Diskriminierung & Gewalt

ein Paar beim Gestikulieren und ein Kind was sich die Ohren zuhaltet

Gewalt in Beziehungen ist eine Realität. Sie findet oftmals in den eigenen vier Wänden statt. Unter der Gewalt leiden Opfer, Täter und Täterin.

  • Im Jahr 2017 kam es zu 17’024 Straftaten, die dem Bereich der häuslichen Gewalt zugerechnet werden konnten. Dies sind 37% der für den häuslichen Bereich relevanten Straftaten.
  • In 48,3% der Fälle häuslicher Gewalt bestand zwischen geschädigter und beschuldigter Person eine Paarbeziehung; in 25,6% der Fälle handelte es sich um eine ehemalige Partnerschaft.
  • Der Anteil angezeigter häuslicher Gewalt von Eltern gegen Kindern oder von Kindern gegen die eigenen Eltern beträgt 16,3%.
  • Die häufigsten Straftaten stellten Tätlichkeiten (5’369), Drohungen (3’795), Beschimpfung (2’925) und einfache Körperverletzungen (2’057) dar.
  • Jene Straftatbestände, welche im Zusammenhang mit Stalking häufig vorkommen, wurden in folgendem Umfang registriert: Beschimpfung (2’925) und Missbrauch einer Fernmeldeanlage (514).
  • Häufig wurden im Bereich Häusliche Gewalt auch schwerere Delikte wie Nötigung (685), Entführung und Freiheitsberaubung (140), Gefährdung des Lebens (121) und schwere Körperverletzung (84) erfasst.
  • Ebenso fällt die Zahl an versuchten (53) und vollendeten (21) Tötungsdelikten auf.
  • Im Bereich der Sexualdelikte im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt wurden 300 sexuelle Handlungen mit Kindern, 216 Vergewaltigungen und 186 sexuelle Nötigungen verzeichnet.
  • 2016 gab es 9‘578 beschuldigte Personen. Davon waren 76% Männer.
  • Zwischen 2012 und 2016 wurden 17% der beschuldigten Personen mehrmals wegen häuslicher Gewalt von der Polizei registriert.
  • 1% der bestehenden Partnerschaften, in denen sich häusliche Gewalt ereignet hatte, waren homosexuelle Beziehungen. Bei den ehemaligen Partnerschaften lag deren Anteil bei 1%.
  • 2016 wurden 1‘040 Personen polizeilich registriert, welche ihre eigenen Kinder geschädigt haben. Davon waren 72% Männer und 28% Frauen.
  • 2016 wurden 407 Personen polizeilich registriert, welche gegen ihre eigenen Eltern Gewalt angewendet haben. Davon waren 74% männliche und 26% weibliche Personen.

(Quelle: EBG 2018, siehe auch: «Aktuelle Zahlen zu häuslicher Gewalt»)

Aktuelle Zahlen zu Häuslicher Gewalt

Laufend aktualisiert wird die Sammlung «Informationsblätter Häusliche Gewalt» des EBG.

2018: Das Bundesamt für Statistik BFS hat mit Unterstützung des Eidg. Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann EBG die folgende Studie veröffentlicht: «Polizeilich registrierte Tötungsdelikte 2009-2016: Innerhalb und ausserhalb des häuslichen Bereichs».

2014: Die vom Bundesamt für Statistik aktualisierten Zahlen zeigen für das Jahr 2014 eine Abnahme der physischen Gewalt. Stark zugenommen haben jedoch sexuell motivierte Gewalttaten.

Diskriminierungsschutz

April 2018: Die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus EKR hat einen Bericht zu den Rassismusvorfällen in der Beratungspraxis Januar bis Dezember 2017 veröffentlicht. Ein bedeutender Teil der gemeldeten Fälle rassistischer Diskriminierung finden am Arbeitsplatz und im Bildungsbereich statt. Die am häufigsten vorkommenden Formen von Diskriminierung waren Benachteiligungen, Beschimpfungen und herabwürdigende Behandlungen. Das häufigste Tatmotiv war die Ausländerfeindlichkeit, gefolgt vom Rassismus gegen Schwarze. Zum Bericht.

Diskriminierungen aufgrund der Herkunft, Hautfarbe, Religion, der Lebensweise oder der Sprache kommen in allen Lebensbereichen unserer Gesellschaft vor. Die HEKS Beratungsstelle gegen Rassismus und Diskriminierung steht Personen, welche im Kanton Appenzell Ausserrhoden wohnen, kostenlos zur Verfügung.

Die Stelle bietet qualifizierte Beratung für:

  • Personen oder Angehörige von Personen, die sich aufgrund ihres Aussehens, ihrer Herkunft, Religion oder anderer kultureller Merkmale diskriminiert fühlen,
  • Personen, die der Diskriminierung bezichtigt werden,
  • Organisationen und Fachpersonen.

Häusliche Gewalt: Wegweisung und Rückkehrverbot

Im Kanton Appenzell Ausserrhoden trat am 1. Januar 2003 das revidierte Polizeigesetz (PolG) in Kraft. Art. 17-20 dieses Gesetzes haben die Verbesserung des Schutzes vor Gewalt im persönlichen Umfeld (Familie, Partnerschaft, Lebensgemeinschaft) zum Ziel. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Webseite der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden.

Istanbul-Konvention

Die Schweiz hat am 14. Dezember 2017 das Übereinkommen des Europarats vom 11. Mai 2011 zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (Istanbul-Konvention) ratifiziert hat. Dieses Übereinkommen wird für die Schweiz folglich am 1. April 2018 in Kraft treten. Die Website Istanbulkonvention.ch informiert über die Konvention und deren Umsetzung in der Schweiz.

Weitere Informationen:

Kosten der Gewalt in Paarbeziehungen

Kosten in der Höhe von mindestens 164 Millionen Franken jährlich entstehen der Gesellschaft durch Gewalt in Paarbeziehungen. Ein im Auftrag des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann EBG erarbeiteter Forschungsbericht weist erstmals systematisch die Folgekosten von Gewalt in Paarbeziehungen aus und zeigt auf, in welchen Kostenbereichen diese anfallen. Lesen Sie mehr.

Sexistische Werbung - Lauterkeitskommission

Die Schweizerische Lauterkeitskommission wurde 1966 von der KS Kommunikation Schweiz / CS Communication Suisse ins Leben gerufen. Sie ist eine neutrale, unabhängige Institution der Kommunikationsbranche zum Zweck der werblichen Selbstkontrolle. Jede Person ist befugt, kommerzielle Kommunikation, die ihrer Meinung nach unlauter ist, bei der Lauterkeitskommission zu beanstanden. Die Kommission besteht aus drei Kammern, in welcher Konsumentinnen und Konsumenten, Medienschaffende und Werbende paritätisch vertreten sind. Die Schweizerische Lauterkeitskommission spricht keine staatlich durchsetzbaren Urteile aus. Sie erlässt Empfehlungen mit dem Ziel, dass diese von den Werbetreibenden zukünftig umgesetzt werden und somit rechtliche Risiken von Klagen oder Strafverfahren vor staatlichen Behörden vermieden werden können.

Stalking: Frühzeitig ermahnen hilft

Von lästiger Kontaktsuche und Nachstellen bis zu Einschüchterung und Gewalt – Stalking umfasst ein breites Spektrum. Schätzungen zufolge sind 15–18 % der Frauen und 4–5 % der Männer Opfer von Stalking im weiten Sinn. Dies schreibt der Bundesrat in seinem Bericht zu Massnahmen. Er beruht auf einer umfassenden Studie des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) zu «Massnahmen zur Bekämpfung von Stalking». Die Forscherinnen empfehlen Vorbeugung und Schutz via Polizei, Fachstellen, verbesserte Kompetenz-Zuteilung und Sensibilisierung der Öffentlichkeit. Betroffene sollen jeglichen Kontakt verweigern, ihr Umfeld über die Stalking-Situation informieren, Vorfälle dokumentieren. Auch lohnt es sich, die Polizei frühzeitig einzuschalten – ihre Intervention bei den Stalkenden kann das Stalking beenden.

Links

Fachstellen

  • Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann EBG
    Hier finden Sie viele wichtige Informationen zum Thema.
  • Belästigt.ch
    Erst-Beratungsangebot zu sexueller und sexistischer Belästigung am Arbeitsplatz.
  • Opferhilfe-ar.ch
    Beratungsstelle für Betroffene, Angehörige und Institutione.
  • Konflikt-gewalt.ch
    Beratung und Therapie für Männer, Frauen und Jugendliche.
  • Netzwerk gegen Mädchenbeschneidungen
    Information und Beratung.
  • Lauterkeitskommission
    Kontrollorgan, Prüfung von sexistischer Werbung.
  • Istanbulkonvention.ch
    Die Schweiz ist dem Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt – kurz Istanbul-Konvention – beigetreten. Damit verpflichtet sie sich zu umfassenden Massnahmen gegen geschlechtsspezifische und häusliche Gewalt und für die Gleichstellung der Geschlechter. Die Plattform informiert über die Konvention und deren Umsetzung in der Schweiz.
  • Weisse-Schleife.ch / Ruban Blanc
    Eine Intitiative der Women’s World Summit Foundation.
  • Terre des femmes
    Menschenrechtsorganisation, die sich für die Gleichstellung der Geschlechter einsetzt und geschlechtsspezifische Gewalt bekämpft.

Downloads

 

Abteilung Chancengleichheit

  • Amt für Soziales
    Kasernenstrasse 17
  • 9102 Herisau
  • T: +41 71 353 64 26