Berufswahl

Wortsamlung Berufswahl

Obwohl jungen Leuten viele Berufe offen stehen, stolpern Mädchen und Jungen von Kindesschuhen an über Geschlechterklischees, was sich ganz besonders bei der Berufswahl zeigt: Während die Hälfte der jungen Männer aus rund 14 Berufen auswählen, wählen junge Frauen aus 5 Berufen aus. Sie entscheiden sich für Berufe im Gesundheitswesen, im Verkauf oder im Büro, wo die Kommunikation mit Mitmenschen im Vordergrund steht, während junge Männer einen Beruf aus einem breiten Spektrum wählen, in dem technische Aspekte dominieren, wie in der Holz- Metall-, Maschinen- oder Bauindustrie.

Mein Beruf - Geschlechterbilder bei der Berufswahl

«Mein Beruf» ist ein auf die Sek I ausgerichtetes Workshop-Angebot, welches Schulen und Lehrpersonen buchen können. Die Module werden vom Kanton subventioniert. Der Workshop thematisiert die Bedeutung von Geschlechterrollen in der Berufswahlphase. Ziel des Workshops ist, die Schülerinnen und Schüler dazu zu ermutigen, ihre Berufswahl aufgrund ihrer persönlichen Fähigkeiten und Interessen zu treffen und nicht aufgrund geschlechtsspezifischer Stereotypen. Im Live-Modul kommen Schülerinnen und Schüler ins Gespräch mit jungen Leuten in geschlechtsuntypischen Berufen. Mehr Informationen über das Projekt sind auf der Webseite www.beruf-bilder.ch ersichtlich. Das Projekt arbeitet eng mit SRF mySchool zusammen. Unter www.srf.ch/meinberuf werden Berufsporträts-Videos publiziert.

Toolbox Genderarbeit

«Mädchen sind anders, Jungen auch»

Der Ruf nach mehr Frauen auf dem Arbeitsmarkt und mehr Männer in der Pflege und soziale Berufe wird lauter. Studien zeigen jedoch, dass junge Frauen und Männer sich kaum mit dem Thema Lebensgestaltung und Geschlechterrollen auseinandersetzen. Trotzdem beeinflussen die Rollenbilder von Frauen- und Männerberufe sowie späteren Familienwunsch die Berufswahl. Es braucht ein bewusstes, aktives Gegensteuern, um diese subtilen Selbstsortierungsmechanismen auszugleichen und Frauen und Männern gleiche Chancen zu eröffnen. Nur durch das Wissen um die eigenen Stereotypisierungen und ein kritisches Hinterfragen ist eine reflektierte Lebensplanung möglich. Hier setzt der Werkzeugkoffer „Mädchen sind anders, Jungen auch“ an.

6 Vorschläge zur Genderarbeit in der Praxis von Jugendarbeit und Schule

Die Sozialisation von Mädchen und Jungen wird nach wie vor durch Geschlechterstereotypen geprägt, was wiederum die Berufswahl und die Lebensplanung von Jugendlichen beeinflusst. Sehr oft machen sich junge Leute erst bei der Familiengründung Gedanken darüber, wie in der Partnerschaft Familien- und Erwerbsarbeit aufgeteilt werden sollen und finden sich dadurch unbeabsichtigt in alten Rollenaufteilungen wieder.

Dabei wäre es für Jugendliche wichtig, sich mit der heutigen Vielfalt von Lebensentwürfen auseinanderzusetzen und aufgrund erweiterter Kenntnisse die eigene Lebensgestaltung bewusst anzugehen.

Zwei Orte, an denen Genderthemen zur Sprache kommen können, sind die Schule und die Jugendarbeit. Die Toolbox «Mädchen sind anders, Jungen auch» ist für diese Bereiche bestimmt. Ziel ist es, bei Mädchen und Jungen, aber auch bei ihren erwachsenen Begleiterinnen und Begleitern die Diskussion zu Rollenvorstellungen anzuregen und das Bewusstsein für die Entwicklung von Lebensläufen jenseits von Klischeebildern zu fördern.

Mit der Toolbox möchten das Kompetenzzentrum Integration und Gleichstellung des Kantons St. Gallen und das Amt für Gesellschaft, Kanton Appenzell Ausserrhoden, Lehrpersonen und Fachleute aus der Jugendarbeit dabei unterstützen, in diesem Sinne aktiv zu werden. Wir präsentieren Ihnen sechs Vorschläge, mit Jugendlichen ab Sekundarstufe I auf spielerische und reflektierende Weise die Wirkung von Rollenstereotypen zu erkennen und den Ursachen auf den Grund zu gehen.

Cover "Mädchen sind anders, Jungen auch"

Links

Abteilung Chancengleichheit

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