Bauabfälle

Bauabfälle

Der grösste Massenstrom an Abfällen stellen die Bauabfälle dar. Zu ihnen zählen alle Abfälle von Neubau-, Umbau- und Rückbauarbeiten ortsfester Anlagen.

Vor Umbau- und Rückbauarbeiten muss die Schadstoffbelastung abgeklärt und ein Entsorgungskonzept erstellt werden.

Schadstoffabklärung und Entsorgungskonzept

Der Bauherr hat die Pflicht zur Schadstoffabklärung. Ab 200 m3 Bauabfällen (inkl. Aushub) muss er ein Entsorgungskonzept erstellen. Beide Dokumente sind mit den Baugesuchsunterlagen einzureichen (Art.16 VVEA).

Eine Schadstoffabklärung mit Entsorgungskonzept ist notwendig, wenn umwelt- oder gesundheitsgefährdende Stoffe zu erwarten sind. Umwelt- oder gesundheitsgefährdende Stoffe sind in Häusern, die vor 1990 erstellt oder umgebaut wurden, zu erwarten. Ansonsten ist nur ein Entsorgungskonzept einzureichen, wenn mehr als 200 m3 Bauabfälle anfallen. Dies entspricht in etwa einer Gebäudekubatur von 1‘000 m3.

» Link zu den Formularen Entsorgungskonzept und Schadstoffabklärung sowie Entsorgungs-konzept für den Export

In der Vergangenheit wurden im Bauwesen immer wieder neue Baustoffe eingesetzt, welche vermeintlich grosse Vorteile aufwiesen. Die Kehrseite der Medaille - nämlich eine proble­matische Gesundheits- oder Umweltgefährdung - wurde meist erst viele Jahre später festgestellt. 

  • Am bekanntesten ist die Asbestproblematik. Asbest wurde über Jahrzehnte aufgrund seiner Hitze- und Feuerbeständigkeit grosszügig in fast allen Bereichen verbaut. Die Asbestfasern sind in Fassaden, Wellplatten, Kanalrohren, Brems- und Kupplungsbelägen, Dichtungen, PVC-Bodenbelägen, Isolations­materialien (z.B. Elektroöfen), Elektroinstallationen etc. zu finden. Man unterscheidet zwischen fest- und schwachgebundenen Fasern. Insbesondere die schwachgebundenen Fasern sind für den Gesundheits­schutz relevant. Festgebundene Fasern stellen erst ein Problem dar, wenn die Oberfläche beschädigt wurde.

  • In den 1960er bis 1980er Jahren kamen hochtoxische Holzschutzmittel wie DDT, Lindan und PCP (Pentachlorphenol) zum Einsatz.

  • Im Innenraum wurde z.B. Parkett mit Kleber befestigt, welcher polyzyklische aromatische Kohlenwasser­stoffe (PAK) oder polychlorierte Biphenyle (PCB) enthielt. Beide Substanzen gelten heute als krebs­erregend. PCB wurde in der Schweiz bis 1972 auch als Weichmacher in Fugendichtungen und in Beton­farben eingesetzt. Ein häufig zu findendes Beispiel ist der graue, glänzende Betonanstrich im Kellerbereich.

Ausbauasphalt

Ausbauasphalt mit einem PAK-Gehalt von 250 mg/kg (= 5'000 mg/kg im Bindemittel) soll weiterhin als Baustoff verwertet werden. Bis 31. Dezember 2025 darf weiterhin Ausbauasphalt mit einem PAK-Gehalt bis 1'000 mg/kg (= 20'000 mg/kg im Bindemittel) eingesetzt werden, sofern es bei der Verarbeitung mit anderen Materialien vermischt wird, so dass ein Gehalt von < 250 mg/kg resultiert. Für den Einbau von höher belastetem Ausbauasphalt wird eine Bewilligung vom Amt für Umwelt benötigt.

Recyclingkies

Der Einsatz von Recyclingkies auf Strassen, Wege und Plätzen ist unter folgenden Bedingungen erlaubt:

Unter einer Deckschicht (Bitumen- oder Betonbelag)

  • Recycling-Kiessand P, A oder B
  • Betongranulat
  • Mischabbruchgranulat


In loser Form ohne Deckschicht (Kiesstrasse oder Strasse mit betonierten Fahrspuren)

  • Recycling-Kiessand P oder B


Für temporäre Baupisten bei Wiederauffüllungen (z.B. nach Kiesabbau)

  • Recycling-Kiessand P


»» Link zur BAFU Publikation: Richtlinie für die Verwertung von mineralischen Bauabfällen

Ober- und Unterboden

Unverschmutzter Ober- und Unterboden muss bereits beim Abtragen getrennt gelagert werden und soll möglichst vollständig wieder verwertet werden.

Für weitere Informationen siehe auch "Bodenschutz beim Bauen"

Gemeindeaufgaben

  • Kontrolle, ob dem Baugesuch eine Schadstoffabklärung und ein Entsorgungskonzept beigelegt wurden (sofern notwendig)
  • Verlangen eines Entsorgungsnachweises nach Bauabschluss

Amt für Umwelt

  • Kasernenstrasse 17A
  • 9102 Herisau
  • T: +41 71 353 65 35