Diskriminierung & Gewalt

ein Paar beim Gestikulieren und ein Kind was sich die Ohren zuhaltet

Kampagne der Stadt Lausanne, wonach in der Stadt 72 Prozent der jungen Frauen innerhalb eines Jahres Opfer von Belästigungen wurden (ETH-Studie; nationale Zahlen existieren nicht).

Strassenbelästigungsmusem, Stadt Lausanne Kurzfilm

Zeitungsbericht

Aktuelle Zahlen zu Häuslicher Gewalt

Gewalt in Beziehungen ist eine Realität. Sie findet oftmals in den eigenen vier Wänden statt. Unter der Gewalt leiden Opfer, Täter und Täterin.

  • Im Jahr 2017 kam es zu 17’024 Straftaten, die dem Bereich der häuslichen Gewalt zugerechnet werden konnten. Dies sind 37% der für den häuslichen Bereich relevanten Straftaten.
  • In 48,3% der Fälle häuslicher Gewalt bestand zwischen geschädigter und beschuldigter Person eine Paarbeziehung; in 25,6% der Fälle handelte es sich um eine ehemalige Partnerschaft.
  • Der Anteil angezeigter häuslicher Gewalt von Eltern gegen Kindern oder von Kindern gegen die eigenen Eltern beträgt 16,3%.
  • Die häufigsten Straftaten stellten Tätlichkeiten (5’369), Drohungen (3’795), Beschimpfung (2’925) und einfache Körperverletzungen (2’057) dar.
  • Jene Straftatbestände, welche im Zusammenhang mit Stalking häufig vorkommen, wurden in folgendem Umfang registriert: Beschimpfung (2’925) und Missbrauch einer Fernmeldeanlage (514).
  • Häufig wurden im Bereich Häusliche Gewalt auch schwerere Delikte wie Nötigung (685), Entführung und Freiheitsberaubung (140), Gefährdung des Lebens (121) und schwere Körperverletzung (84) erfasst.
  • Ebenso fällt die Zahl an versuchten (53) und vollendeten (21) Tötungsdelikten auf.
  • Im Bereich der Sexualdelikte im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt wurden 300 sexuelle Handlungen mit Kindern, 216 Vergewaltigungen und 186 sexuelle Nötigungen verzeichnet.

Quelle: EBG 2018, siehe auch: «Aktuelle Zahlen zu häuslicher Gewalt»

Laufend aktualisiert wird die Sammlung «Informationsblätter Häusliche Gewalt» des EBG.

2018: Das Bundesamt für Statistik BFS hat mit Unterstützung des Eidg. Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann EBG die folgende Studie veröffentlicht: «Polizeilich registrierte Tötungsdelikte 2009-2016: Innerhalb und ausserhalb des häuslichen Bereichs».

Diskriminierungsschutz

April 2018: Die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus EKR hat einen Bericht zu den Rassismusvorfällen in der Beratungspraxis Januar bis Dezember 2017 veröffentlicht. Ein bedeutender Teil der gemeldeten Fälle rassistischer Diskriminierung finden am Arbeitsplatz und im Bildungsbereich statt. Die am häufigsten vorkommenden Formen von Diskriminierung waren Benachteiligungen, Beschimpfungen und herabwürdigende Behandlungen. Das häufigste Tatmotiv war die Ausländerfeindlichkeit, gefolgt vom Rassismus gegen Schwarze. Zum Bericht.

Diskriminierungen aufgrund der Herkunft, Hautfarbe, Religion, der Lebensweise oder der Sprache kommen in allen Lebensbereichen unserer Gesellschaft vor. Die HEKS Beratungsstelle gegen Rassismus und Diskriminierung steht Personen, welche im Kanton Appenzell Ausserrhoden wohnen, kostenlos zur Verfügung.

Die Stelle bietet qualifizierte Beratung für:

  • Personen oder Angehörige von Personen, die sich aufgrund ihres Aussehens, ihrer Herkunft, Religion oder anderer kultureller Merkmale diskriminiert fühlen,
  • Personen, die der Diskriminierung bezichtigt werden,
  • Organisationen und Fachpersonen.

Häusliche Gewalt: Wegweisung und Rückkehrverbot

Im Kanton Appenzell Ausserrhoden trat am 1. Januar 2003 das revidierte Polizeigesetz (PolG) in Kraft. Art. 17-20 dieses Gesetzes haben die Verbesserung des Schutzes vor Gewalt im persönlichen Umfeld (Familie, Partnerschaft, Lebensgemeinschaft) zum Ziel. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Webseite der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden.

Istanbul-Konvention

Die Schweiz hat am 14. Dezember 2017 das Übereinkommen des Europarats vom 11. Mai 2011 zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (Istanbul-Konvention) ratifiziert hat. Dieses Übereinkommen ist für die Schweiz am 1. April 2018 in Kraft getreten. Die Website Istanbulkonvention.ch informiert über die Konvention und deren Umsetzung in der Schweiz.

Gemeinsames Vorgehen von Bund und Kantonen

Auf nationaler Ebene ist das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) für die Umsetzung und die Berichterstattung an den Europarat zuständig. Das EBG koordiniert auch die  Umsetzung der Massnahmen des Bundes.
Auf interkantonaler Ebene koordiniert die Schweizerische Konferenz gegen Häusliche Gewalt (SKHG) im Auftrag der Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD) und der Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren (SODK) die Umsetzung der Konvention.
Bund und Kantone haben ihre Zusammenarbeit in einem Umsetzungskonzept geklärt, das auch den Einbezug von Nichtregierungsorganisationen (NGO) vorsieht. Ein gemeinsamer Ausschuss von Bund und Kantonen sichert die laufende Absprache und eine aufeinander abgestimmte Umsetzung in der Schweiz.

Im November 2018 fand in Bern eine nationale Tagung zum Thema statt. Die Konferenz zeigte die Grundzüge der Istanbul-Konvention auf, informierte über die völkerrechtliche Verantwortung und den Monitoringprozess des Europarates. Beleuchtet wurde die Rolle von Bund, Kantonen und Nichtregierungsorganisationen im Umsetzungsprozess und wie sie ihre Zusammenarbeit im Hinblick auf eine integrale und koordinierte Politik gestalten. Auf der Website des EBG können die Unterlagen eingesehen werden.

Weitere Informationen:

Kosten der Gewalt in Paarbeziehungen

Kosten in der Höhe von mindestens 164 Millionen Franken jährlich entstehen der Gesellschaft durch Gewalt in Paarbeziehungen. Ein im Auftrag des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann EBG erarbeiteter Forschungsbericht weist erstmals systematisch die Folgekosten von Gewalt in Paarbeziehungen aus und zeigt auf, in welchen Kostenbereichen diese anfallen. Lesen Sie mehr.

Menschenhandel

Menschenhandel ist ein schweres Verbrechen, das grundlegende Menschenrechte und die Menschenwürde verletzt. Die Täterinnen und Täter machen sich die Armut oder Notlage anderer Menschen und ihre Hoffnungen auf eine bessere Zukunft anderswo zunutze, um sie mit falschen Versprechen über Arbeits- oder Heiratsmöglichkeiten anzuwerben. Am Zielort werden die Opfer durch Drohung, Gewalt oder Schuldknechtschaft (z.B. zum Abzahlen ihrer Reiseschulden) in ein Abhängigkeitsverhältnis gebracht und ausgebeutet. Das Unrecht besteht in der Ausnützung einer Machtposition durch den Täter und in der Aufhebung des Selbstbestimmungsrechts des Opfers. Das Verbrechen findet in der Regel im Verborgenen statt, weshalb die Opfer von Menschenhandel in der Gesellschaft kaum sichtbar sind. Für die Täterinnen und Täter handelt es sich um ein äusserst lukratives Geschäft.

Menschenhandel steht in der Schweiz meist im Zusammenhang mit Migration. Die Schweiz ist primär Zielland und in einem geringeren Umfang auch Transitland für Menschenhandel. Am häufigsten ist hierzulande die Ausbeutung in der Prostitution, doch immer öfter werden auch Fälle von Menschenhandel  zwecks Arbeitsausbeutung bekannt.

Sexistische Werbung - Lauterkeitskommission

Die Schweizerische Lauterkeitskommission wurde 1966 von der KS Kommunikation Schweiz / CS Communication Suisse ins Leben gerufen. Sie ist eine neutrale, unabhängige Institution der Kommunikationsbranche zum Zweck der werblichen Selbstkontrolle. Jede Person ist befugt, kommerzielle Kommunikation, die ihrer Meinung nach unlauter ist, bei der Lauterkeitskommission zu beanstanden. Die Kommission besteht aus drei Kammern, in welcher Konsumentinnen und Konsumenten, Medienschaffende und Werbende paritätisch vertreten sind. Die Schweizerische Lauterkeitskommission spricht keine staatlich durchsetzbaren Urteile aus. Sie erlässt Empfehlungen mit dem Ziel, dass diese von den Werbetreibenden zukünftig umgesetzt werden und somit rechtliche Risiken von Klagen oder Strafverfahren vor staatlichen Behörden vermieden werden können.

Stalking: Frühzeitig ermahnen hilft

Von lästiger Kontaktsuche und Nachstellen bis zu Einschüchterung und Gewalt – Stalking umfasst ein breites Spektrum. Schätzungen zufolge sind 15–18 % der Frauen und 4–5 % der Männer Opfer von Stalking im weiten Sinn. Dies schreibt der Bundesrat in seinem Bericht zu Massnahmen. Er beruht auf einer umfassenden Studie des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) zu «Massnahmen zur Bekämpfung von Stalking». Die Forscherinnen empfehlen Vorbeugung und Schutz via Polizei, Fachstellen, verbesserte Kompetenz-Zuteilung und Sensibilisierung der Öffentlichkeit. Betroffene sollen jeglichen Kontakt verweigern, ihr Umfeld über die Stalking-Situation informieren, Vorfälle dokumentieren. Auch lohnt es sich, die Polizei frühzeitig einzuschalten – ihre Intervention bei den Stalkenden kann das Stalking beenden.

Weibliche Genitalbeschneidung

Mediencommuniqué von Caritas Schweiz zum Internationalen Tag der Nulltoleranz gegen weibliche Genitalverstümmelung vom 6. Februar 2019:

Weibliche Genitalbeschneidung: Schutz und Versorgung sicherstellen. Gemäss Schätzungen sind bis zu 15‘000 Mädchen oder Frauen in der Schweiz von einer Genitalbeschneidung bedroht oder betroffen. Sie alle haben Anrecht auf Schutz und eine bedarfsgerechte Versorgung. Hierfür setzt sich das Netzwerk gegen Mädchenbeschneidung Schweiz ein. Der 6. Februar ist der internationale Tag der Nulltoleranz gegen weibliche Genitalverstümmelung. Zur Medienmitteilung

 

Links

Fachstellen

  • Act212
    Beratungs- und Schulungszentrum Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung
  • Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann EBG
    Hier finden Sie viele wichtige Informationen zum Thema.
  • Belästigt.ch
    Erst-Beratungsangebot zu sexueller und sexistischer Belästigung am Arbeitsplatz.
  • Opferhilfe-ar.ch
    Beratungsstelle für Betroffene, Angehörige und Institutionen.
  • Fedpol.admin.ch
    Thema Menschenhandel auf der Website des Bundes.
  • Konflikt-gewalt.ch
    Beratung und Therapie für Männer, Frauen und Jugendliche.
  • Netzwerk gegen Mädchenbeschneidungen
    Information und Beratung.
  • Lauterkeitskommission
    Kontrollorgan, Prüfung von sexistischer Werbung.
  • Istanbulkonvention.ch
    Die Schweiz ist dem Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt – kurz Istanbul-Konvention – beigetreten. Damit verpflichtet sie sich zu umfassenden Massnahmen gegen geschlechtsspezifische und häusliche Gewalt und für die Gleichstellung der Geschlechter. Die Plattform informiert über die Konvention und deren Umsetzung in der Schweiz.
  • Weisse-Schleife.ch / Ruban Blanc
    Eine Intitiative der Women’s World Summit Foundation.
  • Terre des femmes
    Menschenrechtsorganisation, die sich für die Gleichstellung der Geschlechter einsetzt und geschlechtsspezifische Gewalt bekämpft.

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Abteilung Chancengleichheit

  • Amt für Soziales
    Kasernenstrasse 17
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  • T: +41 71 353 64 26