtig, dass Sie mit dem/der Kindergärtner/in oder der Lehrperson eine aktive Beziehung anstreben und darüber sprechen. So können Sie miteinander eine Lösung suchen. Das kann der Beizug von Kinderärzten und Kinderärztinnen, Psychologen und Psychologinnen oder Heilpädagogen und Heilpädagoginnen usw. sein. Nehmen Sie jemandem zum Übersetzen mit, wenn das nötig ist. Wenn Sie sich mit dem/der Kindergärtner/in oder der Lehrperson nicht einigen können, sprechen Sie mit der Schulleitung.

Hier erhalten Sie eine Übersicht von Angeboten im Kanton Appenzell Ausserrhoden.

Informationsstelle Integration INFI

Amt für Soziales
Kasernenstrasse 17
9102 Herisau

T: +41 353 64 61

infi@ar.ch

Standort

 

Kontaktperson: Evelina Brecht, Fachperson Informationsstelle Integration

Weitere Informationen zur Informationsstelle Integration INFI hier

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