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Blackout: Führungsstäbe gewappnet

Mit dem Notstrom können ein Nottelefon sowie speziell für den Fall eines Blackouts eingerichtete Informatikmittel betrieben werden. (Foto: Johannes Wey)

Bei einem Blackout bleiben die Ausserrhoder Führungsstäbe von Kanton und Gemeinden führungs- und somit handlungsfähig. Dies zeigen die Ergebnisse eines Notstromtests, bei dem gleichzeitig in allen Gemeindehäusern der Strom ausgeschaltet worden ist. Auch bei einem flächendeckenden Stromausfall bleiben Telefon- und Datenverbindungen innerhalb der kantonalen und kommunalen Verwaltungen, zur Notrufzentrale und zur St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke AG (SAK) möglich.

Am Donnerstag der vergangenen Woche ist der Beweis erbracht worden: Das Notstrom-System "Rotes Telefon" der Ausserrhoder Verwaltungen funktioniert. Im Rahmen der kantonsweiten Übung
"BLACKOUT 21" ist bei allen Gemeindeverwaltungen an Feierabend der Netzstrom ausgeschaltet und das Notstrom-Equipment in Betrieb genommen worden. Dieses ist überall gleich ausgelegt und umfasst ein benzinbetriebenes Notstromaggregat, ein Polycom-Sicherheitsfunkgerät, eine Notbeleuchtung sowie jeweils rot markiert ein Nottelefon, ein speziell aufgesetzter Laptop und ein dazugehörender Drucker. Die Geräte werden an ebenfalls rot gekennzeichnete Steckdosen angeschlossen, die zuerst über eine Batterie und danach über ein ausserhalb des Gebäudes aufgestelltes mobiles Aggregat weiter mit Strom versorgt werden.

Keine Führung ohne Kommunikation

Dieses in den vergangenen zwei Jahren aufgebaute Notstrom-System zielt darauf ab, dass die Führungsstäbe der Gemeinden und des Kantons bei einem Blackout oder einer längerdauernden Strommangellage untereinander in Kontakt bleiben und auf ihre zentral gespeicherten Daten zugreifen können. Eingebunden in dieses System sind auch die Kantonale Notrufzentrale sowie die SAK, der bei Problemen mit dem Netzstrom eine Schlüsselrolle zukommt. Informationen über die Lage und deren Entwicklung können somit unter den Entscheidungsträgern rasch ausgetauscht werden. Dafür stehen Mail, Telefon und Funk zur Verfügung.

Bei den Gemeinden verfügt jede Feuerwehr über leistungsfähige mobile Sirenen mit Sprechdurchsage-Möglichkeiten. So könnten Einwohnerinnen und Einwohner zeitnah mit Informationen und Verhaltensanweisungen versorgt werden. Der Erhalt der Führungsfähigkeit setzt funktionierende Kommunikationsmittel voraus. Die Notstrom-Komponenten werden jährlich einmal getestet, ebenso wie die Sirenen als Alarmierungsmittel.

Rechtzeitig vorsorgen

Das Notstrom-System "Rotes Telefon" ist auf Initiative des Kantonalen Führungsstabes und in enger Zusammenarbeit mit der AR Informatik AG und den Gemeindeführungsstäben konzipiert und umgesetzt worden. Es ist bisher schweizweit einzigartig und trägt der kantonalen "Gefährdungs- und Risikoanalyse AR2020" Rechnung, in der die Strommangellage als Gefahr mit hohem volkswirtschaftlichen Schadenspotential eingestuft wird. Im "Bericht zur nationalen Risikoanalyse 2020" des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz steht die Strommangellage diesbezüglich an oberster Stelle der Gefährdungen durch Katastrophen und Notlagen, also noch vor der Pandemie.

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