Familien- und schulergänzende Kinderbetreuung

Kinder beim essen

Familienergänzende Betreuung im Frühbereich meint Angebote, welche Kindern nach dem Mutterschaftsurlaub bis zum Eintritt in die Volksschule (Kindergarten) in der Regel tagsüber Betreuung bieten und den Eltern damit erlauben, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen oder eine Aus- bzw. Weiterbildung zu absolvieren. Die wichtigsten Angebotsgruppen sind Tagesfamilien und Kindertagesstätten.

Die familienergänzenden Betreuungsangebote für Schulkinder laufen im Kanton unter dem Namen schulergänzende Tagesstrukturen. Für diese ist auf kantonaler Ebene das Bildungsdepartement zuständig.

Familienergänzende Betreuung in Appenzell Ausserrhoden

Familienergänzende Kinderbetreuung

Kinderbetreuung in Tagesfamilien

Spielgruppen Appenzell Ausserrhoden

Rechtliche Grundlagen, Anstossfinanzierung vom Bund

Erfreulicherweise wurde auf nationaler Ebene beschlossen, das Bundesprogramm der Anstossfinanzierung von familienergänzender Kinderbetreuung um weitere vier Jahre zu verlängern (1.2.2015-31.1.2019).

Gesuche können ab Februar 2015 für Einrichtungen eingereicht werden, die neu eröffnen oder ihr Angebot wesentlich erhöhen. Bestehende Kindertagesstätten müssen die Platzzahl um einen Drittel, im Minimum aber um 10 Plätze erhöhen oder ihre Öffnungszeiten um einen Drittel pro Jahr erweitern.

Im Bereich der Tagesfamilien werden die Finanzhilfen für Aus- und Weiterbildungsmassnahmen sowie für Projekte zur Verbesserung der Koordination gewährt. Weitere Informationen sind beim Bundesamt für Sozialversicherungen ersichtlich.

  • Art. 316 des Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907 (ZGB; SR 210) hält fest, dass die Aufnahme von Pflegekindern bewilligungspflichtig ist und unter Aufsicht steht. Der Erlass von Ausführungsbestimmungen wurde an den Bundesrat delegiert.
  • Darauf gestützt erging im Jahr 1977 die Verordnung über die Aufnahme von Kindern zur Pflege und zur Adoption vom 19. Oktober 1977 (PAVO; SR 211.222.338). Die PAVO regelt die Aufnahme in Institutionen (Heime und Kinderbetreuungseinrichtungen) oder bei Familien (Pflegefamilien und Tageseltern) und Aufnahme zur Adoption. Schwerpunkte der PAVO bilden die Bewilligung des Pflegeverhältnisses und dessen Aufsicht durch die zuständigen Behörden. Die bundesrechtliche Verordnung stellt für diese Bereiche Minimalanforderungen auf; es handelt sich um eine Art Rahmen- beziehungsweise Grundsatzgesetzgebung. Für die familienergänzende Kinderbetreuung im Frühbereich sind insbesondere folgende Bestimmungen massgeblich: Art. 13 Abs. 1 Bst. b PAVO (Bewilligungspflicht für Kindertagesstätten), Art. 12 Abs. 1 PAVO (Meldepflicht für Tagesfamilien).
  • Zuständig für Bewilligung und Aufsicht im Kanton seit dem Inkrafttreten des neuen Kindes- und Erwachsenenschutzrechts ab 1.1. 2013 die neue kantonale Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde.
  • Das Bundesgesetz vom 4. Oktober 2002 über Finanzhilfen für familienergänzende Kinderbetreuung (SR 861) ist am 1. Februar 2003 in Kraft getreten. Das Programm wurde um weitere vier Jahre (2015-2018) verlängert. Es bildet zusammen mit der Ausführungsverordnung die Grundlage eines Impulsprogramms, das die Schaffung von Betreuungsplätzen für Kinder fördern und den Eltern eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder Ausbildung ermöglichen soll. Gestützt auf das Bundesgesetz können folgenden Einrichtungen Finanzhilfen durch das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV gewährt werden:
    > Kindertagesstätten,
    > Einrichtungen für die schulergänzende Betreuung von Kindern bis zum Ende der obligatorischen Schulzeit,
    > Strukturen für die Koordination der Betreuung in Tagesfamilien.
  • Was die Betreuung in Tagesfamilien betrifft, so werden Finanzhilfen für Aus- oder Weiterbildungsmassnahmen sowie für Projekte zur Verbesserung der Koordination oder der Qualität der Betreuung gewährt. Weder die Eltern der Kinder noch die Tagesfamilien selbst werden subventioniert.

Schulergänzende Betreuung aus Eltern- und Kindersicht

Die Publikation der eidgenössischen Koordinationskommission für Familienfragen EKFF zeigt anhand von sechs Familienportraits die Vielfalt und Komplexität von Betreuungsarrangements auf. Aus Eltern- und Kindersicht wird erhoben, inwiefern die Angebote der schulergänzenden Betreuung die Familienbedürfnisse abedecken und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern. Gestützt auf die Ergebnisse und den Forschungsbericht entwickelte die EKFF Handlungsempfehlungen.

Verbände, Netzwerke, Institutionen

  • Kibesuisse Regionalverband Ostschweiz bietet für Kindertagesstätten und Tageseltern in Appenzell Ausserrhoden Vernetzung, fachliche Weiterbildung und Beratung. Es verfügt über einen Leistungsauftrag des Kantons. Durch diese Subvention können Weiterbildungskurse zu vergünstigte Tarife besucht werden. Im Weiteren bietet es Fachberatung für Trägerschaften im Aufbau einer Kindertagesstätten sowie für Bewilligungsbehörden an.
  • Kibesuisse fördert die verschiedenen Formen der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung und unterstützt seine Mitglieder bei deren Aufgabenerfüllung. Der Verband wurde am 22. November 2013 gegründet und ist aus der Fusion von Kindertagesstätten Schweiz KiTaS und Tagesfamilien Schweiz SVT entstanden.
  • Das Netzwerk-Kinderbetreuung  beteiligt sich an der Diskussion um die Qualität in der familienergänzenden Kinderbetreuung und um die frühe Förderung.
  • Die Schweizerische UNESCO-Kommission hat sich zum Ziel gesetzt, frühkindliche Bildung in der Schweiz nachhaltig in Gesellschaft, Politik und Wissenschaft zu verankern und ein interdisziplinäres Netzwerk mit Partnern aus Forschung, Praxis, Politik und Gemeinwesen aufzubauen.

Abteilung Chancengleichheit

  • Amt für Soziales
    Kasernenstrasse 17
  • 9102 Herisau
  • T: +41 71 353 64 26