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Energiespar-Tipps

Die Abhängigkeit der Schweiz im Energiebereich vom Ausland ist insbesondere im Winterhalbjahr gross und könnte dieses Jahr noch grösser werden. Deshalb ist es entscheidend, bereits jetzt Strom zu sparen und die Speicherseen zu entlasten, sodass im Frühjahr möglichst lange vom Wasser bzw. der Energieproduktion aus der Wasserkraft gezehrt werden kann. Und zumal die Energiepreise stark angestiegen sind, entlastet Energiesparen nicht nur die Speicherseen, sondern auch das Haushaltskonto.

Mit den folgenden Tipps können Sie im Haushalt Energie und Kosten sparen, ohne dabei auf Komfort verzichten zu müssen. Weitere Informationen finden sich auf der Internetseite des Bundes nicht-verschwenden.ch

Im Sommer richtig kühlen

Verzichten Sie in jedem Fall auf die Verwendung von Klimaanlagen. Raumklimageräte brauchen viel Strom und in Wohngebäuden braucht es grundsätzlich keine zusätzliche Klimatisierung. Zugluft ist zudem ungesund und kann zu Erkältungen und muskulären Problemen führen. Nutzen Sie die Nachtauskühlung und lüften Sie nachts und am Morgen gut durch, beschatten Sie die Räume den Tag hindurch mit Roll- oder Fensterläden.

Im Winter richtig lüften

Lüften Sie im Winter jeweils kurz und kräftig mit komplett geöffneten Fenstern, das heisst, drei bis vier Mal pro Tag max. 10 Minuten lang. Für ein gutes Raumklima und einen schnellen Luftaustausch ist das ideal. Bei ständig gekippten bzw. zu lange geöffneten Fenstern kühlen die Wand-/Bodenoberflächen und Decken ab. Das Wiederaufheizen benötigt viel Energie. Gerade im Winter ist der Wärmeverlust dadurch erheblich, da die Heizkörper auf Hochtouren laufen. Ein einziges gekipptes Fenster verbraucht innerhalb von 12 Stunden knapp 10 Kilowattstunden (kWh). Mit dieser Energie könnten Sie 500 Stunden aktiv am Laptop arbeiten oder zehn Maschinen 60-grädige Wäsche waschen. Zusätzlich erreichen Sie mit gekippten Fenstern nicht den gewünschten Luftaustausch.

Sonnenenergie zum Wäschetrocknen nutzen

Tumbler sind regelrechte Stromfresser. Der durchschnittliche Stromverbrauch eines zehn Jahre alten Wäschetrockners liegt bei 4.1 kWh pro Trocknung. Bei 160 Trockengängen im Jahr sind das rund 660 kWh oder gut 130 Franken (Annahme Strompreis: 0.20 Fr./kWh). Modernere Geräte mit hoher Effizienzklasse brauchen zwar deutlich weniger Energie (1.5 – 2.5 kWh/Trockengang) aber dennoch sparen Sie mit Lufttrocknen zwischen 50 und 80 Franken im Jahr. Obschon diese Massnahme im Sommer einfacher umzusetzen ist, muss man auch im Winter nicht auf das Trocknen an der Luft verzichten. Bei niedriger Luftfeuchtigkeit in den Räumen kann die Wäsche drinnen aufgehängt werden – bei ohnehin schon feuchten Räumen droht allerdings Schimmelgefahr. Ansonsten können Sie auch einmal das Frosttrocknen ausprobieren; dies funktioniert aber erst bei Minustemperaturen. Und wenn Sie dennoch einmal im Tumbler trocknen wollen, achten Sie darauf, dass die Maschine voll ausgelastet ist.

Warmwasserverbrauch reduzieren

Kurz duschen ist deutlich sparsamer als baden. Im Schnitt werden bei einer warmen Dusche 80 Liter Wasser und 3 kWh Energie zum Aufheizen verbraucht. Bei einer vollen Badewanne sind es 180 Liter und 7 kWh. Zum Vergleich: Ein Kühlschrank benötigt pro Tag 0.6 kWh. Halbiert eine vierköpfige Familie die Energie fürs Duschen mittels Sparbrause oder durch kühleres bzw. weniger langes Duschen, spart sie pro Jahr stolze 2'200 kWh, was 440 Franken Energiekosten entspricht (Annahme: Elektroboiler, Strompreis: 0.20 Fr./kWh).

Warmwasserboiler regelmässig entkalken

Kalk ist ein schlechter Wärmeleiter. Kalkablagerungen im Boiler und an den Heizstäben erhöhen deshalb die Aufheizzeit des kalten Wassers und damit den Energieverbrauch. In fünf Jahren sammelt sich eine ungefähr 1 mm dicke Kalkschicht an, welche den Energieverbrauch um ca. 15 % erhöht. In einem Vierpersonenhaushalt werden so – statt durchschnittlich 3'500 kWh pro Jahr – plötzlich mehr als 4'000 kWh für Warmwasser verbraucht. Durch regelmässiges Entkalken sparen Sie also jährlich ca. 100 Franken Energiekosten (Annahme: Elektroboiler, Strompreis: 0.20 Fr./kWh). Zudem verringert Kalk, der sich an den Wänden und am Boden des Boilers absetzt, die Menge des verfügbaren Warmwassers.

Reduktion der Raumtemperatur

Beim Heizen entspricht jedes Grad weniger einer Energieeinsparung von 6 bis 7 %. Das macht sich auch im Portemonnaie bemerkbar. Bei einem 200 m2 grossen Einfamilienhaus mit einem Heizenergieverbrauch von durchschnittlich 24'000 kWh bedeutet somit eine Reduktion von zwei Grad jährliche Einsparungen von bis zu 3'000 kWh bzw. rund 500 Franken (Annahme: Gasheizung, Gaspreis Stand Juli 2022: 0.17 Fr./kWh). 20 Grad im Wohnzimmer und 17 Grad in den Schlafzimmern sind angenehm und absolut ausreichend. Bei längerer Abwesenheit kann die Temperatur etwas heruntergeschraubt werden. Schalten Sie die Heizung aber nicht ganz ab – für das Aufheizen braucht es anschliessend wieder viel Energie.

Auf Energieetikette achten

Fast alle Geräte sind mit der Energieetikette gekennzeichnet. Dadurch lässt sich auf einen Blick erkennen, ob ein Gerät energieeffizient ist. Achten Sie daher beim nächsten Kauf auf die Angaben der Etikette und wählen Sie ein Gerät der besten verfügbaren Effizienzklasse.

Energiesparend beleuchten

Am meisten sparen Sie, indem Sie das Licht immer löschen, wenn es nicht mehr benötigt wird. Insbesondere bei der Aussenbeleuchtung und in Treppenhäusern können dabei Zeitsteuerungen und Bewegungssensoren hilfreich sein. Für eine effiziente Beleuchtung sind auch LED-Lampen essenziell. Leuchtmittel mit LED-Technik verbrauchen bis zu 80 % weniger Strom als konventionelle Halogenlampen, sind umweltfreundlicher und haben eine längere Lebensdauer. Statten Sie Ihr Zuhause deshalb, wo immer möglich, mit LED-Lampen aus. 

Energiesparende Beleuchtung in der Gemeinde:

Die Lichttoolbox hilft Gemeinden, einfache und publikumswirksame Energie-Sparmassnahmen zu planen und umzusetzen. Weiter wird ermöglicht, die BAFU Vollzugshilfe «Empfehlungen zur Vermeidung von Lichtemissionen» in einem praxisorientierten Atelier kennenzulernen und anzuwenden. Der Workshop hilft den Gemeinden weiter, ein individuell abgestimmtes Beleuchtungs- und Energiemanagement anzustossen.
Ist Ihr Interesse geweckt? Weitere Auskünfte erteilt Cedric Lehmann, Tel. +41 77 407 01 53 oder cedric.lehmann@seecon.ch.

Cheminée-, Schweden- oder Kaminöfen effizient und umweltfreundlich betreiben

Damit die vermehrte Nutzung von Holz in Einzelfeuerungen nicht zu unerwünschten Luftbelastungen im Haus und in der Nachbarschaft führen, ist der fachgerechte Betrieb der Holzfeuerungen wichtig. Dies beginnt mit der Wahl des Brennholzes und dem richtigen Anfeuern sowie der ausreichenden Luftzufuhr. Brennholz muss mindestens zwei Jahre getrocknet und für den Feuerraum passend aufbereitet sein (Scheitgrösse). Trockenes Holz ist auch entscheidend für dessen Heizwert und damit für die Effizienz des Heizvorgangs. Holz mit einem Feuchtigkeitsgehalt von 12 Prozent erreicht in einem Kaminofen einen Wirkungsgrad von knapp 70 Prozent. Bei 30-prozentiger Feuchtigkeit sind es weniger als 40 Prozent. Zudem gilt: Je feuchter das Holz, desto höher die Bildung von Schadstoffen wie Kohlenmonoxid, Russ und Feinstaub. 
Schadstoffarmes Anfeuern gelingt bei Einzelraumfeuerungen am besten mit dem Anzünden des Holzstapels im Feuerraum von oben mit einem "Anfeuermodul". Details dazu finden Sie auf unserer Webseite oder auf www.fairfeuern.ch.

Holzöfen mit ungenügender Luftzufuhr produzieren gefährliche Rauchgase. Dabei kann geruchloses Kohlenmonoxid (CO) in die Wohnräume austreten und zu gefährlichen Vergiftungen der Bewohner führen. Im Zweifelsfall fragen Sie Ihren Kaminfeger oder Ofenbauer.

 

Neben diesen Tipps gibt es noch unzählige weitere Möglichkeiten, im Haushalt Energie und die damit verbundenen Kosten zu sparen. Sei es beim Kochen mit geschlossenem Deckel, beim Backen ohne Vorheizen und Verwendung der Umluftfunktion sowie Nutzung der Nachwärme, beim korrekten Umgang mit dem Geschirrspüler (nicht vorspülen, Gerät immer ganz füllen und Spar-/Niedrigtemperaturprogramme verwenden), beim konsequenten Lichterlöschen, beim Verlassen des Raumes, beim Ersatz herkömmlicher Glühbirnen durch LED-Leuchten oder bei der Temperaturregelung des Kühlschranks auf 7 Grad.

Hintergrund-Informationen

Die Auslandabhängigkeit der Schweiz im Energiebereich ist gross. Es besteht eine mehr oder weniger vollständige Abhängigkeit von Diesel und Benzin im Mobilitätsbereich sowie auch Heizöl und Erdgas zu Heizzwecken. Zusätzlich ist die Schweiz – vor allem im Winterhalbjahr – von Stromimporten abhängig. Zurzeit ist die Energieversorgung hierzulande zwar gesichert, dennoch sind Gas und Strom europaweit knapp. Mögliche Gaslieferunterbrechungen im Winter könnten die Situation weiter verschärfen. Hinzu kommt, dass viele französische Atomkraftwerke, von denen die Schweiz in den Wintermonaten Strom importiert, wegen Störungen oder Wartungen nicht am Netz sind. Ein weiteres "Sorgenkind" sind die Schweizer Flusskraftwerke, die unter der Hitze und Trockenheit im Sommer gelitten haben und massiv weniger Strom produzieren konnten. Bleiben noch die Speicher-Kraftwerke: Deren Füllstände liegen schweizweit im Moment unter dem Niveau der Vorjahre, es wäre jedoch wichtig, dass sie zwischen Oktober und November den Höchststand erreichen. Deshalb ist es entscheidend, jetzt Strom zu sparen und die Speicherseen zu entlasten, sodass wir im Frühjahr möglichst lange vom Wasser bzw. der Energieproduktion aus der Wasserkraft zehren können.

Zusätzliche Informationen

Amt für Umwelt

Kasernenstrasse 17A
9102 Herisau
T: +41 71 353 65 35

Neutrale Energieberatung

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Ausgabe April 2022
Das Bulletin erscheint zweimal jährlich