Kinder und Jugendliche

Kinder in unterschiedlichem Alter

Im Kanton Appenzell Ausserrhoden bilden Kinder und Jugendliche (0 bis 19 Jahre) rund 20 Prozent der Bevölkerung. In Ergänzung zur persönlichen Verantwortung und privater Initiative setzt sich der Kanton Appenzell Ausserrhoden für die Schaffung von guten Rahmenbedingungen für die Erziehung und Betreuung sowie den Schutz und die Förderung von Kindern und Jugendlichen ein.

Frühe Kindheit: Programme, Strategien und Studien

In den letzten Jahren wurde der Fokus vermehrt auf die frühe Kindheit gelegt. Viele Studien und Projekte sind entstanden wie auch kantonale und regionale Konzepte. Hier werden einige Beispiele aufgelistet.

Zur Abteilung Chancengleichheit, Bereich Frühe Kindheit

Nationale Programme

Strategien

Studien

  • Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen EKM. Frühe Förderung. 2009. Bestandesaufnahme und Handlungsfelder.
  • Viernickel, S. & Simoni, H. (2008) Frühkindliche Erziehung und Bildung. In: Eidgenössische Koordinationskommission für Familienfragen EKFF (Hrsg.), Familien, Bildung, Erziehung. Bern, 22-33.
  • Hafen, Martin (2012). Better Together. Prävention durch Frühe Förderung. Präventionstheoretische Verortung der Förderung von Kindern von 0-4 Jahren. Schlussbericht zu Handen des Bundesamtes für Gesundheit.
  • Simoni, Heidi; Wustmann, Corinna (2012). Orientierungsrahmen für frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung in der Schweiz. 2. Auflage, erarbeitet vom Marie Meierhofer Institut für das Kind im Auftrag der schweizerischen Unesco-Kommission und des Netzwerks Kinderbetreuung Schweiz. Zürich: Netzwerk Kinderbetreuung Schweiz
  • Edelmann, D. (2015). Stärkung der Chancengerechtigkeit durch frühe Förderung? In A. Haenni Hoti (Hrsg.), Grundlagenbericht «Equity – Diskriminierung und Chancengerechtigkeit im Bildungswesen» für den Convegno der EDK-Kommission Bildung und Migration (S. 35-42). Bern, EDK.
  • Stamm, M. (2011). Wozu Bildung in der frühen Kindheit. Was wir wissen, was wir wissen sollten und was die Politik damit anfangen kann.
  • Stamm, M. (2012). Qualität und frühkindliche Bildung. Grundlagen und Perspektiven für die Qualitätsentwicklung von vorschulischen Angeboten. Dossier 12/3. 

Weiteres

Jugendarbeit in Appenzell Ausserrhoden

Wo gibt es in Appenzell Ausserrhoden Jugendarbeit, Jugendberatung und Jugendtreffs?

Kinderfreundliche Gemeinde

Mit der Kampagne «Kinderfreundliche Gemeinde» fördert UNICEF die Steigerung der Kinderfreundlichkeit in den Gemeinden. Eine Standortbestimmung anhand eines Fragebogens, die Durchführung einer Zukunftswerkstatt mit Kindern und Jugendlichen und das Erstellen eines Aktionsplans bilden Elemente des Labelprozesses.

Im Kanton Appenzell Ausserrhoden ist bisher die Gemeinde Teufen mit dem Label «kinderfreundliche Gemeinde» ausgezeichnet worden.

Kinder- und Jugendworkshop Appenzell Ausserrhoden

Der Kinder- und Jugendworkshop ist ein gemeinsames Projekt des Kantons Appenzell Ausserrhoden und der Gemeindepräsidien. Das Austausch- und Vernetzungstreffen findet jährlich statt. Weitere Informationen.

Jugendparlamente - Kinder- und Jugendbeteiligung

Das Jugendparlament St. Gallen - Appenzell (Jupa SG-Ai-AR) ist das Forum aller politisch interessierten Jugendlichen aus den Kantonen St. Gallen, Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden. Es fördert die Teilnahme der Jugend am politischen Geschehen auf allen Ebenen und betreibt eine aktive bzw. angewandte Jugendpolitik. Es versteht sich als Sprachrohr der Jugendlichen. Nebst dem Kerngeschäft der Organisation von halbjährlich stattfindenden Jugendsessionen treffen sich die Jugendlichen mit Jungparteien und lancieren Projekte. 

Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände SAJV organisiert jährlich die eidgenössische Jugendsession mit dem Ziel, die Selbstbestimmung der Jugendlichen in allen ihren Lebensbereichen und die Verantwortungsübernahme der Jugendlichen für sich selbst und für die Gesellschaft zu fördern.

Der Dachverband Schweizer Jugendparlamente DSJ unterstützt Jugendparlamente auf regionaler, kantonaler und nationaler Ebene. Er organisiert Treffen der kantonalen Jugendparlamente und führt eine jährliche Jugendparlamentskonferenz durch.

Kinder- und Jugendpolitik - was ist das?

Gemäss Bundes- und Kantonsverfassung haben Kinder und Jugendliche «einen Anspruch auf besonderen Schutz ihrer Unversehrtheit und auf Förderung ihrer Entwicklung» (Artikel 11 Bundesverfassung). Schutz, Förderung und Mitwirkung bilden die zentralen Elemente der schweizerischen Kinder- und Jugendpolitik. Ziel der Kinder- und Jugendpolitik ist es, den Schutz, das Wohlergehen und die soziale Integration aller Kinder und Jugendlichen mittels öffentlicher Tätigkeiten, Massnahmen und Einrichtungen zu gewährleisten, um so die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten zu fördern sowie ihren Interessen und Bedürfnissen gerecht zu werden, unabhängig von Geschlecht, sozialer Zugehörigkeit, Herkunft oder Behinderung (vgl. Bericht des Bundesrates. Strategie für eine schweizerische Kinder- und Jugendpolitik. 2008).

Eidgenössische Kinder- und Jugendpolitik

Für kinder- und jugendpolitische Themen auf Bundesebene ist das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV zuständig. Die Grundlage der Tätigkeit der Fachstelle Kinder und Jugend im Bereich Kinder- und Jugendpolitik bildet die Strategie für eine schweizerische Kinder- und Jugendpolitik des Jahres 2008. Darin hat die Schweizer Bundesregierung die Kinder- und Jugendpolitik auf der Grundlage der Bundesverfassung und der UNO-Kinderrechtskonvention als Politik des Schutzes, der Förderung und der Mitwirkung definiert.

Jugendförderungsgesetz

Mit dem neuen Bundesgesetz über die Förderung der ausserschulischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen (KJFG) wird die bisherige Förderung der ausserschulischen Arbeit den heutigen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst und es werden Grundlagen für die Zu­sammenarbeit der verschiedenen Akteurinnen und Akteure in der Kinder- und Jugendpolitik gelegt. Das neue Gesetz und die ebenfalls totalrevidierte Verordnung sind seit 1. Januar 2013 in Kraft. Gestützt auf das Gesetz über die Förderung der ausserschulischen Kinder- und Jugendarbeit kann der Bund privaten Trägerschaften sowie Kantonen und Gemeinden Finanzhilfen gewähren. Weitere Informationen zu den Finanzhilfen finden Sie beim Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV).

UN-Kinderrechtskonvention

Die UN-Kinderrechtskonvention verlangt, dass bei allen Massnahmen, die Kinder und Jugendliche betreffen, das «Wohl des Kindes» ein vorrangig zu berücksichtigender Gesichtspunkt ist. Kinder und Jugendliche haben eigene Rechte.

Die Grundrechte des Kindes

Bis heute haben ausser den USA und Somalia alle Länder der Welt die Kinderrechtskonvention ratifiziert. Die Mitgliedstaaten des Übereinkommens verpflichten sich auf diese Weise, den Kindern und Jugendlichen die folgenden Grundrechte sicherzustellen:

  • Zivile Rechte: das Recht auf einen Namen von Geburt an, eine Staatsangehörigkeit zu erwerben, die Gerichtsbarkeit anzurufen, auf den Zugang zu altersgerechter Information, auf den Schutz des Privatlebens.
  • Politische Rechte: das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäusserung, auf Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit, auf Schutz vor schlechter Behandlung.
  • Wirtschaftliche Rechte: das Recht auf einen ausreichenden Lebensstandard (Unterkunft, Bekleidung, Ernährung) und auf materielle Unterstützung, auf Schutz vor Ausbeutung als Arbeitskraft, auf soziale Sicherheit.
  • Soziale Rechte: das Recht auf Ernährung und medizinische Versorgung, auf Schutz vor sexueller Ausbeutung, vor Entführung sowie im Kriegsfall.
  • Kulturelle Rechte: das Recht auf Erziehung und Bildung, auf Freizeitbeschäftigungen sowie kulturelle,  künstlerische und sportliche Betätigungen.

Das Übereinkommen über die Rechte des Kindes (KRK) baut auf drei Säulen:

  •     Recht auf Schutz
  •     Recht auf Förderung
  •     Recht auf Mitwirkung

Vier Rechte haben besondere Bedeutung:

  •     Das Diskriminierungsverbot (Artikel 2)
  •     Der Vorrang des Kindeswohls (Artikel 3)
  •     Das Recht auf Leben, Überleben und persönliche Entwicklung (Artikel 6)
  •     Das Recht auf Mitwirkung (Artikel 12)

Links

Gesetzliche Grundlagen

Weitere Adressen

Projekte

Programme

Studien 

Abteilung Chancengleichheit

  • Amt für Soziales
    Kasernenstrasse 17
  • 9102 Herisau
  • T: +41 71 353 64 26