Arbeitswelt & Lohn

Schild: Changengleichheit bitte warten!

Auch wenn künftig Lohngleichheit oder das Vereinbaren von Beruf und Familie für Mann und Frau selbstverständlich sein sollten: Der fortwährende gesellschaftliche Wandel bedingt, dass wir uns die Frage nach der tatsächlichen Gleichstellung der Geschlechter immer wieder aufs Neue stellen.

Berufliche Vorsorge bei Scheidung

Seit Anfang 2017 gilt eine neue Regelung, wie das Vorsorgeguthaben bei Scheidung aufgeteilt wird. Eine neuaufgelegte Informationsbroschüre des Bundes berücksichtigt diese und weitere Änderungen im Ehe- und Familienrecht. Sie informiert über das schweizerische Scheidungsrecht, erklärt das Vorsorgesystem und zeigt auf, welche finanziellen Auswirkungen eine Scheidung auf die berufliche Vorsorge hat.

Download «Trennung und berufliche Vorsorge bei Scheidung» 2017 (PDF)

Gendergerechte Sprache

Der Leitfaden des Bundes enthält zum einen die verbindlichen Regeln für das geschlechtergerechte Formulieren der amtlichen Texte des Bundes, zum andern eine Vielzahl von Hilfestellungen, Empfehlungen und Tipps für das geschlechtergerechte Formulieren.

Geschlechterquote

Geschlechterquote - unelegant, aber wirksam

Seit langem wird moniert  - von Frauen- wie Männer-Seite -, wie unwürdig es wäre, «nur» eine Quotenfrau zu sein. Ein Killerargument gegen Frauen in Führungspositionen. Gut qualifiziert würden sie schon an die entsprechende Position gelangen. Doch die Statistiken zeigen es deutlich: Solange sich Unternehmungen nicht bewusst der Chancengleichheit und der Frauenförderung verschreiben, passiert kaum etwas: In rund zehn Jahren hat sich die Situation nicht wesentlich verbessert. Frauen positionieren sich anders im Arbeitsmarkt als Männer. Diese Tatsache bewirkt, dass Frauen erst gesucht werden müssen, während Männer längst bereit stehen. Die Frauenquote lenkt den Blick zwingend auf gut ausgebildete Frauen.

Die politische Debatte über mögliche Massnahmen zur Verbesserung des Zugangs der Frauen in Verwaltungsräte steht am Anfang. Gleichwohl wurde in letzter einiges dazu gesagt: 

Aktuelle und gute Firmen-Beispiele wie Frauen in Führungspositionen gelangen, sind in der Dokumentation «Frauen in Führungspositionen: so gelingt's» des SECO publiziert. Nicht zuletzt wäre es fatal, wie Bundesrätin Doris Leuthard schreibt, das Potenzial der talentierten, gut ausgebildeten Frauen nicht genügend auszuschöpfen. Die demografischen Prognosen zeigen, dass ab 2015 ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften droht. Nur fortschrittliche und attraktive Arbeitgeber werden in Zukunft die besten und motiviertesten Arbeitskräfte für sich gewinnen. Flexible Arbeitsbedingungen und eine Unternehmenskultur, in der Diskriminierung keinen Platz hat, sind Elemente, die Arbeitnehmende nachweislich immer stärker gewichten.

Gleichstellungsgesetz

Das Gleichstellungsgesetz beschäftigt sich mit Diskriminierungen im Erwerbsleben und gilt für alle Anstellungsverhältnisse in der Privatwirtschaft wie auch in öffentlichen Verwaltungen und Institutionen. Es stützt sich auf den Gleichstellungsartikel Art. 8 Abs. 3 Bundesverfassung. Als Zweck des Gesetzes ist ausdrücklich «die Förderung der tatsächlichen Gleichstellung von Frau und Mann» (Art. 1 Gleichstellungsgesetz) genannt.

Lohngleichheit

Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit: Dieser Grundsatz ist in der Verfassung und im Gleichstellungsgesetz verankert. Wie gleichgestellt sind Frauen- und Männerlöhne heute? Um es vorweg zu nehmen: Frauen verdienen immer noch markant weniger als Männer. Laut Bundesamt für Statistik (BFS) betrug die Lohnungleichheit zwischen Frau und Mann 2012 in der Privatwirtschaft im Durchschnitt 19,3 Prozent. Davon ist ein erheblicher Anteil (44 Prozent) nicht durch objektive Merkmale erklärt. Diese Lohndiskriminierung von 8,3 Prozent (LSE 2012) entspricht pro Monat 678 Franken. Das bedeutet einen Erwerbsausfall von jährlich 7,7 Milliarden Franken (Rechnungsgrundlage LSE 2010) und belastet dadurch das Haushaltsbudget und die persönliche Altersvorsorge von Frauen, Männern und ihren Familien.

Ein paar Fakten zu den Frauen- und Männerlöhnen auf einen Blick

Je höher die berufliche Stellung und das Anforderungsniveau,

  • desto höher der Lohn,

  • desto niedriger der Frauenanteil,

  • umso grösser die Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau.

Frauen sind mit 67 % deutlich übervertreten in Tieflohnstellen, d.h. Stellen, die mit weniger als 4293 Franken brutto pro Monat auskommen müssen.

Je älter die Frauen sind, desto grösser werden die Unterschiede: Unter 30-Jährige verdienen durchschnittlich 6% weniger, bis 50-Jährige 18 % und bei den über 50-jährigen Frauen sind es gar 24%, die sie weniger verdienen als die Männer gleichen Alters.

In der Privatwirtschaft liegt der durchschnittliche Lohnunterschied bei 19% und im öffentlichen Sektor etwas tiefer, nämlich bei 14%.

 Am grössten sind die Lohnunterschiede bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistern: Frauen verdienen hier rund 32% weniger.

Die geringsten Lohnunterschiede, nämlich unter 10%, finden sich in den Branchen Verkehr, Bergbau, Baugewerbe, Gastgewerbe und Erziehung.

Quelle: LSE 2012

 Charta der Lohngleichheit im öffentlichen Sektor

„Die öffentliche Hand muss bei der Lohngleichheit Vorbild sein und ihren Einfluss nutzen", sagte Bundesrat Alain Berset in seiner Eröffnungsrede zum zweiten nationalen Treffen in Bern. Mit einem jährlichen Beschaffungsvolumen von rund 36 Milliarden Franken und über 300‘000 Vollzeitstellen komme der öffentlichen Hand eine grosse volkswirtschaftliche Bedeutung zu. Er rief Kantone und Gemeinden auf, ihr Engagement zu intensivieren und präsentierte zu diesem Zweck die Charta der „Lohngleichheit im öffentlichen Sektor".

Verschiedene Gemeinden und Kantone sowie der Bund haben die Charta bereits unter-schrieben. Appenzell Ausserrhoden hat noch nicht unterzeichnet, doch steht die Charta jederzeit zur Unterzeichnung offen. Übersichtskarte

Von einer fairen Lohnpolitik profitieren

Für viele Unternehmen ist eine faire und auf Gleichbehandlung basierende Lohnpolitik selbstverständlich. Doch Lohndiskriminierung kann auch ohne Absicht geschehen. Die Sozialpartner und der Bund haben deshalb von 2009 bis 2014 den Lohngleichheitsdialog durchgeführt. Private Unternehmen wie öffentliche Verwaltungen konnten sich freiwillig daran beteiligen und ihr Lohngefüge nach Gleichstellungsaspekten überprüfen. Auf Antrag der Appenzell Ausserrhoder Sozialpartnerkonferenz nahm auch die Kantonale Verwaltung mit ihren rund 1‘000 Angestellten daran teil. Das Ziel des Lohngleichheitsdialogs, der Ende 2013 startete, war zu überprüfen, ob die Löhne gemäss den Vorgaben des Lohngleichheitsdialogs dem Grundsatz der Lohngleichheit entsprechen. Köbi Frei, Regierungsrat von Appenzell Ausserrhoden, hat die Lohngleichheit zur Chefsache gemacht und erklärt, dass obwohl die in der kantonalen Verwaltung ermittelten Werte unter der Toleranzschwelle für Lohndiskriminierung lagen, alles daran gesetzt würde, um allfällige und nicht erklärbare Lohnunterschiede mit geeigneten Massnahmen weiter zu reduzieren: «Ich finde, die Lohngleichheit gehört zu einem modernen Personalleitbild und ich bin froh, konnten wir in diesem Anliegen so kräftige Schritte vorwärts machen». Weitere Beispiele für Engagements des öffentlichen Sektors finden Sie hier. Entsprechend werden individuellen Lohnmassnahmen geprüft, aber auch Kaderleute geschult, so dass sie ihren Blick für Gleichstellungs- und Lohngleichheitsthemen schärfen können. Gerade die Phänomene der glass ceilings bzw. gläsernen Decken, wo Frauen bei Beförderungsmassnahmen an einem Punkt stossen, wo es nicht oder nur sehr schwierig weiter geht, begünstigen (Lohn)ungleichheiten. Die Auseinandersetzung mit all diesen Themen sind wichtige Ecksteine für eine erfolgreiche und faire Personalpolitik.

Zeichen setzen und das Lohngefüge im Unternehmen prüfen

Für Arbeitgebende, die eine Standortbestimmung zur Einhaltung der Lohngleichheit in ihrem Unternehmen vornehmen wollen, stellt der Bund eine kostenlose Software Logib zur Verfügung. Logib ist ein Selbsttest, der mit dem Programm Excel funktioniert und sich für Betriebe ab 50 Mitarbeitenden eignet. Auch die kantonale Verwaltung Appenzell Ausserrhoden hat sich dem Instrument Logib bedient und dieses so eingerichtet, dass Lohngleichheitsanalysen künftig jederzeit möglich sind. Dass sich diese Analysen für Unternehmen empfehlen, ist auch vor dem Hintergrund der bundesrätlichen Politik zu verstehen, die einen gesetzlichen Handlungsbedarf im Bereich der Lohndiskriminierung sieht. Doch nicht ausschliesslich unter gesetzlichen Gesichtspunkten ist ein gerechter und diskriminierungsfreier Lohn wichtig. Wie aus vielen Untersuchungen bekannt wurde, hängen Lohn und Arbeitszufriedenheit zusammen: Für die Lohnzufriedenheit ist weniger die absolute Höhe des Lohns entscheidend, vielmehr der konkrete Vergleich mit Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen.

Tabu brechen und über den Lohn sprechen

Löhne sind ein Tabuthema. Für Arbeitnehmende ist es deshalb nicht einfach, Lohndiskriminierungen auf die Spur zu kommen und diese zu beweisen. Diskriminierungen kommen bei allen Lohnbestandteilen vor − beim Grundlohn ebenso wie bei den Sonderzulagen, die in den letzten Jahren stark zugenommen haben. Beispielsweise erhielten Männer 2012 im Schnitt pro Monat 703 Franken mehr in Form von Boni als Frauen. Wenn Arbeitnehmende vermuten, dass ihr Lohn nicht gesetzeskonform ist, empfiehlt sich ein schrittweises Vorgehen. Neben der Informationsbeschaffung über Broschüren wie Mein Lohn unter der Lupe und dem Gespräch mit der vorgesetzten Person, können im Appenzell Ausserrhoden die Fachleute der Infostelle Frau+Arbeit kontaktiert oder die kantonale Schlichtungsstelle bei Diskriminierung im Erwerbsleben mit ihren kostenlosen Dienstleistungen angerufen werden.

*Quelle: BFS, Schweizerische Lohnstrukturerhebung LSE 2010 und 2012 (Zusammenfassung Analyse Schlussbericht), Neuchâtel www.lse.bfs.admi.ch. Die LSE wird seit 1994 alle zwei Jahre im Oktober mittels schriftlicher Direkterhebung bei Unternehmen durchgeführt.

Objektive Merkmale des Lohnunterschieds können erklärt werden mit der Qualifikation, Stellung, Branche, Berufserfahrung im gleichen Unternehmen, etc.

Auf dem Weg zur Lohngleichheit: Bundesrat überweist Botschaft ans Parlament

Regelmässige Lohngleichheitsanalysen sollen unerklärte Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen aufdecken. Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 5. Juli 2017 die Botschaft mit entsprechenden Änderungen des Gleichstellungsgesetzes verabschiedet. Diese sehen vor, dass Unternehmen mit 50 oder mehr Angestellten künftig alle vier Jahre eine Analyse durchführen, diese von einer unabhängigen Stelle überprüfen lassen und über das Resultat informieren. Damit will der Bundesrat für die Unternehmen einen Anreiz schaffen, ihr Lohngefüge so anzupassen, dass der verfassungsmässige Anspruch auf gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit Realität wird. Medienmitteilung vom 05.07.2017

Lohngleichheit / Studien

Studie «Teilzeitarbeit und Altersvorsorge» 2016

Zurzeit gehen 60 Prozent der erwerbstätigen Frauen und 16 Prozent der erwerbstätigen Männer einer Teilzeitarbeit nach. Das Altersvorsorgesystem der Schweiz ist komplex und hat ein gutes Gedächtnis: niedrige Teilzeitpensen über längere Zeit hinweg bewirken eine ungenügende Absicherung im Alter. Durch eine Scheidung oder ungünstige Bedingungen der Pensionskasse wird diese noch verschärft. Das zeigt eine Studie im Auftrag der Schweizerischen Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten (SKG).

Studie zur Situation der Berufsfrauen im Umweltbereich, 2017

Ende August 2017 haben die FachFrauen Umwelt ihr Projekt «Studie zur Situation der Berufsfrauen im Umweltbereich» abgeschlossen und es konnten interessante Ergebnisse zusammen getragen sowie Handlungsbedarf und Handlungsmöglichkeiten definiert werden. Die Ergebnisse der Studie zeigen es deutlich: Insbesondere bei den Karrieremöglichkeiten – für Teilzeitangestellte – aber auch bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie gibt es Verbesserungsbedarf. Weiterhin braucht es aber auch Werbemassnahmen und Sensibilisierungskampagnen, damit junge Frauen sich für Ausbildungen im MINT-Bereich interessieren.

Analyse der Löhne von Frauen und Männern anhand der Lohnstrukturerhebung 2014, 2017

«Mann und Frau haben Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit.» - so steht es in der Bundesverfassung. Dass dies bis heute nicht in die Tat umgesetzt wurde, zeigt eine im März 2017 erschienene Studie im Auftrag des Bundesamts für Statistik. Anhand der Lohnstrukturerhebungen von 2014 führte das Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien eine Analyse der Löhne von Frauen und Männern durch. Die Resultate sind eindeutig: Im Jahr 2014 verdienten die Frauen im privaten Sektor durchschnittlich 19,5 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Damit ist der Unterschied um 4,1 Prozent gesenkt worden verglichen mit 2010. Aber noch immer sind knapp 40 Prozent dieses Unterschieds nicht erklärbar mit objektiven Faktoren.

Lohnpolitik auf schweizerischer und kantonaler Ebene

Auf dem Weg zur Lohngleichheit: Bundesrat überweist Botschaft ans Parlament

Regelmässige Lohngleichheitsanalysen sollen unerklärte Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen aufdecken. Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 5. Juli 2017 die Botschaft mit entsprechenden Änderungen des Gleichstellungsgesetzes verabschiedet. Diese sehen vor, dass Unternehmen mit 50 oder mehr Angestellten künftig alle vier Jahre eine Analyse durchführen, diese von einer unabhängigen Stelle überprüfen lassen und über das Resultat informieren. Damit will der Bundesrat für die Unternehmen einen Anreiz schaffen, ihr Lohngefüge so anzupassen, dass der verfassungsmässige Anspruch auf gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit Realität wird.

Medienmitteilung vom 05.07.2017

Charta der Lohngleichheit im öffentlichen Sektor

„Die öffentliche Hand muss bei der Lohngleichheit Vorbild sein und ihren Einfluss nutzen", sagte Bundesrat Alain Berset in seiner Eröffnungsrede zum zweiten nationalen Treffen in Bern. Mit einem jährlichen Beschaffungsvolumen von rund 36 Milliarden Franken und über 300‘000 Vollzeitstellen komme der öffentlichen Hand eine grosse volkswirtschaftliche Bedeutung zu. Er rief Kantone und Gemeinden auf, ihr Engagement zu intensivieren und präsentierte zu diesem Zweck die Charta der „Lohngleichheit im öffentlichen Sektor".

Verschiedene Gemeinden und Kantone sowie der Bund haben die Charta bereits unter-schrieben. Appenzell Ausserrhoden hat noch nicht unterzeichnet, doch steht die Charta jederzeit zur Unterzeichnung offen. Übersichtskarte

Von einer fairen Lohnpolitik profitieren

Für viele Unternehmen ist eine faire und auf Gleichbehandlung basierende Lohnpolitik selbstverständlich. Doch Lohndiskriminierung kann auch ohne Absicht geschehen. Die Sozialpartner und der Bund haben deshalb von 2009 bis 2014 den Lohngleichheitsdialog durchgeführt. Private Unternehmen wie öffentliche Verwaltungen konnten sich freiwillig daran beteiligen und ihr Lohngefüge nach Gleichstellungsaspekten überprüfen. Auf Antrag der Appenzell Ausserrhoder Sozialpartnerkonferenz nahm auch die Kantonale Verwaltung mit ihren rund 1‘000 Angestellten daran teil. Das Ziel des Lohngleichheitsdialogs, der Ende 2013 startete, war zu überprüfen, ob die Löhne gemäss den Vorgaben des Lohngleichheitsdialogs dem Grundsatz der Lohngleichheit entsprechen. Köbi Frei, Regierungsrat von Appenzell Ausserrhoden, hat die Lohngleichheit zur Chefsache gemacht und erklärt, dass obwohl die in der kantonalen Verwaltung ermittelten Werte unter der Toleranzschwelle für Lohndiskriminierung lagen, alles daran gesetzt würde, um allfällige und nicht erklärbare Lohnunterschiede mit geeigneten Massnahmen weiter zu reduzieren: «Ich finde, die Lohngleichheit gehört zu einem modernen Personalleitbild und ich bin froh, konnten wir in diesem Anliegen so kräftige Schritte vorwärts machen». Weitere Beispiele für Engagements des öffentlichen Sektors finden Sie hier. Entsprechend werden individuellen Lohnmassnahmen geprüft, aber auch Kaderleute geschult, so dass sie ihren Blick für Gleichstellungs- und Lohngleichheitsthemen schärfen können. Gerade die Phänomene der glass ceilings bzw. gläsernen Decken, wo Frauen bei Beförderungsmassnahmen an einem Punkt stossen, wo es nicht oder nur sehr schwierig weiter geht, begünstigen (Lohn)ungleichheiten. Die Auseinandersetzung mit all diesen Themen sind wichtige Ecksteine für eine erfolgreiche und faire Personalpolitik.


Zeichen setzen und das Lohngefüge im Unternehmen prüfen

Für Arbeitgebende, die eine Standortbestimmung zur Einhaltung der Lohngleichheit in ihrem Unternehmen vornehmen wollen, stellt der Bund eine kostenlose Software Logib zur Verfügung. Logib ist ein Selbsttest, der mit dem Programm Excel funktioniert und sich für Betriebe ab 50 Mitarbeitenden eignet. Auch die kantonale Verwaltung Appenzell Ausserrhoden hat sich dem Instrument Logib bedient und dieses so eingerichtet, dass Lohngleichheitsanalysen künftig jederzeit möglich sind. Dass sich diese Analysen für Unternehmen empfehlen, ist auch vor dem Hintergrund der bundesrätlichen Politik zu verstehen, die einen gesetzlichen Handlungsbedarf im Bereich der Lohndiskriminierung sieht. Doch nicht ausschliesslich unter gesetzlichen Gesichtspunkten ist ein gerechter und diskriminierungsfreier Lohn wichtig. Wie aus vielen Untersuchungen bekannt wurde, hängen Lohn und Arbeitszufriedenheit zusammen: Für die Lohnzufriedenheit ist weniger die absolute Höhe des Lohns entscheidend, vielmehr der konkrete Vergleich mit Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen.

Tabu brechen und über den Lohn sprechen

Löhne sind ein Tabuthema. Für Arbeitnehmende ist es deshalb nicht einfach, Lohndiskriminierungen auf die Spur zu kommen und diese zu beweisen. Diskriminierungen kommen bei allen Lohnbestandteilen vor − beim Grundlohn ebenso wie bei den Sonderzulagen, die in den letzten Jahren stark zugenommen haben. Beispielsweise erhielten Männer 2012 im Schnitt pro Monat 703 Franken mehr in Form von Boni als Frauen. Wenn Arbeitnehmende vermuten, dass ihr Lohn nicht gesetzeskonform ist, empfiehlt sich ein schrittweises Vorgehen. Neben der Informationsbeschaffung über Broschüren wie Mein Lohn unter der Lupe und dem Gespräch mit der vorgesetzten Person, können im Appenzell Ausserrhoden die Fachleute der Infostelle Frau+Arbeit kontaktiert oder die kantonale Schlichtungsstelle bei Diskriminierung im Erwerbsleben mit ihren kostenlosen Dienstleistungen angerufen werden.

*Quelle: BFS, Schweizerische Lohnstrukturerhebung LSE 2010 und 2012 (Zusammenfassung Analyse Schlussbericht), Neuchâtel www.lse.bfs.admi.ch. Die LSE wird seit 1994 alle zwei Jahre im Oktober mittels schriftlicher Direkterhebung bei Unternehmen durchgeführt.

Objektive Merkmale des Lohnunterschieds können erklärt werden mit der Qualifikation, Stellung, Branche, Berufserfahrung im gleichen Unternehmen, etc.

Abteilung Chancengleichheit

  • Amt für Soziales
    Kasernenstrasse 17
  • 9102 Herisau
  • T: +41 71 353 64 26