Ehemalige Zwangsarbeitsanstalt Gmünden: Zeitzeugen gesucht

Für ein Forschungsprojekt im Auftrag des Kantons interessiert sich die Beratungsstelle für Landesgeschichte für Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die in der Zwangsarbeitsanstalt Gmünden in Teufen vor 1981 interniert waren, dort gearbeitet haben oder mit der Institution zu tun hatten.

Der Regierungsrat von Appenzell Ausserrhoden hat beschlossen, die fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen in der damaligen Zwangsarbeitsanstalt Gmünden vor 1981 wissenschaftlich aufarbeiten zu lassen. Die Aufarbeitung resp. das Forschungsprojekt wurde der BLG Beratungsstelle für Landesgeschichte in Zürich vergeben.

Um einen vertieften Einblick in den Alltag der damaligen Zwangsarbeitsanstalt Gmünden zu erhalten, suchen die Forschenden der Beratungsstelle nun Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die vor 1981 in der Institution interniert waren, dort gearbeitet haben oder anderweitig mit der Institution zu tun hatten. Die Beratungsstelle für Landesgeschichte kann telefonisch (044 262 01 81) oder per E-Mail an info@landesgeschichte.ch kontaktiert werden.

Ziel ist, zu verstehen, weshalb und wie die fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen angeordnet und vollzogen worden sind. Denn das damalige Handeln der kantonalen und kommunalen Behörden hatte gravierende Auswirkungen auf die Betroffenen und ihr Umfeld. Vielen Betroffenen, die teilweise bis heute unter den Folgen ihrer Erlebnisse leiden, ist es zudem ein Anliegen, dass das Geschehene nicht in Vergessenheit gerät.

Fonds und Aufarbeitung

Der Regierungsrat von Appenzell Ausserrhoden hat bereits Ende 2017 beschlossen, 435'000 Franken in einen vom Bund finanzierten Solidaritätsfonds einzuzahlen, der für Betroffene fürsorgerischer Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen eingerichtet wurde. Der Beitrag sowie das nun laufende Forschungsprojekt sollen als Zeichen der Anerkennung für das an den betroffenen Menschen zugefügte Unrecht stehen.

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