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Schlichtungsstelle bei Diskriminierung im Erwerbsleben

Die Schlichtungs- und Beratungsstelle ist für den ganzen Kanton für Streitigkeiten zuständig, welche die Diskriminierung einer Person auf Grund ihres Geschlechts oder eine sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz in einem Arbeitsverhältnis nach Obligationenrecht zum Gegenstand haben.

Die Schlichtungsstelle ist nicht zuständig, wenn ein Gesamtarbeitsvertrag die Schlichtung und Beratung einem anderen Organ überträgt oder wenn eine Streitigkeit ein öffentlichrechtliches Arbeitsverhältnis betrifft.

Die Schlichtungsstelle für Klagen nach dem Gleichstellungsgesetz ist sachlich zuständig für Gleichstellungsfragen (Arbeitsverhältnisse nach Obligationenrecht). Sie vermittelt und berät in Diskriminierungsfällen (z.B. direkte oder indirekte Benachteiligung wegen des Zivilstands, der familiären Situation, einer Schwangerschaft; ungleicher Lohn für gleiche Arbeit, Nachteile bei der Anstellung, Aufgabenzuteilung, Gestaltung der Arbeitsbedingungen, Aus- und Weiterbildung, Beförderung und Entlassung; sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz). Das Ziel der Schlichtungsstelle in einem Verfahren ist es, eine Einigung zwischen den Parteien herbeizuführen.

Für alle anderen arbeitsrechtlichen Streitigkeiten ist zuerst ein Schlichtungsverfahren beim zuständigen Vermittler zu durchlaufen, bevor ein arbeitsrechtliches Gerichtsverfahren beim Kantonsgericht eingeleitet werden kann. Weitere Informationen zu arbeitsrechtlichen Streitigkeiten finden Sie auch beim Kantonsgericht.

Verfahren
Bei Klageerhebung bei der Schlichtungsstelle sind das Klagebegehren (mit kurzer Begründung und Schilderung des Sachverhaltes) sowie die notwendigen Beilagen im Doppel einzureichen. Es ist ein formloses Verfahren mit dem hauptsächlichen Ziel, den Rechtsstreit gütlich beizulegen. Das kann geschehen durch:

  • Einigung (d.h. Abschluss eines schriftlichen Vergleichs, in dem die umstrittenen Punkte geregelt werden)
  • Klageanerkennung (d.h. die beklagte Prozesspartei anerkennt den Standpunkt der klagenden Partei)
  • Klagerückzug (d.h. die klagende Prozesspartei anerkennt den Standpunkt der beklagten Partei)

Kommt es zu keiner Einigung, stellt die Schlichtungsstelle das förmlich fest, woraufhin jede Prozesspartei innert 3 Monaten an das Kantonsgericht gelangen und gerichtliche Beurteilung verlangen kann. Nach Ablauf dieser Frist gilt das Begehren einstweilen als zurückgezogen. Die Schlichtungsstelle kann keine Entscheide fällen.

Das Verfahren ist kostenlos, und es dürfen keine Entschädigungen zugesprochen werden. Hier erhalten Sie Informationen zum elektronischen Geschäftsverkehr.

Schlichtungsstelle bei Diskriminierung im Erwerbsleben

  • Landsgemeindeplatz 7c / Fünfeckpalast
  • 9043 Trogen
  • T: +41 71 343 63 54
  • Bürozeiten
  • Telefonische Auskünfte Mo 09.30 - 11.30 Uhr, Mi + Fr 10.00 - 12.00 Uhr.
    Persönliche Beratung nur nach telefonischer Voranmeldung.

Die Schlichtungsstelle hat keinen Fax-Anschluss. Unaufgeforderte mit E-Mail übermittelte Gesuche und andere Mitteilungen nimmt die Schlichtungsstelle nicht zur Kenntnis. Sie wird nur auf Eingaben hin tätig, die ihr per Post zugestellt oder persönlich überbracht werden. Für die Fristwahrung genügt E-Mail nicht; ausgenommen beim elektronischen Geschäftsverkehr.