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Kurzarbeitsentschädigung

Änderungen ab 1. April 2022

Am 1. April 2022 fallen die meisten Covid-19-Sonderbestimmungen für die Kurzarbeit weg. Die noch verbleibenden Sonderbestimmungen gelten zudem nur noch für Betriebe, deren Kurzarbeit weiterhin direkt der Pandemie und den damit verbundenen wirtschaftlichen Auswirkungen zugeordnet werden kann. Für Kurzarbeit aus andern Gründen (z.B. in Verbindung mit der Ukraine-Krise) gilt vollumfänglich das Normalrecht. Ebenfalls zu beachten ist, dass ab diesem Datum für alle Betriebe wieder eine Karenzzeit von einem Tag pro Monat gilt (Selbstbehalt zu Lasten des Arbeitgebers). Eine Übersicht über alle Änderungen ab dem 1. April 2022 finden Sie auf www.arbeit.swiss.

Nachzahlung Ferien- und Feiertagsanteil auf Kurzarbeitsentschädigung

Im Zeitraum vom 1. März 2020 bis 31. März 2022 galt für die Abrechnung von Kurzarbeitsentschädigung (KAE) ein vereinfachtes Verfahren. Mit Urteil vom 17. November 2021 hat das Bundesgericht festghalten, dass auch bei diesem Abrechnungsverfahren für Mitarbeitende im Monatslohn ein Ferien- und Feiertagsanteil anzurechnen ist.

Seit der Abrechnungsperiode Januar 2022 erfolgt die Abrechnung der Kurzarbeitsentschädigung urteilskonform. Bezüglich der früheren Kontrollperioden hat der Bundesrat am 11. März 2022 entschieden, dass die Betriebe eine Nachzahlung beantragen können. Über das genaue Verfahren werden die betroffenen Betriebe voraussichtlich Ende Juni 2022 direkt vom Bund informiert. Wir bitten Sie deshalb, bei der Kantonalen Arbeitslosenkasse oder der Kantonalen Amtsstelle keine Anfragen zu diesem Thema zu stellen.

Die aktuellsten Informationen zu diesem Entscheid finden Sie auf www.arbeit.swiss.

Wer hat Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung?

Der Kreis der anspruchsberechtigten Personen wurde seit Beginn der Pandemie mehrfach ausgeweitet und eingeschränkt. Eine Sonderregelung gegenüber dem ordentlichen Recht gilt aktuell lediglich noch für die folgenden Gruppen:

  • Personen in einem Lehrverhältnis (sofern die Ausbildung weiterhin gewährleistet ist und der Betrieb keine anderweitige Unterstützung für die Ausbildung der Lernenden erhält) 
  • Personen in einem befristeten Arbeitsverhältnis
  • Personen mit Arbeit auf Abruf und unbefristetem Vertrag (unabhängig von der Höhe der Schwankungen) 

Die Sonderregelung gilt noch bis am 31.03.2022 und nur dann, wenn der Betrieb der 2G+ - Pflicht unterliegt.

Achtung: Diese Angaben entsprechen dem Stand vom 7. Februar 2022 und können rasch ändern. Rechtlich massgebend sind jeweils die Bestimmungen zur Kontrollperiode, für welche eine Entschädigungszahlung beantragt wird. Informieren Sie sich bitte vor jeder Abrechnung auf dem Abrechnungsformular zur betreffenden Kontrollperiode oder dem FAQ zur Kurzarbeitsentschädigung

Kurzarbeit beantragen (Voranmeldung)

Seit dem 1. September 2021 gilt für die Voranmeldung von Kurzarbeit wieder das ordentliche Verfahren. Folgend Unterlagen sind zwingend einzureichen; selbst wenn diese im Zusammenhang mit einer früheren Voranmeldung bereits einmal zugestellt wurden. Beachten Sie bitte auch die ergänzenden Hinweise:

Formular

Voranmeldung Kurzarbeit (716.300 d)

  • Es müssen alle Fragen zwölf Fragen beantwortet werden
  • Betriebsabteilungen unter Frage 1 müssen vorgängig mit der KAST abgesprochen sein
  • Die Aussagen zu den Fragen 9 - 12 müssen aussagekräftig sein und die Zusammenhänge zwischen den noch geltenden Corona-Einschränkungen und der aktuellen Betriebsauslastung nachvollziehbar aufzeigen
  • für die Umsatzzahlen (Frage 10a) ist diese Tabelle oder ein eigenes Dokument mit gleichem Informationsgehalt einzureichen
  • es werden nur unterzeichnete Formulare entgegengenommen und als gültig erachtet

Organigramm Gesamtbetrieb

  • bei Voranmeldungen für eine einzelne Betriebsabteilung zwingend nötig (mit Angabe der Mitarbeiterzahl pro Organisationseinheit)
  • bei Voranmeldungen für einen Gesamtbetrieb mit nur wenigen Mitarbeitenden kann stattdessen eine Namensliste eingereicht werden
  • Eine Handelsregisterauszug ist nicht erforderlich (entgegen den Angaben auf dem Voranmelde-Formular)

Die Voranmeldung und die erforderlichen Beilagen sind auf dem Postweg an die Arbeitslosenversicherung AR, Kurzarbeit, Obstmarkt 1, 9102 Herisau, zu senden. Alternativ können Sie für die Erstellung und Übermittlung der Voranmeldung den eService auf arbeit.swiss nutzen.

Es ist keine Voranmeldefrist zu beachten. Die Kurzarbeit kann jedoch frühestens ab dem Einreichdatum der Voranmeldung gewährt werden. Massgebend ist das Datum des Poststempels oder der Übermittlung im eService. Die maximale Bewilligungsdauer beträgt sechs Monate, wobei die effektive Dauer im Ermessen der KAST liegt.

Auszahlung Kurzarbeitsentschädigung beantragen

Es kann nur Kurzarbeitsentschädigung (KAE) geprüft und allenfalls ausbezahlt werden, wenn Sie vorgängig eine Voranmeldung eingereicht haben und die Kantonale Amtsstelle in ihrem Entscheid keinen Einspruch erhebt. Die Auszahlung muss innert drei Monaten nach Ablauf des betreffenden Monats bei der gewählten Arbeitslosenkasse beantragt werden. Nach Ablauf dieser Frist verfällt der Leistungsanspruch.

Alle Kontrollperioden bis und März 2022 müssen zwingend nach dem summarischen COVID-19 Verfahren abgerechnet werden. Für alle späteren Kontrollperioden gilt hingegen wieder das ordentliche Verfahren. Die entsprechenden Formulare finden Sie auf www.arbeit.swiss.

Wichtige Hinweise:

  • Es gelten nicht für alle Abrechnungsperioden die gleichen Bestimmungen. Zudem gelten seit dem 1. Dezember 2020 je nach Lohnhöhe unterschiedliche Entschädigungsansätze.
    Es stehen Ihnen deshalb mehrere Formulare zur Auswahl. Bitte lesen Sie die Angaben genau und verwenden Sie das richtige Formular.
  • Wenn Sie Geringverdienende im Betrieb haben (Lohn bei Vollzeitpensum unter Fr. 4'340), müssen Sie das Formular 2c, 2d oder 2e verwenden. Beachten Sie in diesen Fällen unbedingt das Beispiel (Bsp) im letzten Tabellenblatt
  • Auszufüllen sind lediglich die grau hinterlegten Felder. Die übrigen Angaben berechnen sich automatisch. Hilfesstellungen finden Sie in den Formularen selbst (mit dem Maus-Cursor über rote Ecken fahren) oder im FAQ.
  • Für die Rapportierung der Ausfallstunden müssen zwingend die auf www.arbeit.swiss zur Verfügung gestellten Formulare mit der Bezeichnung "Rapport über die wirtschaftlich bedingten Ausfallstunden" verwendet werden. Die deklarierten Ausfallstunden müssen von allen Mitarbeitenden mit eigenhändiger Unterschrift bestätigt und im Rahmen einer Revision belegt werden können. Für die entsprechenden Belege aus Ihrer Zeiterfassung besteht eine Aufbewahrungspflicht von 5 Jahren.
  • Wenn Ihr Betrieb bisher noch keine Kurzarbeit abgerechnet hat, ist zusäztlich zu den Unterlagen über die Ausfallstunden für alle anspruchsberechtigten Mitarbeitenden ein Lohnjournal über die letzten zwölf Monate einzureichen.
  • Es können nur elektronisch und vollständig ausgefüllte Formulare berücksichtigt werden. Formulare, die ohne Unterschrift  oder entsprechende Belege eingehen, werden umgehend retourniert. Die Unterlagen müssen dann ergänzt und als kompletter Antrag neu eingereicht werden.
  • Senden Sie den Abrechnungsantrag zusammen mit den nötigen Belegen an die Kantonale Arbeitslosenkasse Appenzell Ausserrhoden, Obstmarkt 1, 9102 Herisau, oder nutzen Sie den neuen eService auf www.arbeit.swiss.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema Kurzarbeit finden Sie unter den folgenden Links:

Zusätzliche Informationen

Arbeitslosenversicherung AR

Obstmarkt 1
9102 Herisau
T: +41 71 353 63 60